Musik ist für uns alle zu einem wichtigen Bestandteil unseres Lebens geworden. Ob im Auto, durch die Speaker unserer Smartphones im Park oder im Club und auf Festivals – der richtige Beat zur richtigen Zeit lässt uns davon schweben und verstärkt unsere Emotionen. Damit ein Track jedoch so klingt wie er klingen soll, braucht es ein vernünftiges Mastering. Jeder noch so erfolgreiche Produzent gibt sein Werk spätestens beim Mastering aus der Hand, um dann nochmal alles rausholen zu lassen.

Mastering ist also die auditive Kirsche im Fertigstellungsprozess musikalischen Outputs und somit für jeden Kreativen mit Output unerlässlich. Doch was steckt eigentlich hinter dem Mastering Prozess? Wir haben mit Johannes von Feinklang Mastering aus Leipzig gesprochen und einen Blick in sein Studio werfen dürfen. Feinklang Mastering ist unter anderem für das Mastering von erfolgreichenKünstlern wie Meynberg verantwortlich und schon einige Jahre hinter den Reglern.

Hallo Johannes – Du stehst hinter dem Feinklang Mastering Studio in Leipzig. Lass uns erst ein wenig in der Zeit zurückspringen. Wie bist Du zum Mastering gekommen und wann hast Du Deine Leidenschaft für Technik und Musik entdeckt?

So weit ich zurückdenken kann, gab es immer Musik in meinem Leben. Ich bin in einem breiten musikalischen Umfeld groß geworden. Mein Vater ist leidenschaftlicher Jazz Musiker, bei meinen Großeltern wurde viel Klavier gespielt und mein Cousin und meine Cousine haben im Chor gesungen. Es wurde also immer viel musiziert und gesungen. Und egal welches Genre – Musik war für mich schon immer der Weg zur Seele und ist es auch bis heute.

Ich wusst schon während der Schulzeit, dass ich mit Musik – in welcher Form auch immer – meinen Lebensunterhalt verdienen will. Daher ging es nach dem Abi und dem Zivildienst direkt an die Uni zum Tontechnik Studium. Anschließend bin ich durch Zufall für einen Kollegen in der Live Branche eingesprungen. Das war mein Einstieg in das Musikbusiness. Den Wunsch ein eigenes Studio zu gründen habe ich dann 2014 in die Tat umgesetzt und mit dem Studio Neubau 2017 auf das jetzige Profi Level gehoben.

Du arbeitest mit erfolgreichen Künstlern wie zum Beispiel Meynberg (Moguai Management) zusammen. Wie kam es zu der Zusammenarbeit und wie fühlt es sich an 200.000 monatliche Hörer mit Deinem Mastering-Feinschliff zu versorgen?

Christoph (Meynberg) hat sich in Leipzig nach einem festen Partner für seine Produktionen umgeschaut und dabei mehrere Mastering Studios kontaktiert. Ich hab ihm ein kostenloses Testmaster im Shoot Out gegen die anderen Studios angeboten und gewonnen. Durch einen Künstler wie ihn, der seine Produktionen bis ins kleinste Detail durchdenkt, so viele Leute glücklich zu machen, ist ein gutes Gefühl. Wobei es mir in erster Linie darum geht, dass der Künstler mit seinem Werk zu 100% zufrieden ist. Wenn die Qualität stimmt, kommen die Hörer dann (fast) von selbst.

Teils nimmst Du die Künstler auch mit ins Studio. Erinnerst Du Dich an eine besondere Situation bei der Arbeit an einem Track mit Meynberg?

Mit Christoph habe ich jetzt schon viele Sessions gehabt. Er gehört zu denen, die ausschließlich ins Studio kommen und live dabei sein wollen. Wir haben jedes Mal diesen magischen Moment, wenn der letzte Handgriff getan ist, wir uns beide anschauen und wissen, dass wir wieder einen Hit zusammen perfektioniert haben. Das ist der Moment in dem du die Musik nicht einfach nur hörst, sondern dein Körper darauf antwortet. Manchmal ist der Weg dahin kürzer, manchmal aber auch ein hartes Stück Arbeit, aber wir gehen ihn immer bis zum Schluss.

