Lawrence: Sven Väth gab dem Projekt den Namen…

Hi Peter, Schön, dass du Zeit für uns hast. Ich hoffe, du bist gut ins neue Jahr gestartet. Wir schreiben zwar aktuell schon 2012. Jedoch würde ich gern noch kurz auf 2011 zurückschauen. Ich denke, man kann sagen, dass das letztes Jahr für dich recht erfolgreich war. Wie reflektierst du das Jahr?

Das Jahr 2011 war sehr aufregend, in jeglicher Hinsicht. Musikalisch hat es viele neue Perspektiven gebracht- neben meinen Releases auf Laid, Mule Electronic und Pampa war sicherlich die Cocoon Mix Cd ein Highlight.

Es gab wieder fette Releases auf Dial, Smalville, Liebe*Detail und Pampa. Außerdem hast du die Timeless Compilation auf Cocoon gemixt. Wie kam es dazu?

Marc Scholl von Cocoon Records hatte die Idee, Sven Väth gab dem Projekt den Namen und wir alle fühlten gleich, dass es eine zeitlose, deepe Mix-Cd mit alten und neuen alltime Favourites wird.

Generell hatte ich den Eindruck, dass 2011 bisher dein aktivstes war. Es ist viel passiert. Was mir aber auffällt, ist, dass du allgemein recht wenig Remixe machst. Täuscht das? Oder machst du das nicht so gern?

Ich liebe es zu Remixen und habe schon so einige Remixe hinter mir. 2011 habe ich mich auf viele andere Projekte konzentriert, außer einem Sven Kacierek Ambient Edit und einem Remix für den Japaner Naohito Uchiyama habe ich noch an Remixes für meinen Freund Superpitcher gearbeitet, die in Kürze erscheinen werden.

Wie sind denn die Pläne für 2012? Kannst du da schon was zu kommenden VÖs verraten?

Zunächst werde ich aber ganz klassisch mit einer 12inch auf Dial Records starten. Außerdem bin ich zur Zeit mit Richard von der Schulenburg aka RVDS und Christian Naujoks im Studio, ein sehr experimentelles Projekt, wirklich die schönste Musik.

Ein Blick auf Discogs verrät, dass du zwischen 2002 und 2009 5 Alben gemacht hast. Das ist schon sehr beachtlich. Ist ein 6. schon in Planung?

Ursprünglich war für die zweite Hälfte 2012 das neue Lawrence Album geplant. Aber da ein Album immer auch eine unberechenbare Herausforderung darstellt und ich mich keineswegs unter Druck setze, bleibt der Release-Termin weiterhin spannend.

Erstaunlich ist überhaupt, dass du so viel Zeit für Studioarbeit findest. Denn du bist ja nicht „nur“ Dj und Produzent. Du bist „so ganz nebenbei“ noch Labelowner von Dial und Smallville, sowie Head des dem dazugehörigen Smallville Plattenladens in Hamburg. Wie bekommt man das alles unter
einen Hut? Da muss man doch ein wahrer Meister des Zeitmanagements sein oder?

Zeitmanagement ist für mich trotz meiner vielseitigen Projekte ein Fremdwort. Eigentlich läuft alles recht spontan, manchmal müssen dann Aufgaben aus der Hand gegeben werden, den Smallville Shop betreuen zur Zeit Julius Steinhoff und Just von Ahlefeld, dort arbete ich nur noch sehr sporadisch.

Du bzw. ihr setzt ja noch sehr auf Vinyl. Sei es bei den Labels, aber natürlich auch durch euren Plattenladen. Was motiviert euch, noch an diesem Format festzuhalten?

Das hängt wohl sehr mit der Musik zusammen, die wir bevorzugen. Deepe, feinstoffliche Klänge funktionieren eben viel besser in einem warm klingenden, zauberhaften Clubsetting mit einer liebevollen Crowd und eben Vinyl. Warum? Magie lässt sich nun mal nicht erklären…

Durch den Plattenladen seid ihr ja auch vor allem in Hamburg direkt mit der Szene verbunden. Wie ist es denn um die hiesige Techno-House Szene bestellt?

Der Plattenladen ist tatsächlich die Quelle der Hamburger House Szene. Und die ist mit Smallville, Dear, Klingtsogut, Giegling, den Moon Sessions von RVDS und einigen anderen Veranstaltungen sehr gut aufgestellt. Anthony Shake Shakir spielt regelmäßig im Golden Pudel Club und von Jus-Ed über Theo Parrish bis Dan Bell – die Clubs in Hamburg bieten wirklich alles.

Ihr habt ja im EGO Club auch eigene Smallville Nächte. Wie werden diese angenommen und in welcher Regelmäßigkeit finden diese statt?

Der EGO Club ermöglicht uns einmal monatlich unsere Lieblinge einzuladen- zuletzt MCDE, Genius Of Time, Daniel Bell, XDB. Außerdem sind hier die großartigen Smallpeople immer zu hören. Das Publikum schwankt dann doch manchmal- einige mögen es dann immer härter, aber auch die verzaubern wir noch.

Ihr seid aber auch viel in Berlin und Paris zu sehen und zu hören. Wie kommt das? Was verbindet euch mit diesen Städten und deren Clubs?

House Music ist grenzenlos, der Austausch sehr rege. Mittlerweile haben sich Freundschaften auf der ganzen Welt gebildet: Tokyo, Bridgeport, Detroit, Paris – alles Orte die dann zum kleinen House Village gehören.

Bist du eventuell in naher Zukunft auch mal in Stuttgart oder in Baden-Württemberg zu hören?

In naher Zukunft reduziere ich meine Auftrittsfrequenz auf ein Minimum und konzentriere mich auf einige andere Projekte. Aber irgendwann werde ich bestimmt mal wieder in Stuttgart oder in Baden-Württemberg auftreten.

Vielen Dank für das Interview.

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