Das Jahr 2020 war ein Auf und Ab mit vielen Einschränkungen, Lockerungen und Zwischenregelungen. Wen dieses Jahr mit Corona aber durchgehend in die Mangel genommen hat waren Künstler und Veranstalter. Kaum Shows, Reisen praktisch unmöglich und trotzdem viel neue Musik. Im PARTYSAN Jahresrückblick wird ein Resumé gezogen.

Regelmäßiger Schlaf, wenig Exzess, viel Zeit zuhause. Klingt erstmal gesund und positiv, für die elektronische Szene aber alles andere als erfreulich. So richtig Spaß macht doch genau das Gegenteil. Wir schauen mit einigen Künstlern in unserer Serie auf das Jahr 2020 zurück. Hier Teil 4.

GREGOR TRESHER – The Return of Sniper Mode

Das Jahr 2020 war für Musiker und Eventmacher ein Auf und Ab. Wie sieht dein Rückblick aus?

2020 war ein schwieriges Jahr für mich, wie für jeden in dieser Branche – Anfang März dachten wir noch ganz naiv, dass das ganze in ein paar Wochen überstanden sein würde – bekanntlich ist es anders gekommen und (noch) kein Ende in Sichtweite.

Gab es trotzdem Ereignisse und Erlebnisse, die dich gefreut und glücklich gemacht haben?

Von vielen Dingen, die mich „glücklich“ gemacht haben, kann ich nicht wirklich berichten. Es war und ist einfach eine schwere Zeit für alle, für die Clubkultur, Techno und die Nacht ein wichtiger Faktor im Leben sind. Es hat mir geholfen, im Studio zu sein, und mich auf Musik zu konzentrieren, aber das kann „the real thing“ natürlich nicht ersetzen.

Wir alle hatten viel Zeit zum Musikhören. Hast du neue Acts oder Genres entdeckt, die dich begeistert haben?

Ein kleiner Lichtblick war, dass ich durch die Streams und Radioshows, die ich gespielt habe, mal wieder mehr in die anderen Genres elektronischer Musik gehört habe. Wenn man jedes Wochenende unterwegs ist und sich auf 2-3 Stunden Sets vorbereitet, läuft man Gefahr, vorrangig Musik zu hören, die voraussichtlich gut ins Set passt – so übersieht man manchmal Perlen abseits seiner favorisierten Stilrichtung. Ich habe viele tolle neue Housetracks gefunden und auch Electro erlebt gerade eine tolle Renaissance, zumindest für mich. So habe ich z.B. auch seit 18 Jahren zum ersten Mal wieder eine Elektro-Platte unter meinem „Sniper Mode“ Alias produziert, die im Februar auf Rawax rauskommt.

Mit welchen Gefühlen blickst du ins neue Jahr?

Mit Zuversicht: Ich denke, dass wir im Sommer – in begrenztem Rahmen – hier und da draussen tanzen werden und hoffe, dass wir irgendwann im Herbst/Winter in unsere geliebten Clubs zurückkehren können. Und ich denke, dass wir uns auf eine Zeit freuen können, in der eine unvergleichliche Stimmung in den Clubs herrschen wird, weil alle so ausgehungert sind. Ich hoffe auf einen Summer Of Love 3.0 – hoffentlich nächstes Jahr, aber spätestens in 2022.

 

 


PRETTY PINK – Jeden Monat ein Track veröffentlicht

Das Jahr 2020 war für Musiker und Eventmacher ein Auf und Ab. Wie sieht dein Rückblick aus?

Keine Frage, dieses nun hinter uns liegende Jahr geht ganz sicher in die Geschichte ein. Anfang 2020 freute ich mich noch auf meine geplante USA Tour, die dann letzten Endes natürlich auf Grund der Pandemie abgesagt worden ist. Genauso wie viele andere Events und Festivals – so wie auch das Tomorrowland in Belgien, auf welches ich mich schon sehr gefreut hatte. Ich bin mir sicher, es war nicht nur für uns Kreative ein schwieriges und für viele auch existenzbedrohendes Jahr. Und es lässt sich immer noch nicht absehen wie viele Clubs, Veranstalter, Labels und Künstler wirtschaftlich durch die Krise gekommen sind. Von den gesundheitlichen Folgen der Pandemie mal ganz zu schweigen. Normalerweise bin ich nahezu jedes Wochenende unterwegs, mit der neuen Situation musste ich erstmal lernen umzugehen.

Seit März ist es leider in den Clubs und bei Partys sehr still geworden. Was hat dich trotzdem gefreut und glücklich gemacht in 2020?

Es hat mich sehr gefreut, zu sehen, dass es schon nach kurzer Zeit lokale und auch nationale Zusammenschlüsse von Künstlern, Veranstaltern oder auch Booking-Agenturen gegeben hat. Ebenfalls finde ich es beeindruckend, dass es auch kreative und junge Startups gibt, die sich mit neuen Möglichkeiten des Streamings oder der anonymisierten Kontaktverwaltung für Veranstalter beschäftigen. Aber all diese Lösungen und Chancen stehen auch ganz klar persönlichen Schicksalen gegenüber. Von daher hoffe ich nicht nur auf neue Entwicklungen im Tech-Bereich, sondern vor allem wünsche ich uns alle Gesundheit.

