klaudia-1Hallo Klaudia, da für dich heute sicherlich Schontag ist, fasse ich die Fakten mal zusammen. Es ist Montag. Die Sonne scheint und es ist warm. Kaum zu glauben aber wahr. Hast du überhaupt schon was vom Wetter mitbekommen oder den ganzen Tag schlaf vom Wochenende nachgeholt?

Hallo Raphael. Am Montag ist eigentlich schon mal ausschlafen drin. Ich hatte gestern eine längere Fahrt von Mannheim zurück, aber ich hab den Frühling im Auto aus dem Fenster raus sehr genossen. Auch wenn das Wochenende hart war, gab es dennoch einen ordentlichen Schub an Energie. Und heute scheint auch die Sonne und alles ist gut. Endlich ist der Frühling da.

Kommen wir aber zum eigentlich Thema unseres Interviews. Dein erstes Album „Zeitgeist“ steht in den Startlöchern. Ich komm leider nicht um Frage herum, aber warum Zeitgeist? Gibt`s eine Geschichte dazu?

Den Begriff habe ich vor ein paar Jahren in den den Staaten das erste Mal so richtig wahrgenommen, als eine amerikanische Freundin ihn erwähnt hat. Grundsätzlich stellt sich natürlich immer erst mal die Frage, wie man das Album nennt. Als klar war, was ich wollte, und zwar etwas was in unsere jetzige Zeit passt, war der Name sehr naheliegend, weil der Zeitgeist auch für das Album gekommen ist, nach fast zehn Jahren. Und mit den Tracks wollte ich einfach unsere jetzige Club Kultur widerspiegeln und durch die Titel, Phänomene des täglichen Lebens aufgreifen.

Zeitgeist ist dein erstes Album. Welche Hoffnungen, Wünsche aber vielleicht Befürchtungen bringt solch ein Projekt mit sich? Das Leben eines professionellen und vor allem erfolgreichen DJs ist immer sehr hektisch und schnell. Was spielt denn „Zeit“ eigentlich für dich für eine Rolle?

Ich möchte mich mit diesem Album natürlich vorstellen, bei denen, die mich noch nicht kennen. Und die, die es tun, sollen einfach eine gute Zeit haben wenn sie es hören. Für mich ist Zeit der größte Luxus unserer Gegenwart. Zeit ist eigentlich ein wahnsinnig großer Begriff. Natürlich ist mein Leben momentan sehr schnell und es passiert sehr viel, aber die Kunst liegt darin es zu entschleunigen. Das mache ich auch bewusst. Aber manchmal gibt es auch längere Durststrecken. Das kommt dann immer auf die jeweilige Situation an.

Weißt du „Freizeit“ inzwischen mehr zu schätzen als noch vor einigen Jahren bzw vor deiner Zeit als DJ? Wie gestaltest du denn deine freie Zeit, wenn du mal welche hast?

Das Gute an meinem Job ist, dass ich mir die Zeit unter der Woche relativ frei einteilen kann. Natürlich ist viel Arbeit da, aber ich kann oft entscheiden wann ich was mache. Nur ich mach halt am liebsten Musik. Und da geht Freizeit ja fast in Job über. Natürlich weiß ich Zeit heute mehr zu schätzen als früher, aber ich glaube, dass ist einfach eine Frage des Alters. Sicher ist, wenn Fußball läuft, bin ich auf jeden Fall in der ersten Reihe mit dabei. Momentan spielt ja der FC Bayern um die Champions League, das verfolge ich auf jeden Fall. Und Pokalfinale ist ja auch noch.

Noch mal zurück zum Album. Wie bist du die Sache angegangen? Wolltest du einfach 10 oder 12 Tracks „raus hauen“ die dich als DJ zeigen, oder steckt mehr dahinter?

Der Gedanke ein Album zu produzieren hat mich anfangs fast ein wenig unter Druck gesetzt. Aber plötzlich hatte ich ein paar Tracks, die anders waren und die ich mir gut auf einem Album vorstellen konnte. Das Thema war da und der Rest war eigentlich nur eine Frage der Zeit. Jetzt freu ich mich auch schon sehr darauf. So ein Projekt ist einerseits unheimlich spannend aber auch arbeitsintensiv. Die Tatsache, dass ich jedes Wochenende unterwegs bin, hat natürlich auch dazu beigetragen, dass es etwas länger gedauert hat.

