Künstler aus dem vereinigten Königreich und Städten wie Glasgow, Leeds, Liverpool und natürlich London haben nicht nur rückblickend einen maßgeblichen Einfluss auf die weltweite elektronische Musikszene genommen. Auch aktuell finden sich immer wieder Djs und Labels in den oberen Chartpositionen oder als Headliner der großen Festivals und angesagten Clubnächte. Bicep, Underworld, Burial, Hot Since 82 oder Carl Cox sind nur einige wenige Beispiele. Doch auch der Untergrund in UK schläft nicht und bringt immer wieder spannende und frische Projekte an die Oberfläche. Darunter das englische Label Motek Records auf denen auch regelmäßig deutsche Künstler wie Ruede Hagelstein, Ron Flatter, Acado oder Miyagi releasen. Internationale Zusammenarbeit wird hier genau so groß geschrieben wie die Liebe zu guten Raves, Musik mit Qualität und einem Bewusstsein für nachhaltigen Groove. Zeit für ein kurzes Gespräch mit den Labelheads und DJs „Navitas“ und „DelFin„, die mittlerweile nicht nur in UK, sondern auch auf dem Amsterdam Dance Event oder Sisyphos in Berlin auflegen.

Starten wir mal mit dem wichtigsten der Musik – was war euer letztes Release auf dem Label?

Uncharted Waters ist eine VA Compilation, in der wir fantastische Musik etablierter, aber auch aufstrebender talentierter Künstler zusammengetragen haben. Mit unserer bisher dritten Stand-Alone-Compilation wollten wir das Sound-Spektrum aufzeigen, für das wir stehen. Von Straight-Up-Tech bis Deep, Melodic und Breaks ist alles vertreten. Bis die endgültige Auswahl stand, war es ein langer Weg, der sich aber gelohnt hat. Auf das Ergebnis sind wir sehr stolz. Aktuell ist nun eine EP von Turbokitchen mit My Favourite Robot und Marcus Sur Remix am Start.

Wo genau in UK befindet sich euer Label? Und welche Impulse gibt euch eure Heimat?

Motek wurde in London ins Leben gerufen, als wir alle drei dort lebten. Zu Beginn konzentrierten wir uns auf Clubbing-Events mit ursprünglichem Charakter. Mit namhaften DJs veranstalteten wir in kleinen Underground Locations Partys in privater Atmosphäre. Jeder war willkommen und im Vordergrund sollte vor allem die Musik stehen. Diese Prämisse nehmen wir uns auch für alle anderen Motek Projekte zu Herzen. Was die Musik des Labels anbelangt, konzentrieren wir uns nicht unbedingt nur auf die Londoner Szene. Wir agieren global und der Großteil unserer Künstler stammt außerhalb von UK.

Was ist für euch besonders reizvoll daran, ein Label zu führen?

Besonders schätzen wir, dass wir dank der Label-Arbeit mit Leuten aus der ganzen Welt und den unterschiedlichsten Kulturen zusammenkommen. Sei es online oder, was natürlich noch schöner ist, im wahren Leben. So sind schon viele großartige Freundschaften entstanden. Daneben ist es immer wieder ein ehrwürdiges Gefühl, wenn wir auf all die Werke zurückblicken, bei deren Schaffungsprozess wir die Künstler tatkräftig unterstützt haben. Hinzu kommt das Daily Business: Verträge aushandeln, Pressemitteilungen verfassen, Promo-Strategien entwickeln und Social-Media. Auch das sind spannende Aufgaben, die wir mit Freude angehen.

Lasst uns mal zurückschauen – welches war euer bedeutendstes Erlebnis? Und warum?

Besondere Momente für uns waren, als Matt Hardinge vor ein paar Jahren für Tale Of Us und Richie Hawtin die Openings gespielt hat. Aber nichts geht über unsere eigenen Motek Events, hier können wir dann zeigen, woran wir mit viel Mühe gearbeitet haben und eine tolle Zeit mit unseren Freunden genießen.

Welche musikalische Ära oder welcher Style beeinflusst euch als DJs besonders?

Das erste Mal mit elektronischer Musik in Berührung kamen wir bereits in den 90ern durch das Radio, noch bevor wir überhaupt auf Partys gehen konnten. Die Szene des Progressive House und Underground Trance hat uns sehr beeindruckt, insbesondere so großartige Label wie Hooj Tunes, Platipus und Mixe wie Northern Exposure von Sasha & Digweed, Mixe von Global Underground und die ganze Renaissance Reihe. Natürlich nicht zu vergessen die klassischen Acts der 90er wie Chemical Brothers, Crystal Method, Underworld und Leftfield!

Wo seht ihr euch als Künstler in der Welt der elektronischen Musik in ein paar Jahren? Und euer Label?

Unser Ziel ist es, weiterhin darauf aufzubauen, was wir gerade tun: einzigartige Dance Music und Künstler aufspüren. Bei unseren Releases wollen wir weiterhin unseren eigenen musikalischen Vorlieben treu bleiben, dabei auf freshen Sound setzen und nicht unbedingt dem folgen, was gerade als Trend vorgegeben wird. Leider lassen sich viele davon verleiten. Im Grunde möchten wir einfach nur die Motek Brand mit Showcases, Label und dem gerade gegründeten Verlag weiter aufbauen.

Wer weiß, wohin uns das alles noch führt!

Motek bei Beatport & Spotify

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