Kopenhagen ist seine Heimat und sein Laptop verbindet ihn mit dem Rest der Welt  Anders Trentemøller hat im Frühjahr 2005 bereits einen der Tracks des Jahres released, das grandiose Physical Fraction. Ein sich langsam anschleichender, minimaler Floorstormer, der von der nationalen und internationalen DJ-Elite höchste Anerkennung fand. Seitdem häufen sich die Remix-Anfragen beim sympathischen Dänen und weitere eigene Produktionen wie Polarshift auf Poker Flat zeugen davon, dass Trentemøller mitnichten eine Eintagsfliege ist, sondern erst anfängt…


Anders, schön, Dich im Gespräch zu haben. Ich bin sicher, Dein Zeitmanagement ist momentan etwas schwierig zu handlen, also beschränken wir uns auf ein kleines Interview. Gibt es für Dich offensichtliche Veränderungen seit dem immensen Erfolg von Physical Fraction?

Ja, ich spiele seitdem sehr viel live, in vielen verschiedenen Ländern und ich bin echt überrascht und geehrt, dass so viele Menschen meine Musik so gut kennen.

Wie viele Remix-Anfragen bekommst Du im Moment und von wem kam die Anfrage für den Remix, an dem Du momentan arbeitest?

Ich bekomme 3 oder 4 jede Woche! Leider sind die meisten für cheesige Ibiza-House-Nummern, denen ich nicht viel abgewinnen kann. Ab und an kommt aber auch eine Anfrage, die mich wirklich interessiert. Ich mache zum Beispiel einen Remix für die nächste Royksopp-Single und einen für Darren Emerson, darauf freue ich mich…

Wie würdest Du einem Aussenstehenden einen typischen Trentemøller-Track erklären, was macht ihn aus?

Ich verbringe eine Menge Zeit damit, meine Sounds zu produzieren und kleine Details im Arrangement unterzubringen. Ein Track darf nicht zu monoton werden, es soll ein Trip sein, der sich entwickelt.

Wie können wir uns Deine Studioarbeit vorstellen, hast Du ein Main Concept, wenn Du etwas neues anfängst oder ist es mehr ein intuitiver Prozess?

Ich habe keine feste Routine, es hängt immer sehr stark vom Vibe und meiner jeweiligen Stimmung ab, ich mache ja nicht nur Techno und House, sondern auch Ambient oder Rock. Wenn ich Techno und House produziere, starte ich oft mit einem deepen Groove oder einer punchy Bassline.

Ich habe ein Statement von Dir gelesen, in dem Du erwähnst, dass ein Künstler sich und seine Emotionen Deiner Meinung nach besser im Rock-Bereich ausdrücken kann  Warum hast Du dann elektronische Musik als Dein persönliches Spielfeld auserkoren?

Das stimmt, ich mache zwar seit ca. 2 Jahren fast ausschliesslich elektronische Musik, arbeite aber momentan auch an einem Rock/Electronica-Album für einen Dänischen, sehr talentierten Sänger und Komponisten namens Mikael Simpson. Du kannst natürlich auch in Dance-Music Emotionen ausdrücken, aber im Rock hast du nicht nur den Erfolg auf dem Dancefloor als Vorgabe, ein Rock-Tune ist eben auch für die heimische Stereo-Anlage und entspanntes Hören designt.

Welche Deiner eigenen Produktionen oder Remixe ist bis Dato Dein persönlicher Favorit?

Ganz klar Physical Fraction, Chameleon und Polar Shift. Die Remixe, die mir am besten gefallen, sind die für Shadowboxing (Martinez) und Coincidance (Schaffhäuser). Um ehrlich zu sein, mag ich meine anderen Remixe rückblickend nicht so besonders, da mich die Originale nicht wirklich inspiriert haben… Deshalb bin ich jetzt auch sehr viel wählerischer mit der Auswahl.


NEXT DATES:
26.08. Morfin, Hamburg
27.08. Suxul, Ingolstadt
08.10. Sternradio, Berlin

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