DEAS aus Krakau in Polen gilt als einer der aufstrebenden Techno Talente aus der osteuropäischen Region. Noch nicht 30 Jahre alt, beherrscht er seit einem Jahrzehnt seine Produktionsfähigkeiten wie kaum ein Zweiter. Seine intensive Arbeit im Studio führte zu Releases auf Labels wie von Pan-Pot’s Second State über Bush Records, OFF Recordings bis hin zu Kevin Sanderson’s KMS Records. Darüber hinaus erhält er auch europaweit wohlverdiente Anerkennung, unter anderem bei Kompass und Labirynth in Belgien oder das Sisyphos in Berlin. Wir haben mit Deas gesprochen, der mit seinem aktuellen Release „First Breath“ Power auf ganzer Linie gibt.

 

Anomalie Art Club, Ritter Butzke und Watergate – Du warst in Deutschland in einigen der angesehensten Clubs. Welche Eindrücke hast du aus Deutschland mitgenommen?

Ich habe in den letzten 2-3 Jahren begonnen, mehr internationale Gigs zu spielen. Also erstens ist es immer super aufregend, an neue Orte zu gehen, und umso aufregender, wenn es neue Städte wie Berlin sind… denn diese Stadt ist eine Art Mekka für elektronische Musik. Es war daher immer sehr aufregend und spannend!

Was denkst Du sind die größten Unterschiede zwischen der polnischen und deutschen Szene?

Der größte Unterschied ist die Anzahl der Clubs. In Deutschland gibt es viel mehr Läden als in Polen, aber das ist auch nachvollziehbar. In Deutschland hat elektronische Musik eine lange Geschichte. Was Polen betrifft, so ist die starke Seite unserer Szene die Menge an Fans der Musik. Die Leute sind hier wirklich sehr heiss auf elektronische Musik. Wir haben eine sehr offene, engagierte und fröhliche Clubkultur. Clubber die es wirklich lieben, zu ihren Lieblingsgenres zu tanzen.

Spielen illegale Techno-Partys in Polen eine Rolle?

Es gab einige illegale Partys in Polen, als die Szene erwachsen wurde. Ich habe wirklich nur von ihnen gehört, da ich zu jung war, um sie zu besuchen. „Techno“ war in den späten 90er oder frühen 00er Jahren noch nicht auf meinem Radar. Die Größe dieser Parteien war auch in Relation gesehen kleiner als das, was man in Deutschland oder Großbritannien zu der Zeit erlebt hat.

Andererseits ist es in Polen rechtlich nicht so kompliziert, eine Party, ein Event oder ein kleines Festival zu veranstalten. In den letzten Jahren sehen wir eine stark wachsende DIY-Szene mit vielen neuen Veranstaltungen und kleinen Festivals. Man kann aber sagen, dass sie diese Art von „illegaler“ Haltung und Stimmung haben, verglichen mit größeren und gut etablierten Clubs und Festivals.

Du wurdest zum polnischen No1 Techno-DJ gewählt? Wie ist es dazu gekommen?

Ja darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut. Es ist immer motivierend einen Preis zu erhalten, der einem das Gefühl etwas zu tun, was Leute auch wirklich genießen. Es gibt jedoch viele wirklich gute DJs in Polen, die auch diese Art von Anerkennung verdienen würden.

Ich glaube insgesamt weniger an Preise und Auszeichnungen sondern vielmehr an Emotionen, die zwischen den Menschen fließen. Manchmal passiert es einfach, man spielt „diesen einen Track“ in „diesem Moment“ und es gibt diese unvergesslichen Emotionen und Energieflüsse.  Alles in allem bin aber ich froh, dass dies gewürdigt wird.

Du hast eine enge Verbindung zum Second State. Was macht das Label für Dich so besonders?

Thomas und Tassilo (Pan-Pot) sind sehr aufgeschlossen und smart. Sie haben nie Druck auf mich ausgeübt, sondern immer an meine Musik geglaubt. Sie sind auch auf meine Musik aufmerksam geworden und gaben mir die Möglichkeit, einige Tracks zu veröffentlichen. Ich habe mich auch gefreut, mit der Remix-EP in netter Gesellschaft zu sein. Das Label ist ebenfalls sehr breit gefächert und ermöglicht es jedem Künstler aus der Second State Familie, seine Musik zu präsentieren. Am Ende steht Musik von hoher Qualität im Fokus und das schätze ich sehr.

Du hast bereits die zweite EP auf dem Label veröffentlicht. Wie sieht ein gewöhnlicher Studio-Tag für Dich aus?

Keine Frage – Studio ist wirklich mein Tagesgeschäft. Wie viele Leute um mich herum stehe ich früh auf. Nach dem Frühstück eile ich zu meiner täglichen Arbeit, was bedeutet, dass ich ein paar Schritte in mein Studio gehen muss, anstatt ins Büro. Diese Routine ist für mich sehr wichtig und ich möchte meinen Tag nicht mit anderen Aktivitäten verbringen.

Im Studio sieht alles aus wie ein Gespräch zwischen mir und meinen Maschinen. Kürzlich habe ich darüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass die Musik, die ich produziere, das Resultat der langen täglichen Gespräche ist, die ich mit meinen Maschinen und Instrumenten führe . Manchmal ist dieses Gespräch interessant und führt zu etwas Interessantem und Greifbarem, manchmal ist es irgendwie stumpf und führt nirgendwo hin…. wie im Leben.

Und woher kommt die Inspiration für Tracks und Remix-Produktionen?

Ich höre andere Musik und andere Künstler, vor allem, um mich auf meine DJ-Gigs vorzubereiten. Ich bekomme davon einige Inspirationen. Ansonsten ist es eine enge Verbindung zu meiner Studioausrüstung. Ich wechsle oft Instrumente, füge neue hinzu, wechsle meine Abfolge oder komme auf einige der Instrumente zurück, die ich eine Weile nicht benutzt habe. Neue Sounds und Möglichkeiten inspirieren mich sehr. Ich muss sagen, dass ich mich auch in mein Modular System verliebt habe, das ich vor rund 2 Jahren aufgebaut habe.

Was sind Deine Pläne für 2019, wohin geht Deine Reise?

Musik zu produzieren steht klar im Fokus. Ich habe bereits drei Eps mit Labels unterschrieben, die mir wirklich gefallen und ich hoffe, dass sie alle noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. Zweitens habe ich bereits fantastische Gigs in Europa und in Polen, die Festivalsaison kommt auch, was immer eine aufregende Zeit ist.

 

 

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