Einen schönen Zoo der Exoten hat sich der musikalische Direktor Philipp Fein da im Laufe der Jahre aufgebaut. Vor allem die breite Auswahl an Genres macht das Musiklabel Feines Tier aus Köln so spannend und einzigartig. Es gibt liebevoll hergerichtete Vogelvolieren mit bunt gefiederten Akteuren neben Gehegen voll dynamischer Nachtschattenproduzenten und üppig gestaltete Freilaufbereiche für musikalischen Output unterschiedlichster Couleur zwischen Downtempo, Hip-Hop über House bis hin zu Indie Dance und weiteren artverwandten Bereichen.

Ein Besuch auf der Bandcamp Page des Labels gestaltet sich daher aufregend und kommt einer Safari gleich. Und so unterschiedlich die Künstler und deren Veröffentlichungen in digital und auf Vinyl auch sind, so eindeutig ist doch die Handschrift des Musiklabels.

Musikalische Qualität und ein vorauseilendes Gespür für den Zeitgeist und sogar teils Hingabe zur Zeitlosigkeit prägen die Arbeit und ziehen sich wie ein roter Faden durch alle Bereiche bei Feines Tier.

Müsste man drei Ankerpunkte in der internationalen Label-Landschaft setzen, um Feines Tier einzuordnen, so kämen vielleicht Ninja Tune, AUS Music und DFA von James Murphy in Frage.

 

Die spürbare Liebe zur Musik und zu einem nicht immer zwingend funktionalen aber dafür authentischen Sound gehen auch sicherlich auf die Wurzeln des Labels zurück. Gegründet wurde „Feines Tier“ vor über zehn Jahren von vier Freunden als unregelmäßige Offlocation-Partyreihe in Köln, aus welcher nach einiger Zeit eine professionelle Partyreihe wurde – weitergeführt von zweien der Ursprungsmitglieder, nämlich Amon Nanz und Philipp Fein.

In 2012 erschien dann auch die erste Platte, welche nicht nur hierzulande sondern auch international in den Plattentaschen landete und durch die Boxen der Clubs drang.

2016 waren die „feinen Tiere“ 2/5 der Inhaber des temporären Clubprojekts „Jackwho“ in Köln-Ehrenfeld. Auf demselben Gelände, dem alten Güterbahnhof von Köln, gestaltet Amon nun maßgeblich den Aufbau eines Kulturzentrums und Philipp führt das Label.

Partys veranstalten beide weiterhin gemeinsam unter dem Namen Feines Tier – oft in Kooperation mit den Freunden von Laut & Luise, die im nächsten Jahr selbst einen eigenen Club in Ehrenfeld in Köln eröffnen werden.

 

Diese Geburt des Labels aus der Partybewegung heraus schafft eine untrennbare Verbindung zur Szene. Es wird dem Trend nicht hinterhergelaufen, hier wird er vielmehr gesetzt.

Und trotz der Covid Krise oder vielleicht auch als Katalysator um mit dieser beklemmenden Situation umzugehen, veröffentlicht das Label aus Köln unter Philipp Fein innerhalb der letzten Monate Schlag auf Schlag hochkarätige Alben und Singles. Produktionen und Remixes, welche sich im Kopf festsetzen, ungeahnte Gehirnareale miteinander vernetzen und den Körper mit einer angenehmen Wärme ausfüllen.

Wer das Glück hat einige der teils schnell ausverkauften Veröffentlichungen auf Vinyl sein Eigen zu nennen, wird die Magie des Labels greifbar spüren. Sind es doch in letzter Zeit vor allem die entschleunigten Releases gewesen, die zum durchhören der Werke anregen und die Welt um einen herum für einen kurzen Moment stillstehen lässt. Doch auch genauso die tanzbaren Veröffentlichungen sorgen für elektrisierende Momente und gesteigerte Endorphin Ausschüttung.

Nachdem Hounah (bekannt auch als Daniel Nitsch von The Glitz) und Luca Musto gerade erst ihre Alben auf Feines Tier veröffentlicht haben, erscheint im Dezember nun noch eine frische LP von Johannes Klingebiel. Und auch für 2022 stehen schon die ersten Releases in den Startlöchern – man darf also gespannt sein. Es wird fein.

Feines Tier bei Bandcamp

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