Wie produzierst du denn mittlerweile? Allein, oder hast du Produktionspartner?

Ich produziere mittlerweile meistens allein, habe aber viel von Eric Sneo und Linus Quick gelernt. Ich arbeite immer noch viel mit Eric zusammen, da wir ja mittlerweile unser Label Masters of Disaster zusammen führen und mit Linus Quick verbindet mich auch eine lange Produzentenfreundschaft und ich sitze auch regelmäßig mit ihm im Studio.

Zwei Nummern auf Zeitgeist sind auch offensichtlich als Kooperationen gekennzeichnet. Einmal Vicious Circle mit Eric Sneo und Brain Dead mit Linus Quick. Wie kam es zu der Zusammenarbeit und warum hast du gerade die beiden Jungs ausgewählt?

Ich habe mit beiden schon sehr viel gearbeitet und bin von ihnen sicher auch beeinflusst worden was die Studioarbeit angeht. Es war mir wichtig, beide auf dem Album zu haben, da sie ein Teil meiner Geschichte sind und ich mit beiden auch gut befreundet bin. Wir harmonieren gut zusammen und da wollte ich noch ihren Input mit auf das Album packen.

Natürlich darf auch auf dem Longplayer deine Hymne „Papillon“ nicht fehlen. Der Track ist ja mittlerweile ein echter Hit. Hättest du das erwartet, dass die Nummer so durch die Decke geht?

Erwartet hätte ich das natürlich nicht, dass das Ding gleich so durch die Decke geht. Schließlich waren da plötzlich wieder lange Vocals drin und das passte nicht wirklich so in die Zeit. Aber mir gefiel die Nummer auf Anhieb und deshalb habe ich angefangen sie zu spielen. Der große Knall war auf der Nature One im Century Circus. Dann hat das Ausmaße angenommen, die jenseits jeder Vorstellung lagen.

Du hast die Nummer ja über viele, viele Monate in deinen Sets gespielt. Released wurde sie aber erst sehr spät. Warum?

Das Papillon war ja nur ein Sample zu dem ich ein paar Beats gebaut habe. Wie gesagt, es war ja eigentlich nur für meine Sets bestimmt. Aber nachdem das Teil so eingeschlagen hat und mich so viele danach gefragt haben, wurde es einfach Zeit den Track zu releasen. Wir haben ihn im Studio neu abgemischt und auf beat disaster rausgebracht. Aber es war klar, er muss auch auf das Album, weil er dem Zeitgeist entspricht.

Du betreibst mit Eric Sneo zusammen das Label Masters of Disaster. Dort wird auch Zeitgeist erscheinen. War das von Anfang an klar, dass dein Album auch auf deinem Label erscheint? Oder gab es auch andere Optionen und Überlegungen?

Es ist eine schwierige Frage wo das Album raus kommen soll. Ich habe mich letztendlich für Masters entschieden, da wir erfahrene Leute im Team haben und ich das Gefühl habe, dass es dort gut aufgehoben ist. Es bietet sich einfach an, das Album auf seinem eigenen Label zu machen, wenn man schon das Glück hat so ein großes Label zu führen. Ich hatte durch das Album auch weniger Zeit für andere Releases und ich freue mich wenn ich mein eigenes Label präsentieren kann.

Eigentlich bist du ja ständig unterwegs und auf Tour. Gibt es trotzdem eine „Zeitgeist“ Albumtour? Kannst du da schon was zu kommenden Dates verraten?

Wir sind dieses Jahr schon sehr weit mit den Bookings und ich bin total happy wieder viel unterwegs zu sein. Ob es aber jetzt speziell für das Album eine Tour geben wird, muss sich erst noch zeigen. Auf jeden Fall freu ich mich wieder richtig Gas geben zu können dieses Jahr und freu mich bei der Day & Night und Summer Visions  dabei zu sein, sowie auch bei Ruhr in Love und Nature One. Da kommen einige große Festivals und natürlich auch viele Clubgigs.

Also volles Programm. Wir wünschen dir viel Spaß bei allem!

Interview: Raphael Dincsoy

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