Ein Leben ohne YouTube ist nicht mehr denkbar. Tutorials, lustige Failvideos und vor allem viel Musik werden jeden Tag über 180 Millionen Stunden weltweit konsumiert. 2019 könnte damit Schluss sein, wenn Artikel 13 der EU Urheberrechtsrichtlinie in seiner extremsten Form umgesetzt wird und damit das Urheberrecht im Netz auf einen neuen Stand bringt.

UPDATE, 15. April 2019

Untenstehend findet ihr ausführliche Infos zum Thema „Artikel 13“ und dem neu geplanten Urheberrecht im Netz, hier ein Update vom 15.04.2019: Die EU-Urheberrechtsreform wurde heute endgültig vom EU-Ministerrat beschlossen. Die Staaten haben jetzt zwei Jahre lang Zeit, um den Beschluss in nationales Recht umzuwandeln. Es bleibt also trotz des Beschlusses weiterhin spannend, wie die einzelnen Länder die Umsetzung gestalten und im Falle von Deutschland das Thema „Upload-Filter“ angehen. Auf der Seite der Süddeutschen Zeitung gibt es einen ausführlichen und gut verständlichen Bericht zu dieser komplexen Thematik, den wir euch empfehlen.

UPDATE, 26. März 2019

Untenstehend findet ihr ausführliche Infos zum Thema „Artikel 13“ und dem neu geplanten Urheberrecht im Netz, hier ein Update vom 26.03.2019: Das EU-Parlament hat in seiner heutigen Abstimmung für eine Erneuerung des Urheberrechts gestimmt. Wenn die EU-Mitgliedsstaaten jetzt noch zustimmen werden die neuen Richtlinien, inklusive dem umstrittenen Paragraph 13, bald in Kraft treten. Mit der Zustimmung der Mitgliedsstaaten wird Anfang April gerechnet, damit die neuen Gesetze noch vor der Europawahl Ende Mai in Kraft treten.

UPDATE, Februar 2019

Untenstehend findet ihr ausführliche Infos zum Thema „Artikel 13“, hier ein Update vom 14.02.2019: Die EU-Komission hat den finalen Entwurf vorgelegt, der jetzt noch vom EU-Parlament verabschiedet werden soll. Demnach müssen profitorientiere Unternehmen (also YouTube, Facebook, Soundcloud…) beste Bemühungen anstellen, um urheberrechtlich geschützte Werke zu schützen und daher jedes Files vor Veröffentlichung prüfen. Am einfachsten geht das durch Uploadfilter, durch die jede Datei gehen muss und bei Bedenklichkeit nicht im Netz  veröffentlicht wird. Damit liegt der Artikel 13 in seinem finalen Entwurf jetzt in seiner extremsten Form vor, die diskutiert und angekündigt wurde.

Neu ist die Diskussion um eine Veränderung des Urheber- und Leistungsschutzrechts in der EU und die damit verbundenen Folgen für die Inhalte bei YouTube und vor allem die Musik nicht. Das Verfahren nimmt jetzt aber wieder Fahrt auf, da das EU-Parlament nach seiner Sommerpause einen neuen Entwurf gebilligt hat und sich auch YouTube-Chefin Susan Wojcicki aktuell an die YouTuber gewendet hat, da sie natürlich fürchtet, dass dadurch weniger Content auch weniger Werbeeinnahmen für ihr Unternehmen entstehen.

Upload-Filter entscheiden über das Urheberrecht und darüber, was ins Netz kommt

Zukünftig sollen sich nicht mehr die Uploader von YouTube-Content um die Einholung der Rechte kümmern, sondern YouTube selbst. Da die Masse an Content so groß ist, dass er nicht manuell und individuell geprüft werden kann, passiert das zukünftig  automatisch durch die Filter-Software der „Upload-Filter“, da die Haftung der Urheberrechte voll auf die Plattformen übertragen werden soll. YouTube, Facebook, Instagram und Kollegen sind dann also in der Pflicht! Für alle Musikschaffenden ist die Entscheidung vor allem bezüglich YouTube wichtig, da hier die meiste Musik verbreitet und konsumiert wird und es ein wichtiges Tool für die Musikvermarktung ist. Der Schutz von Urheber- und Leistungsschutzrechten ist generell wichtig, die Lösung durch automatisierte Filter aber sicher nicht die richtige. Und nach der auch schon schwierigen Entscheidung zur Netzneutralität könnte das ein weiterer Schritt in die falsche Richtung sein.

Europäische Inhalte und das Urheberrecht werden von US-Firmen gefiltert

Die Algorithmen werden wahrscheinlich auch viel Musik blockieren, für die eine Nutzung bei YouTube individuell abgeklärt ist, das der Upload-Filter diese individuellen Regelungen nicht kennt. Für Künstler wird somit ein Weg versperrt, Fans und Kunden mit ihrer Musik zu erreichen. Außerdem stellt sich auch die Frage, ob es richtig ist, dass europäische Politiker die Entscheidung über die Inhalte im Netz irgendwelchen amerikanischen Firmen überlassen, wie ganz richtig in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung steht! Ein sehr komplexes Thema, mit dem sich aber alle YouTuber und Musikmacher auseinandersetzen müssen und für sich entscheiden müssen, wie sie damit umgehen wollen. Gut und übersichtlich erklärt wird das Thema von der Tagesschau in einem #kurzerklärt.

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Wie steht ihr zu dem Thema? Findet ihr es den richtigen Weg in die Zukunft des Urheberrechts, oder ist es eine weitere, unnötige Zensur für Contentersteller und vor allem Musiker? Feel free und lasst uns eure Comments da!

5 Responses

  1. Thomas

    Ich höre sehr gern griechische Musik und freute mich über die Übersetzung welche eingeblendet wurde. Dadurch erfuhr und verstand man viel mehr. Die Titel sind noch im Netz zu hören, aber alle Videos wo sich jemand die Arbeit machte eine Übersetzung einzublenden sind weg. Ich finde da hat das EU Parlament in Sachen Völkerverständigung ganze Arbeit geleistet. Vielen Dank, ich weiß wo ich mein Kreuz machen werde.

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