Am 08.08. gibt es die nächste Flying Deep in Straubing die sich in den letzten Monaten zum lokalen Geheimtipp gemausert hat. Gastgeber und Plattendreher Sven Zeh und Akula sorgen für die musikalischen Höhenflüge und Tiefgänge in diesen genialen Unterirdischen Gemäuern. Let`s dance…!

Nachfolgend das Interview mit Akula, vielen noch bekannt als Urgestein Niederbayrischer Clubszene unter dem namen “Volcom“.

Hi Bernhard, wie kams zu Deinem neuen Namen?

Naja, Akula ist mein echter Name. Auf russisch bedeutet er Haifisch und das find ich schon ziemlich cool. Damals wusste ich das noch nicht. Mein Opa stammt ursprünglich aus der Ukraine und hat mir das nicht erzählt. Da ich auch durchs Wellenreiten eine starke Verbindung zum Meer habe und mittlerweile einfach gerne meinen Namen trage, liegt es für mich nahe diesen auch als DJ zu verwenden.

Du warst ja als DJ in Straubing lange Zeit nicht wegzudenken. Dann wurde es ruhig um Dich und jetzt bist Du wieder aktiv. Wie kams zu dieser Entwicklung?

Meine aktive Zeit als DJ von ca. 93-98 war wirklich super – unser Stage Club, die anderen Clubs, die großen Raves, aber auch die illegalen Parties und natürlich die Paraden – allen voran die Loveparade. Musik war einfach das Wichtigste für mich.

Dann gabs aber auch eine Zeit, wo ich den ganzen Tag in verschiedensten Plattenläden stand und letztendlich mit nur einer Platte nach Hause gefahren bin. Damals hat mich das schon ziemlich angenervt, dass es scheinbar nix Neues mehr gab – es war als würde für mich jetzt einfach etwas anderes auf dem Plan stehen.

Ab 99 hab ich mich dann dem Aufbau meiner Firma vionic gewidmet und vielleicht auch bisserl zu viel gearbeitet ;).

Letztlich hab ich aber mit der Musik nie ganz aufgehört. Ich hab weiterhin Musik gekauft, gehört sowieso, und Klavierunterricht genommen.

Was genau war das?
Ab einem gewissen Zeitpunkt konnte ich im Grunde nicht mehr so auflegen, wie ich das gerne getan hätte. Sofort nach dem Erscheinen von Final Scratch, dem ersten System, um digitale Files wie Platten zu spielen, habe ich es mir gekauft. So konnte ich auf der einen Seite weiterhin meine Platten kaufen, andererseits aber auch digitale Musik spielen. Das führte auch dazu, dass ich meine Plattensammlung nie digitalisierte.

Irgendwann war’s so, dass ich meine Musik verstreut über alle Kanäle hatte – Platten, CD’s, Mp3’s, Playlists bei Youtube, Soundcloud, etc. Ein richtig smoothes Auflegen war damit schwer möglich. Auch war es immer schwieriger, das Gewünschte schnell zu finden.

Bei einer Party hab ich dann mal spontan mit Iphone und Ipad mehr rumgefriemelt als aufgelegt. Trotzdem haben die Leute bis in die Puppen abgerockt. Am nächsten Tag habe ich den Entschluss gefasst, ab sofort mindestens einen geilen Track pro Tag auf eine Liste zu setzen, die ich dann in regelmäßigen Abständen kaufe. So war der Plan, dass ich in einem Jahr zumindest wieder 350 super Nummern hab. Nach 2 Monaten hatte ich bereits über 200 echte Knaller auf meiner Liste und war schwer begeistert.

Genau zu dem Zeitpunkt habe ich auch „zufällig” meine alten DJ-Kollegen wiedergetroffen. Vielleicht mehr als zufällig. Als ich auf dem Weg von einer Party in Regensburg noch in Straubing Halt gemacht habe, stand plötzlich Sven Zeh hinter den Turntables. Sven war früher ja auch bei uns im Stage Resident. Wir hatten uns wohl über 15 Jahre nicht mehr gesehen und ich hab mich richtig gefreut. Dabei hat er mir von seiner nächsten Party im Steiningers erzählt, wo ich ihn dann natürlich auch besucht hab. Als er mich gefragt hat, ob ich nicht mal mit ihm auflegen möchte, wusste er noch nicht, dass ich wieder aktuelle Musik kaufe. Er hatte sich paar Classics gewünscht 🙂 2 Monate nach meiner Neu-Musik-Kauf-Aktion stand ich also nach 15 Jahren „Abstinenz” wieder im Club – hinter den Turntables.

In der Zwischenzeit habe ich auch meinen Buddy Vincent Fries aka Italo Brutalo wiedergetroffen. Wir haben gemeinsam in alten Zeiten geschwelgt und unheimlich viel gelacht. Das letzte Jahr waren wir dann öfter im Studio. Wenn man weiß, wie es in seinen Studios aussieht und welche Kultgeräte und Synthesizer-Schätze dort rumstehen, kann man sich vielleicht vorstellen, was das für ein Wahnsinnsglücksfall für mich war. Ich habe zwar noch Equipment in meinem Studio, aber letztlich ist das wie mit einem Instrument. Man verlernt es nicht komplett, ist aber einfach nicht mehr so sicher und virtuos.

Ein weiterer lustiger „Zufall“ ist, dass mit dem Plutonium in Strasskirchen genau die Location wieder aufgemacht hat, wo ich vor genau 20 Jahren meine ersten DJ-Gigs hatte. Das find ich schon ziemlich cool – die junge Crew, echt gute Partys mit super Stimmung und teilweise krasser Deko. Bei einigen Events kommen die Leute von überall – auch mal 500 Kilometer und mehr. Dort hatten wir auch schon mal eine Afterhour für den ersten Steiningers-Event.

Die nächste Party ist im eben angesprochenen Steiningers. Der Titel „ FLYING DEEP” und der Flyer sind ja fast schon geheimnisvoll. Warum dort? Und was erwartet uns?

Erstmal find ich die Location hammergeil. Seitdem ich 2013 in diesem Kellergewölbe gestanden bin, hat es mich nicht mehr losgelassen. Für mich passt da alles: super Atmo, klein, mit richtig guter Aufteilung. Und der Sound ist da unten einfach mega. Es erinnert mich an Clubs, wie Tresor, usw. Nicht so krass hart, aber sehr druckvoll und klar.

Sven und ich werden die Leute die ganze Nacht auf den Beinen halten und sicher eine Menge Spaß dabei haben 😉
Es wird ein Mix aus Deep House, Tech House und Intelligent Dance Music – treibende Beats, groovy, percussiv und auch deepe Melodien. Sven war ja immer schon Garant für trippige Beats.

Auf der Website www.flying-deep.com gibt’s einen Vorgeschmack.

Auf jeden Fall wird getanzt bis zum Umfallen 😉

Wie gehts weiter?
Es gibt verschiedene Anfragen von anderen Locations und Parties. Ich werde sicher nicht mehr so oft auflegen wie früher – schließlich möchte ich mich ja auch noch um meine Firma kümmern. Wichtig ist mir einfach, in gewisser Regelmäßigkeit geile mindblowing Parties zu erleben und mitzugestalten. Mit Vincent bin ich weiterhin im Studio. Ich hab viele Ideen für neue Tracks und freu mich da schon richtig drauf. 2015 wird´s die ersten Veröffentlichungen geben.

Super, danke, wir freuen uns drauf.
Ich sag danke und freu mich, wenn wir uns auf der Tanzfläche sehen 🙂

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