Austrodub. Punkt. Fertig. Aus.

Auf “We so horny“ nehmen hey-ø-hansen Dub-Rhythms der 50er bis zum Electronic Dancehall auseinander und setzen sie im Gewand des Dubstep neu zusammen. Dub an der Schnittstelle zwischen Digital und Analog.

Ein Album, das in seiner monolithischen Geschlossenheit aus Drums, Bass, knarzigen 80er-Jahre-Sythies, Bläsern und Echos wie eine alpine Felswand aus der Berliner Ebene ragt. Die Wurzeln von hey-ø-hansens Musik gehen tief in die Tiroler Volksmusik mit ihrem eigenwilligen Offbeat, aber erst in den Berliner Studios entfaltet sie ihre Kraft.

Dazu muss man wissen, dass der eine Teil der Band der Extrembergsteiger Michael Wolf ist. Für die Musik ließ Wolf vor langer Zeit das Freiklettern sein, was ihm vermutlich das Leben rettete. Gleichzeitig ist Wolf Maler, voll von künstlerischer Widerborstigkeit.

david thomas fred frith mark steward brian eno captain beefheart sonic youth the residents rhys chatham snakefinger john zorn – und unzählige Bands mehr hat Wolf in ihrer Anfangszeit live erlebt – das ist sein musikalischer Background.

Der zweite Teil der Band ist Helmut Erler. Mindestens eine Generation jünger als Wolf. Sein Kosmos ist heutiger, er arbeitet seit vielen Jahren als Soundengineer bei Dubplates & Mastering. Da steht er, was Dub und Techno betrifft in der Tradition von Basic Channel und Chain Reaction, macht den Sound für dial, ostgut-ton, applepips, sub:stance, hotflush, soloaction – um nur einige der Labels zu nennen.

Steckt man also Wolf und Erler zusammen in eine Band, übersiedelt sie aus Tirol nach Berlin, schüttelt sie kräftig durch und wartet 15 Jahre lang (ja – so lange gibt’s hey-ø-hansen schon) – ist es nicht verwunderlich, dass einem die Sprache wegbleibt bei dem, was dabei herauskommt.

Austrodub – das ist der weisse Dub der nächsten Generation. Kondensiert, konzentriert und auf dem Punkt. Für alle, die bei ‚roots‘ noch immer feuchte Augen kriegen, ‚Dubstep‘ langsam abhaken und dabei sicher sind, dass es immer weiter geht, dass der Bass die Welt zusammenhält.

Hey-Ø-Hansen oder die Erfindung des Austrodub – ein Hörbild.
Helmut und Michael von Hey-Ø-Hansen stellen sich vor, mit Text und Livemusik.

Ingredienzien:
Interview auf der M.S.Stubnitz in Brügge 2002
hey-ø-hansen´s legendärer Auftritt beim Goldmundfestival 2004
hey-ø-hansen live im RHIZ, Wien November 2008
Jumoke Olusanmi`s Interview mit der Band im Juni 2009
Die Stimme vom Polarkreis, Norwegisch mit Fisken November 2009

Trackliste:
01.GordonDub – unrealesed rehearsalrecording, hØh/Kazumi/Sir Lord Gordon Odametey
02.Horns – REM III (Heyrec06) CDR
03.I want to know – Elefant Cruel(HeyRec 03), Sonn &Mond (Pingipung 16) CD/LP
04.Fire(radioedit) – the 06singles CD/LP(Heyrec16) hØh/Sir Lord Gordon Odametey
05.Penny Reel – unreleased Cpt.Cheops & the Pyramids Demo
06.Rumble – hØh & Ava Carrère / no horse no rider (MPMX07107, MKT IL 07) Vinyl 10″, Limited Edition
07.Sans Toi – hØh live @ M.S.Stubnitz (Plattenfroster MS Stubnitz 002) CD, Shell cover
08.Europe is no Fortress (Moon radioedit) (Heyrec16) CD/LP
09.Männer&Frauen – TNT/ Musik für szenische Lesungen, unreleased
10.Dschungl – unreleased liverecording – PeterNelsonRadioSession hØh/ Kazumi/ Olaf Rupp
11.Shinin´Commas – Elefant Cruel (HeyRec 03) CD
12.Strange Things – Hey & Simonetta Ginelli – Sonn&Mond CD (Pingipung 16)
13.Run Joe – unreleased  (1st hØh track ever !!)
14.Tüdeldub – hØh remixen Jaques Palminger (Nobistor) Vinyl 12″, Limited Edition

Artist: hey-ø-hansen
Label: pingipung
Album Titel: we so horny – serious pleasure riddims.
File under: Austrodub.

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