Ein turbulentes Jahr 2020 geht zu Ende. Corona hat Künstlern und Veranstaltern einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Über mangelnde Zeit im Studio konnte dafür niemand meckern. Wie das Jahr für Mark Reeve, AKA AKA, und Mark Dekoda gelaufen ist – gibt’s hier!

Bis zum Jahresende schauen wir mit vielen House- und Technoacts auf das Jahr 2020 zurück. In unserem mehrteiligen Jahresrückblick wollen wir wissen, wie sehr die Künstler von Lockdown und co. betroffen waren und was es an schönen Momenten gegeben hat, die für einen positiven Blick rüber nach 2021 sorgen!

MARK REEVE hat sich von Robert Hood inspirieren lassen…

Wie ist das Jahr 2020 für dich gelaufen?

Es war sehr schwer gewesen und ich habe viele schon sehr verzweifelt gesehen. Physisch auch seelisch waren viele an die Musikszene gebunden. Mir tut es so leid für viele die nicht weitermachen können. Rückblick: naja eine Katastrophe könntet man auch sagen.

Gab es auch erfreuliche Momente?

Ende Februar Anfang März kam eine riesen EP raus und der Maintrack „Distance“ ist momentan der meist verkaufte Track auf Drumcode. Das hat mich natürlich sehr gefreut. Über 2 Millionen Streams und das in so kurzer Zeit. Bin froh das die Leute mich so unterstützt haben und das Adam Beyer auch weiterhin mit Drumcode Gas gibt. Viele Streams mit Beatport und Drumcode haben Spaß gemacht. Natürlich auch das Drumcode Festival 2021 mit einem tollen Lineup ist bekannt gegeben worden. Darauf freue ich mich auch dabei zu sein.

Wie hat das besondere Jahr dich und deine Musik beeinflusst?

Ich bin etwas härte geworden vom Sound, das Album von Robert Hood hat mich inspiriert. und ich finde schon, dass alles etwas schneller geworden ist. Ich liege jetzt bei 134bpm und es gefällt mir richtig gut.

Und wie blickst du ins kommende Jahr 2021?

Das neue Jahr wird super! Ich arbeite gerade an einer neuen EP für Drumcode. Mein eigenes Label SubVision läuft nach wie vor auch super und ich werde da weiterhin tolle Musik veröffentlichen. Ich denke 2021 wird uns Licht bescheren und ich freue mich auf viele Raver die dann richtig loslegen.


AKA AKA und das Jahr mit nur fünf Gigs…

Das Jahr 2020 war für Musiker und Eventmacher ein Auf und Ab. Wie sieht euer Rückblick aus?

Wir machen Januar/Februar immer unseren jährlichen Tourstopp. Dann ging’s Ende Februar wieder los und nach 5 Gigs war schon wieder Schluss. Wir haben dann sehr schnell realisiert, dass das Jahr gelaufen ist und waren dann ehrlich gesagt schon erstmal etwas down. Von da ging’s dann mental aber nur noch bergauf!

Seit März ist es leider in den Clubs und bei Partys sehr still geworden. Was hat euch trotzdem gefreut und glücklich gemacht in 2020?

Wir haben genau zwei Shows gespielt seit dem 1. Lockdown, da wir keine Lust hatten den Super-Spreader zu spielen nur lokal in Berlin: einmal auf einem kleinen Festival mit einer Wahnsinns-Location, dem alten Museumspark Rüdersdorf und einmal im Sisyphos. Das waren beides so unfassbar energiegeladene Gigs, da freuen wir uns umso mehr auf 2021, wenn es hoffentlich im Frühjahr wieder losgehen wird. Wir wissen dann jedenfalls jede Show noch mehr zu schätzen.

Wir alle hatten viel Zeit zum Musikhören. Habt ihr neue Acts oder Genres entdeckt, die euch begeistert haben?

