Ein Mann, zwei Leidenschaften: Rave und Schauspiel. Benjamin Hille bringt elektronische Musik und Clubkultur auf die Bühne.

Der Schauspieler und Liebhaber elektronischer Musik Benjamin Hille verbindet die unterschiedlichen Künste, in seinem Stück „Ben – allein zu House“ und darum geht’s: House, Acid, Techno: futuristische Sounds, die 1988 den zwölfjährigen Ben im spröden Bremen mitten ins Herz treffen, soulful und revolutionär. Ein Freiheitsversprechen, das sein Leben und Lieben bis heute radikal neu taktet.

Das Stück wurde im vergangenen Jahr erstmals aufgeführt und jetzt gibt es eine neue Form der Aufführung und Präsentation, zu der Benjamin Hille ein bisschen was zu sagen hat:

Die Texte in „Ben – allein zu House!“ habe ich über einige Jahre entwickelt, um meine
Leidenschaft für das Theater und die elektronische Musik miteinander zu verbinden. Ich komme
aus Bremen und als Schauspieler und Regisseur verdiene ich – mittlerweile in Stuttgart – seit gut
20 Jahren mein Geld. Aber das Musik hören und selber machen, das Auflegen, das Tanzen gehen
und die Clubkultur begleiten mich intensiv seit meiner Jugend. Vor zehn Jahren habe ich bereits ein Solostück über Michael Jackson geschrieben und gespielt, aber jetzt wurde es endlich Zeit, der House- und Techno-Szene etwas zurück zu geben. Genauso wichtig war mir, der Theaterwelt einen Einblick zu gewähren in die Geschichte und Vielfältigkeit der oft nur als Party People unterschätzen Raver, DJs und Musikpioniere.

Fast zum Glück, muss man sagen, hatte ich meine Premiere noch im Oktober 2019. So war es
möglich, ein Dutzend Vorstellungen vor unterschiedlichsten Leuten in Stuttgart zu spielen. Denn der Plan von mir und Streetartist Sven Schoengarth / SJKS, der Bühne und Flyer-Grafik entworfen hat, war und ist, „Ben – allein zu House!“ an vielen interessanten und unterschiedlichen Orten in und außerhalb Stuttgarts zu spielen.

Jetzt hat uns Corona erstmal einen Strich durch diese Rechnung gemacht! Gerade Theater und Clubs sind von den Abstandsregeln ja besonders und wahrscheinlich noch sehr lange betroffen. Wir wollen uns aber nicht unterkriegen lassen und so habe ich mit dem Ludwigsburger Filmer Steffen Böhmer eine Aufzeichnung des Stückes im wunderbaren Club Romantica gemacht, die am Mittwoch, 20.5., um 20 Uhr, auf facebook und YouTube Premiere haben wird.

Die Produktion ist als Support für die Romantica und ihre Macher Femke, Marko und ihr Team entstanden und soll zum Erhalt des Stuttgarter Nachtlebens beitragen. Wir wünschen uns von allen Zuschauer*innen eine kleine Spende an den Club. Ich habe erlebt, dass es hier insgesamt eine sehr lebendige und aktive elektronische Musikszene gibt. Mein Stück stellt eine Verbindung vom Beginn der Dance Music in den späten Siebzigern bis ins Heute dar und zeigt, wo und wie House und Techno
relevant, politisch, queer und revolutionär waren und sind.

Checkt das Facebook-Event für alle Infos zum Stream!

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