Dein Favorit Tune von Meynberg zurzeit?

Seine Produktionen und Remixe kann man sich ausnahmslos alle anhören. Der neueste Banger ist sein Remix von Moguais Track “A Little Bit Of Faith” feat. Graham Candy &  MY PARADE.

Welche Philosophie verfolgst du mit Feinklang Mastering im Allgemeinen?

Es geht bei meiner Arbeit darum, den Künstler und sein Werk zu verstehen und das, was er damit ausdrücken möchte. Man braucht ein feines Gespür und viel Empathie.

Ich gehe dabei an jeden Künstler wie an ein unbeschriebenes Blatt neu heran.

Egal ob sie oder er House, Hip Hop, Jazz oder Death Metal macht.

Verrätst Du uns das Geheimnis eines guten Masterings in einem Satz?

Der Schlüssel liegt für mich darin, musikalisch und technisch das raus zu arbeiten, was der Künstler mit dem Track ausdrücken möchte und vielleicht selber noch gar nicht so richtig in Worte fassen kann.

Nichts geht über eine solide und hochwertige Abhörstation. Was kommt bei Dir technisch zum Einsatz?

Ganz klar – Für mich ist und war es immer Adam Audio. Ich mixe und master alle Produktionen auf meinem S3V Pärchen zusammen mit zwei Sub 12. Mein Grace Design m905 Monitor Controller ermöglicht mir durch viele verschiedene Modi ein extrem schnelles Arbeiten und die RME HDSPe Karte schiebt mir kristallklaren Sound in mein System.

Das eigentlich entscheidende ist aber die großartige Akustik in meinem Regieraum, den ich – und darauf bin ich ein bisschen stolz – selber entworfen und gebaut habe.

Wie schützt Du Deine Ohren und damit Dein „wichtigstes“ Organ?

Ich trage grundsätzlich Gehörschutz bei Konzerten, Messungen, beim Drum Recording und wenn ich z.B. in meiner Werkstatt bin. Als meine Kinder noch klein waren, habe ich z.T. tatsächlich auch zu hause Gehörschutz getragen (lacht).

Manche Künstler wünschen sich einerseits einen natürlichen Klang – andererseits soll es aber auch ordentlich drücken. Wie schaffst Du es bei Feinklang Mastering, verschiedenen Ansprüchen immer möglichst gerecht zu werden?

Das perfekte Master ist ein Mittelweg. Du kannst keinen Track bretthart in den Limiter drücken und erwarten, dass er immer noch luftig und natürlich klingt. Es gibt aber ein paar technische Kniffe, mit denen man einen Titel laut bekommt und trotzdem den Eindruck wahren kann, dass er noch lebendig ist und atmet.

Generation Smartphone und Bluetooth Speaker haben die Hörgewohnheiten maßgeblich verändert. Wie beeinflusst das letzten Endes auch die Ansprüche an das Mastering eines Tracks?

Mein Anspruch bleibt immer derselbe: Das Optimum aus jedem Track zu holen und die Wünsche meiner Kunden an Klang und Wirkung umzusetzen. Aber der Weg weg von physischen Medien wie z.B. der CD, hin zum Streaming birgt natürlich andere Herausforderungen.

Ich stelle mit meinem Master sicher, dass man die wichtigsten Bestandteile wie z.B. den Bass trotzdem noch hören kann. Auch wenn das Abspielmedium eher mäßig gut ist. In dem Zusammenhang erlebe ich aber auch eine Rückkehr zur Audiophilie und eine Renaissance von Vinyl und Tape und das freut mich sehr.

Was planst Du für die nächsten Monate, was steht sonst so an bei Feinklang Mastering?

Ich freue mich jeden Tag über neue Musik auf meinem Tisch und in meinen Ohren.

Ich werde zudem auch komplette Produktionen begleiten (also Recording, Mixing und Mastering aus meiner Hand). Dazu schreibe ich einen regelmäßigen Blog mit Themen der Audioproduktionswelt auf meiner Feinklang Webseite, veranstalte Workshops und helfe immer mehr Leuten ihr Studio Setup zu optimieren – kurzum, es wird nie langweilig!

Vielen Dank für das Interview Johannes!

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