Ja, wir haben uns u.a. bei Submithub als Kuratoren angemeldet, da kann uns jeder Musik für unsere Playlists oder einem Re-Share über unseren Soundcloud-Channel mit 100k Followern schicken. Dadurch schauen wir automatisch mehr über unseren Tellerrand und haben tolle neue Acts entdeckt. Z.B. „nowifi“, der ein echt talentierter Newcomer mit großem Musikverständnis ist und mit dem wir gerade an einer Kollaboration arbeiten.

Wie blickt ihr ins neue Jahr? Gibt es schon Projekte an denen ihr arbeitet?

Wir haben dieses Jahr so viel Musik released wie noch nie. Das wollen wir beibehalten und da noch mehr als eh schon Genregrenzen sprengen. In Genre-Schublade stecken lassen war uns schon immer fremd und wir stellen uns dem Erfolgskonzept „Ein Thema finden und es tot reiten“ strikt entgegen. Da schütteln viele A&Rs den Kopf aber dann releasen wir die Songs ggf. einfach selber und machen uns so noch unabhängiger von Marketingmaschinerien und Trends.


MARK DEKODA ist schlank dank Lockdown…

Wie schaust du auf das Jahr 2020 zurück?

Es war ein stetiges Auf und Ab – egal ob für Musiker, Clubs, Theater, oder Techniker. Die komplette Eventbranche hatte dieses Jahr leider sehr zu kämpfen. Bei mir persönlich hat es sehr vielversprechend angefangen: Ein Vertrag mit meiner Agentur Bassgeflüster, ein voller Kalender bis in den Herbst, die ersten drei Monate volle Clubs und glückliche Gäste, der Auftritt in Indonesien und ein anschließender Kurzurlaub, bis Corona einiges durcheinander gebracht hat. Lockdown! Eine nie zuvor gekannte Situation für uns aber immer im Hinterkopf gehabt, dass es ja schon bald wieder weiter gehen könnte. Die ersten Lockerungen: gibt es Hoffnungen für die Festivals und Clubs? Das tägliche Durchstöbern des Internets nach Neuigkeiten – Fehlanzeige. Dann kamen die ersten guten Nachrichten aus unserem Nachbarland der Schweiz, denn es durfte dort wieder getanzt werden aber wieso bei uns nicht? Sehr viele Fragen gingen uns allen durch den Kopf aber am Ende war für mich eines klar: Nutze die Zeit in deinem Musikstudio und beende dein Mammutprojekt.

Was hat dich trotzdem im rückliegenden Jahr gefreut und glücklich gemacht?

Ich habe wieder zum Sport gefunden und einiges an Kilos abnehmen können, hatte mehr Zeit für die Familie und meine Musik! Die Erfahrungen, die ich mit meinem Album sammeln durfte und die vielen Interviews bzw. Termine, die dadurch entstanden sind, waren einzigartig. Ich durfte in Finnland und der Schweiz spielen, was mir unglaublich viel Freude bereitet hat und dann kam vor kurzem die Meldung, dass ich weit über 10 Millionen Hörer auf Spotify hatte: Ein persönlicher Rekord.

Hast du neue Acts oder Genres entdeckt, die dich begeistert haben?

Tatsächlich habe ich mir eher viele Titel aus meiner Jugend angehört und mich neu verliebt. Von Linkin Park bis Deichkind war alles dabei. Musik ist so etwas komplexes, eine Zeitreise kann da schonmal vorkommen.

Wird es 2021 also Rock und HipHop von dir geben, oder wie blickst du ins neue Jahr?

Sehr optimistisch blicke ich in das kommende Jahr 2021. Ich will nicht zu viel verraten aber einige Titel sind schon wieder fertig und einen davon wird es in der ersten Hälfte von mir und jemanden zusammen geben, der für sehr viel Gesprächsstoff sorgen wird. Ich wünsche euch allen Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch. Danke für eure Treue!


Teil 2 des PARTYSAN Jahresrückblicks

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