Wir alle hatten viel Zeit zum Musikhören. Hast du neue Acts oder Genres entdeckt, die dich begeistert haben?

Ich hatte mir Anfang des Jahres das Ziel gesetzt jeden Monat einen neuen Track zu releasen. Diesen Output konnte ich dieses Jahr realisieren und habe tatsächlich 12 Tracks gemeinsam mit verschiedenen spannenden Künstlern gemacht, auf die ich sehr stolz bin. Ich habe auch die Entwicklung meines neuen Labels Deep Woods, welches sich neben Wanderlust ins Leben gerufen habe. Auf Deep Woods präsentiere ich eine Mischung aus Melodic House & Techno, Progressive und Deep House. Die Veröffentlichungen sind in der Szene bisher sehr gut ankommen und ich freue mich den Releasekatalog schon sehr weit vorbereitet zu haben. Dieses Jahr hatten wir einen zweiwöchentlichen Output was sehr viel Office Arbeit bedeutete und ich bin super stolz auf die vielen guten Tracks und Artists mit denen wir arbeiten konnten. Deep Woods war mir als Sublabel von Wanderlust sehr wichtig da es den Kreis zwischen meiner wöchentlichen Radioshow und den Events schließt. In der Planung der Releases sind wir auch schon bis März 2021 durchgeplant und es kommen wirklich sehr viele gute Demos rein. Für 2021 habe ich schon einige Event Planungen auf dem Tisch und sobald Corona unter Kontrolle ist, hoffe ich auch Labelnights planen zu können, In Leipzig, meiner Heimat Region, habe ich hier schon sehr erfolgreich Events über die Jahre veranstaltet. Das möchte ich nun gerne noch ausbauen. Wer gern im passenden Genre eine Demo einsenden möchte: demos@wanderlustmusic.de Ich und mein Team freuen uns auf eure Einsendungen.

Wie blickst du ins neue Jahr? Gibt es schon Projekte an denen du arbeitest?

Mein Vorsatz ist es tatsächlich, mich noch intensiver mit meinem kreativen Output zu beschäftigen. Ich plane jetzt schon mein erstes Album für das nächste Jahr und sammle Ideen und erste Produktions-Skizzen für mein Konzept. Mir gibt nichts so sehr zurück wie die Musik und von daher ist es für mich eine logische Konsequenz, ebenfalls etwas zurückzugeben. Was sich mit meinem Album tun werde. Aber dazu dann im nächsten Jahr mehr. Natürlich sind viele der Veranstalter noch sehr zurückhaltend mit den Planungen und Terminen für das kommende Jahr. Das kann ich absolut verstehen und ich denke das kann jeder nachvollziehen. Dennoch freue ich mich natürlich, dass sie schon erste Termine für Festivals in diesem Jahr im Tourkalender habe. Darunter unter anderem das Tomorrowland Festival in Belgien, das Deichbrand Festival in Norddeutschland und Luft & Liebe Open Air in Duisburg. Drücken wir also die Daumen, dass sich die Zukunft positiv entwickelt und wir alle gesund und sicher miteinander feiern können.


SHADYM – die Szene hält zusammen

Das Jahr 2020 war für Musiker und Eventmacher ein Auf und Ab. Wie sieht dein Rückblick aus?

Das stimmt leider ja. Ich habe das Jahr 2020 eher für mich selbst genutzt und wieder mehr mit Freunden, Familie und Bekannten etwas gemacht, sofern dies „okay“ war. Klar waren hier und dort mal ein paar Livestreams oder Sets, aber großteils war ich dieses Jahr nicht mit Musik beschäftigt.

Seit März ist es leider in den Clubs und bei Partys sehr still geworden. Was hat dich trotzdem gefreut und glücklich gemacht in 2020?

Ich glaube am meisten glücklich gemacht hat mich wirklich die Zeit die man einfach nun auch hatte und am Wochenende genutzt hat. Und am meisten gefreut hat mich, dass man doch sieht, dass die Szene größtenteils zusammenhalten wird und sich gegenseitig schon unterstützt. Das ist in so einer Zeit am wichtigsten.

Wir alle hatten viel Zeit zum Musikhören. Hast du neue Acts oder Genres entdeckt, die dich begeistert haben?

Ich habe um ehrlich zu sein die meisten alten Sachen wieder rausgeholt. Da viele Alben meine Jugend prägen und ich die Sachen immer gerne anhöre. Aber klar neue Künstler sind auch viele dabei gewesen und ich bin definitiv froh über die ein oder andere Platte, haha.

Wie blickst du ins neue Jahr? Gibt es schon Projekte an denen du arbeitest?

Das ist schwierig zu sagen. Ich denke, dass das ganze Thema nicht so schnell rum sein wird und wir uns schon noch eine Weile darauf einstellen müssen zu Hause zu bleiben. Ich gehe eher neutral an die Sache ran und mach mir lieber nicht zu große Hoffnungen. An ein paar Projekten mit anderen Künstlern bin ich schon dran aber möchte noch nicht allzuviel sagen…


Wie das Jahr 2020 trotz und mit Corona für AKA AKA, RAPHEL DINCSOY, PATRIK BERG und viele andere Acts gelaufen ist, gibt es in unserer Jahresrückblick-Reihe hier auf der Seite.

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