Matt-John-Interview-PARTYSAN-MagazinHi Matt, beim Anhören von „The Keys“ haben mich sofort sommerliche Gefühle eingenommen.
Vor allem die ersten Tracks sind sehr lässig und entspannt. Findest du, dass es ein Sommeralbum geworden ist, oder hätte es auch genauso gut im Oktober oder Januar gepasst?

 

Schön, dass da beim Hören Sommergefühle entstehen. „The Keys“ ist aber z.B. im Oktober entstanden, von daher könnte ich die Tracks zu jeder Jahreszeit hören.

Es gibt aber auch Nummern wie „My Pocket“, oder „Froydish“ die sich für mich sehr druckvoll und irgendwie analog anhören. Mit was für Studioequipment hast du denn hauptsächlich gearbeitet? War wirklich viel Analoges im Spiel, oder schaffst du dieses Klangspektrum auch komplett digital?

Diese Tracks sind aus einem Mix von beidem entstanden, digital sowie auch analog. Ich sehe zu, dass soviel wie möglich analog entstehen kann. Bei „Froydish“ zum Beispiel habe ich ein Teil der Bassline mit einem Filter Echo Effekt vom Kaosspad verfärbt, Sie erhielt dadurch mehr Räumlichkeit. Generell arbeite ich viel mit Creamware, eine DSP-orientierte, multifunktionale Soundcard mit Software Applikation, arbeite u.a. mit Ableton Live und ich mag auch sehr mit der Korg Electribe ESX herumzuspielen.

Beim Track „The River“ musste ich von der Stimmung und vom Gesang irgendwie sofort an The Doors aus den 60ern denken. Geht’s da nur mir so, oder wolltest du die Zuhörer da auch in diese Richtung lenken? Und wo hast du denn diesen Marc Lorbeer aufgetrieben, der auf der Nummer singt?

Mag sein, dass die 60iger wieder ein bisschen aufblinzeln und mit „The Doors“ liegst du da gar nicht so verkehrt. Generell mag ich nichts im vorhinein irgendwo hinlenken, lasse beim Musizieren eben eher den Moment aufleben, die Seele beflügeln, was da eben gern so aus einem herauskommen mag. Es gibt viele Dinge die eben unsterblich sind, wie unsere Seelen. Marc Lorbeer habe ich bei spirituellen Zeremonien näher kennen gelernt und wir verbringen gern Zeit miteinander, genossen schon das eine oder andere Awakening. Er hat als Kind fleißig am Klavier gesessen, dieses Talent nach langer Pause Gott sei Dank wieder aufblühen lassen.

Im Vergleich zu deinen älteren Produktionen auf Bar25 oder Perlon klingt „The Keys“ deutlich straighter und weniger experimentell und verspult. Ist der Sound für die jetzt zeitgemäßer, oder passt er vielleicht auch besser zu Cocoon, wo das Album rauskommen wird?

Generell produziere ich nicht Label orientiert, es kann aber gut sein das mein Sound derzeit straighter klingt. Ich freue mich jedoch sehr  dass das Album auf Cocoon Rec. erschienen ist.

Vor dem Album gab es, außer einer Single im Frühjahr 2012, einige Zeit keine Produktionen von dir zu hören. Hast du solange am Album gearbeitet, oder hast du dir eine musikalische Auszeit genommen?

Solange habe ich nicht am Album produziert, sondern mir eine 8 monatige Auszeit in Kalifornien gegönnt. Dort hab ich mich neben anderen nützlichen Dingen mit Rasseln beschäftigt. Ich hatte sehr viel Freude damit, stundenlang diesem Rasselsound zu lauschen und habe dort viel meditiert und mich mit dem Thema Karma mal tiefgründiger auseinander gesetzt, der Seele und anderen geistigen Elementen. Wow, es kann gut sein, dass das ebenso meinen musikalischen Output etwas geprägt hat.

Bis jetzt sind auf deiner Page noch nicht allzu viele Dates in den kommenden Wochen vermerkt. Wird es nur einige ausgewählte Gigs zum Albumrelease geben, oder kommt da noch sowas wie eine Releasetour?

Da sind mittlerweile ein paar Dates dazugekommen. Cocoon hat da noch mal einen schönen Platten-Cover orientierten, elektronischen Flyer entwerfen lassen, wo die Dates mit integriert sind. Kann man schon wie eine kleine Tour oder Sternen-Route sehen!

Zum Abschluss noch was abseits vom Album. Unsere Partysan-Leser reisen immer gerne zu Festivals und Openairs in Deutschland und Europa und du hast schon auf unzähligen gespielt. Was ist dein persönlicher Tipp, welche Sommerparty sich die Partysanen nicht entgehen lassen sollten?

Da müssen sie gar nicht so weit reisen. Ich empfehle da auf jeden Fall nämlich den Love Family Park!

PARTYSAN STUTTGART JULI/AUGUST 2013
Interview: Georg Hagmeier
Matt John
The Keys
Cocoon
CORCD034
Release Date: 27-05-2013

 

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