Jerry Spoon ist ein Schweizer Produzent elektronischer Musik und steht auch hinter Studio Voisier. Sein international beachteter musikalischer Output reicht von melodischem, organischem House bis hin zu organischem Downtempo und Slow House mit tanzbaren 90 bis 116 BPM. Seine Fähigkeit, organische Sounds, Melodien und Rhythmen zu kombinieren, verwandelt seine Tracks in einzigartige Produktionen, die vom ersten bis zum letzten Beat Geschichten voller Wärme und verspielter Details erzählen. Veröffentlichungen auf Labels wie WAYU Records und kommende Arbeiten auf Pipe & Pochet und Cafe de Anatolia ebnen den Weg für den talentierten Produzenten, der seine ausgewählten Tracks aus den endlosen Schweizer Alpen in die Welt fliegen lässt. Wir haben mit dem jungen Produzenten gesprochen.

Du bist nun schon einige Zeit als Produzent und Musiker unterwegs – gab es einen besonderen Moment, an welchem Du Dich für die Musik entschieden hast?

Tatsächlich wollte ich etwa mit 8 Jahren Schlagzeuger werden, da mein älterer Bruder das jedoch schon erfolgreich (laut in der Wohnung) ausübte, durfte ich das nicht. Das zweit coolste Instrument war dann halt die Gitarre. Ich erhielt meine erste Klassische Gitarre und nahm ab 9 Jahre wöchentlich Unterricht. Irgendwann wurde die Schülerband auf mich Aufmerksam und so nahm das alles seinen Lauf.

Und wie kam es dann im Laufe der Zeit zu Organic House und Downtempo?

Als die Schülerbad zu einer Jugend-Band heranwuchs und wir mit der Zeit selber verantwortlich fürs Organisieren der Proben und Konzerte wurden, liess die Gruppen-Dynamik mit der Zeit etwas nach. Mit 4-5 Menschen Musik zu machen erfordert viel Disziplin, von allen Beteiligten. Weil mir die Band nicht immer meinen Ansprüchen genügte, experimentierte ich zuhause mit Cubase – machte kurze Songs, nahm meine Gitarre auf und Programmierte einfache Drums. Etwa 2013 zeigte mir ein Freund Ableton Live, Beats basteln ging so deutlich schneller.

Meine ersten Elektronischen Songs waren noch sehr wild und experimental. Erst 2016, als ich in einem Gemeinschafts- Studio (es war im Wohnzimmer meiner damaligen WG), kam ich im Austausch mit den Mitbewohnern und auch deren Freunden, in den Genuss, auch von langsameren Beasts. Diese waren damals noch eher in Richtung Trip-Hop, keine 4 on the floor Beats. Immer mehr ging das jedoch in eine Technoide Richtung. 2017 entstand After Fall, meine erste offizielle Single als «Jerry Spoon».

Meine damaligen Mitbewohner Marküs und Strunzli haben haben mich wohl auch etwas beeinflusst. Bei uns gab es viele Dachterrassen-Partys wo auch oft Downtempo und Organic House gespielt wurde. Somit kahm wohl vieles durchs Umfeld. Das mischen von Organischen Elementen mit Club- Beats mochte ich jedoch schon immer.

Und welchen Anspruch hast Du an Deinen Sound und Deine Produktionen? Hast Du eher den Dancefloor oder Hörer vor den Speakern daheim im Kopf?

Grundsätzlich produziere ich, momentan jedenfalls, nicht der typische Club Sound. Meine Songs sollen eine Geschichte erzählen und eine Stimmung vermitteln. Das liegt aber wohl auch daran, das ich selber kein DJ bin – Angenommen ich wäre es, würde ich die Songs wohl auch selber im Club spielen und sie anders aufbauen. Für bewusstes hinhören ist mir Club Musik aber oftmals etwas zu karg. Aber wer weiss, eigentlich würde ich gerne mal einige Songs produzieren, die mehr Club tauglich sind.

Gibt es Künstler oder Labels, die Dich auf Deiner Reise als Artist besonders geprägt haben?

Die gibt es weniger. Klar muss ich versuchen meine Musik in eine Stilrichtung zu lenken, da man es sonst in der heutigen Zeit als Künstler schwer hat «ge-playlistet» zu werden, dennoch mache ich, was mir gefällt und lasse mich wohl eher meistens nur unterbewusst von anderen Künstlern beeinflussen. Ich ahme niemanden nach. Aber mittlerweile habe ich viele Producer Freunde und Labels die Ich bewundere zb. Ben & Vincent, Pandhora oder Turu Anasi. Oder Labels wie WAYU Records, Art Vibes und Pipe and Pochet.

Im internationalen Kontext ist Organic House mittlerweile eine wichtige Größe geworden. Wie siehst Du die Entwicklung der globalen Szene?

Die Szene wächst tatsächlich schnell,auch nach meinem Gefühl. Wir hatten auch schon Diskussionen mit Beatport auf Facebook, das Organic House von Downtempo getrennt werden sollte. Viele springen auf den Zug auf, mittlerweile gibt es schon fast «den» «Kommerz» Organic House – Dann gibt es aber auch noch die Künstlern, die die Stil-Richtung verfeinern und somit neue Sub-Genres erschaffen wie zb. Ethno House.

Du hast bereits selbst mit internationalen Labels und Künstlern zusammengearbeitet – was hast Du für dieses Jahr noch geplant?

Ganz stolz bin ich auf den kommenden Release von Pandhora am 15. März 22 der auf Pipe and Pochet erscheinen wird, ich durfte hier einen Remix beisteuern. Auf House Music With Love (HMWL) kommt nach dem Vinyl Release auch noch der entsprechende Remix auf den Digitalen Plattformen. Ich werde 2022 weiterhin Internationale Labels ansteuern, werde aber sicherlich auch auf meinem Label wieder Tracks veröffentlichen. Also da kommt noch so einiges! 😊

 

Jerry Spoon bei Instagram | Spotify | Beatport

Studio Voisier

(Fotos: Isabell Otth)

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

Die folgenden im Rahmen der DSGVO notwendigen Bedingungen müssen gelesen und akzeptiert werden:
Durch Abschicken des Formulares wird dein Name, E-Mail-Adresse und eingegebene Text in der Datenbank gespeichert. Für weitere Informationen wirf bitte einen Blick in die Datenschutzerklärung.