Kerstin Eden ist Freunden von technoiden Klängen nicht erst seit gestern ein Begriff. Sie selbst war sich wohl gar nicht bewusst, welche enorme Wirkung eine folgenreiche Entscheidung haben würde. Denn 2003 nahm sie sich das Bügelbrett ihrer Mutter und stellte ihre 1210er und einen Mixer darauf. Und heute ist sie ein Mitglied der berühmten „Abstract Familie“ und hat sich mit ihrem Sound und Mixen eine fest Fanbase erspielt.

Auch bekannt für spezielle Marathon-Sets bis zu 16 Stunden ist Kerstins Ruf als unersättliche Soundmaschine kontinuierlich gewachsen. In den letzten Jahren spielte sie in riesigen Clubs und Festivals wie: Tresor, Bar25, Nature One, Mayday, Rave on Snow, Winterwelt, Loveparade, Syndicate, Ruhr in Love und vielen weiteren. 2012 begann sie endlich ihre eigenen Tracks & Remixe zu veröffentlichen und hat auf Labels wie Naked Lunch Recordings, Heavy Snatch Records, Citylife Records etc. unterschrieben. Nachdem sie gerade auf der Nature One zusammen mit Pappenheimer aufgelegt hat, schießt sie nun einen gewaltigen Remix der in Zusammenarbeit mit Pascal Feos für Technolegende Torsten Kanzler entstanden ist. Wir haben uns mit Kerstin unterhalten.

Hallo Kerstin, vielen Dank für Deine Zeit. Bei Dir ist ja gerade einiges los. Wie war es auf der Nature One 2018?

Hallo zusammen. Ja das stimmt, zurzeit passiert eine Menge, ein Highlight jagt das nächste, wie zum Beispiel die Nature One. Ich hatte 2 tolle Closing Gigs an 3 wundervollen Tagen, umgeben von einer ganzen Menge sehr guter Freunde. Die absolute Krönung war natürlich wieder das große Century Circus Closing zusammen mit dem lieben Pappenheimer. Es ist einfach unbeschreiblich vor so vielen Leuten auf dieser mächtigen Anlage zu spielen! So viele Emotionen!

Welche Gigs haben Dich dieses Jahr noch besonders geflashed?

Da gab es einige, vor allem der Sommer hatte es in sich. Ich durfte auf gefühlt 100 Festivals spielen und jedes davon war auf seine Art wundervoll. Überall steckte so viel Liebe drin, natürlich hat auch das gute Wetter seinen Teil dazu beigetragen. Hängen geblieben ist auf jeden Fall das Ikarus Festival, da war es wohl so gut, dass sich mein Blinddarm kurz darauf verabschiedet hat. Oder auch das Sea You Festival und die dazugehörige Afterparty im Hans-Bunte Club, hab selten soviel gelacht. Es gab aber auch eine Menge schöner Clubgigs wie zum Beispiel die verschwitzte und sehr intensive Nacht auf Schloß Erbach in der Nähe von Ulm im April. Der für mich emotional schönste Gig war aber wohl vor kurzem erst das Revival in meinem ehemaligen Resident Schuppen Uschi & Bärbel in Saarbrücken. Es tat so gut sich mal wieder 12 Stunden lang in dem winzigen Keller auszutoben und direkt an der Base zu sein.

Und auf welche freust Du Dich besonders?

Ich freu mich auf alle Gigs, denn jeder macht Spaß 🙂 Jetzt stehen erstmal die letzten Sommer Festivals, wo es auch noch mal zwei b2b Gigs mit Pappenheimer geben wird. Das macht uns beiden immer tierisch viel Spaß. Und dann startet auch schon die Clubsaison mit Partys in Karlsruhe, Wuppertal, Regensburg, Augsburg, Köln, Passau und mehr. Am meisten freu ich mich aber wohl auf mein Heimspiel im September in meiner Heimat, im Fusion Club Münster. Dort habe ich meine allerersten Techno Partys erlebt. Und dann kommt noch die traditionelle große Abfahrt Würzburg Nacht im Dezember, wo wieder alle meine Lieblings Kollegen auf einem Fleck vereint sind. Man kann es auch das Weihnachtsfest der Hausdegen nennen. Jedes Jahr einfach nur sensationell!

Gibt es Clubs in denen Du Dich wohler fühlst als in anderen?

Ich fühl mich zwar eigentlich überall wohl, aber da gibt es natürlich eine Handvoll Lieblings Clubs. Dazu zählt die eben schon genannte Uschi & Bärbel in Saarbrücken, aber auch die Kantine in Augsburg oder der Lehmann Club in Stuttgart.

Was bedeutet für Dich persönlich Techno? Was macht die Szene für Dich aus?

Techno bedeutet mir alles! Es ist die Art zu leben, zu fühlen, zu handeln und Gemeinschaft zu teilen. Es ist ein allgegenwärtiges Lebensgefühl und damit das Bindeglied unter den echten Szene Gängern. Einfach nicht wegzudenken.

Gerade hast Du zusammen mit Pascal Feos einen Remix für Torsten Kanzlers Album HOME gemacht. Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Torsten Kanzler und Pascal Feos?

Na das ist ja ganz einfach. Torsten Kanzler ist einer meiner liebsten Kollegen bei abstract und mit Pascal Feos bin ich seit 7 Jahren ein Paar. Die beiden sind auch untereinander cool miteinander und haben gegenseitig größten Respekt vor der Produktionsarbeit. Da war es eigentlich nur eine Frage der Zeit bis wir mal gemeinsam was machen.

Worauf freust Du Dich- was steht bei Dir an?

Ich freu mich auf hoffentlich viele schöne Gigs, gute Musik und tolle Momente mit vielen Gleichgesinnten!

Vielen Dank!