Zombie Nation > Black Toys + White Trash made in Germany.

Zombie Nation ist das Techno- und Electro-Projekt des Münchener DJ und Produzenten Florian Senfter (alias Splank!). Bis 1999 war auch Emanuel Günther (alias Mooner) an dem Projekt beteiligt. Anfang 1999 erschien die erste Zombie Nation 5-Track Maxi auf DJ Hell´s Label International Deejay Gigolo Records.

Der auf dem Debüt-Album enthaltene Song „Kernkraft 400“ wurde weiterlizenziert, und ein Remix des Songs ging in England auf Platz zwei der Charts, in Griechenland und Dänemakr sogar auf die Pole Position. Seit 2001 veröffentlicht Splank! auch unter dem Pseudonym John Starlight. Auftritte von Zombie Nation haben einen ganz eigenen Charakter: White Trash made in Germany. Gerade erschien das neue Album “Black Toys” auf dem eigenen Label UKW.

„Black Toys“ ist nun dein drittes Album. Was sind „black toys“?

Schöne, einleitende Frage. Leider habe ich darauf keine befriedigende Antwort. Es klingt gut und du denkst dir was soll das eigentlich sein? Und dann hat der Titel schon sein Ziel erreicht, wenn dein Kopf anfängt zu arbeiten.

Wie ist deine Vorgehensweise im Studio? Welche Geräte benutzt du?

Hauptsächlich arbeite ich mit der Akai MPC 4000, habe aber im Studio noch viele andere Spielzeuge rumstehen. Ich gehe bei jedem Song anders an die Sache ran, so komme ich auf die besten Ideen. Normalerweise setze ich mich einfach hin und spiele rum, und so kommt dann ein Pinselstrich zum nächsten. Es kommt eher selten vor, dass ich vorher schon eine genaue Idee vom dem habe, wie dann das Ergebnis aussehen soll.

Was ändert sich beim live darbieten des Album-Stoffes?

Wenn ich live spiele, arrangiere und mische ich die Songs live. Dabei stellt sich manchmal heraus, dass der eine oder andere Song nicht so gut live umzusetzen ist. Der wird dann drei bis vier Mal live ausprobiert und fliegt dann zugunsten eines anderen wieder raus. Ab und zu werden die Songs aktualisiert, das heisst, dass ich im Liveset noch ein paar Elemente hinzufüge, die mir im Laufe der Zeit so einfallen. Der Song ist quasi lebendig und bleibt nie in einer Form.

Welche Musik inspiriert dich im Moment? Was hörst du persönlich zu Hause?

Zu Hause höre ich zur Zeit zum oft Curtis Mayfield oder Fela Kuti. Mir gefällt der Sound vom Aufnahmen aus den 70er Jahren allgemein. Die Songs klingen viel wärmer und dynamischer.  Das liegt wohl einerseits an der Technik, dass noch auf Band aufgenommen wurde, und andererseits wohl auch an einem gewissen Ästhetik-Empfinden, das heute natürlich anders ist. Aber ich finde es interessant, wenn man das in die heutige Zeit transportiert, wie das  zum Beispiel Emperor Machine machen.

Sind weitere solcher “lustigen” Sache wie Kernkraft 400 geplant?

Nein, “Kernkraft 400” war ja so auch nicht geplant. Da handelte es sich um eine Verkettung von mehr oder weniger glücklichen Zufällen.

Mit „Kernkraft 400“ wurde eine Art Konsenshit gelandet. Stört es dich, immer wieder damit assoziiert zu werden?

Nun, das ist halt anscheinend so, wenn man einmal einen richtigen Hit landet. Ich denke halt immer nach vorne, und der Song ist sicher ein Teil des Projektes, spielt aber für das was ich mache oder warum ZN 2006 immer noch erfolgreich ist, sicher keine so grosse Rolle.

Was war damals in Italien los? Cirillo hatte ja die Rechte, den Track in Italien auf seinem Label Spectra zu veröffentlichten.

Was da genau los war, lässt sich nicht mehr ganz nachvollziehen. Die Jungs haben auf jeden Fall auch Bootlegs ohne Ende gemacht. Gezahlt haben sie aber nie einen Cent. Und gefragt hat mich auch nie einer, ob mir das gefällt oder nicht.

Was ist mit deinem Side Project John Starlight? Was ist der Unterschied musikalisch zwischen John Starlight und Zombie Nation?

Für mich selber gibt es da keine ganz klare Linie. Tendenziell denke ich, dass der John Starlight ungehobelter ist, und der Zombie vielleicht etwas freundlicher. Komisch denn eigentlich müsste es vom Namen her umgekehrt sein, fällt mir gerade auf. Verdammt, was ist da nur wieder schief gelaufen (lacht).

Warum hast du 2002 dein eigenes Label Dekathlon gegründet und nicht einfach den Vertrag bei Gigolo verlängert. Bedingt ein eigenes Label nicht viel mehr Arbeit?

Bei Gigolo hatte ich zu dem Zeitpunkt zwei Maxis und ein Album gemacht, und ich wollte einfach etwas anderes machen. Im Gigolo-Office hat damals auch die Belegschaft gewechselt, und das schien mir der richtige Zeitpunkt zu sein. Natürlich bedeutet ein eigenes Label mehr Arbeit, aber es ist ja auch eine Herausforderung. Ich denke, es war einfach der logische nächste Schritt für mich.

Wie stehst du zu Hell, der dich ziemlich schnell fallen gelassen hat und in Interviews sagte, dass ihm dein Material nach der ersten LP nicht gefiel?

Nun, Tatsache ist, dass er das Projekt nach dem anfänglichen Erfolg blockiert hat. Das lief eher subtil ab, war aber nicht besonders freundlich. John Starlight ist eigentlich ein Resultat daraus, dass Hell so viele Songs abgelehnt hat. Das ganze John Starlight-Album inklusive „Blood Angels“ sind alles Songs, die bei Gigolo ohne weiteren Kommentar abgelehnt wurden. Ich bin froh, dass ich da raus bin.

Das Dekathlon-Sublabel UKW ist exklusive den Projekten Zombie Nation und John Starlight vorbehalten. Warum? Interessiert es dich nicht, Material anderer Künstler zu veröffentlichen?

Das könnte ich dann ja auf Dekathlon tun. UKW dient nur dem Zweck, dass ich meine eigenen Songs raus bringen kann wann und wie ich will. Und ich will Musik machen, nicht mit Vertrieben telefonieren. Ein „normales“ Label zu unterhalten grooved genau so viel, wie ein Schuhgeschäft oder ein Autohandel.

Was darf man bei einem Live-Auftritt erwarten? Spritz da immer noch Blut? Trägst du eine Gasmaske oder ähnliches?

Ich sammle Masken, das hat sich irgendwie zu meinem Hobby entwickelt. Ich habe live auch immer einige Utensilien dabei. Aber oft bleibt das Zeug auch in der Kiste, das muss halt einfach passen, ich mach ja kein Kasperletheater. Oder nur manchmal zumindest, haha!

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