Tony Humphries aka The King of Zanzibar ist einer der DJs, die aus der sterbenden Disco Ära Anfang der 80er einen neuen Sound entstehen ließen und ihn in die Herzen und Tanzbeine der Clubber spielten: House. Während Larry Levan den Groove in New York mit seinen Garage Sounds dirigierte, mischte Tony Humphries nicht nur gegenüber, in New Jersey, an Deck des verschwisterten Clubs Zanzibar, an der Geburt des großen Babies mit, sondern auch on Air in seiner Mix-Show bei der Radiostation Kiss FM.

Inspiriert von Gospel und Philly Soul, standen für Humphries, im Gegensatz zu den technikverliebten House-Machern in Chicago, vor allem die Vocals im Mittelpunkt. Sein deeper, soulorientierter Style prägte im Laufe seiner fast zehnjährigen Residenz im Zanzibar die Begriffe Garage House sowie Jersey Sound. Humphries Plattenteller waren für damalige Dance-Acts Fixpunkt und Startrampe: Er war unser Outlet, sagt Produzent Larry Rauson, was Tony spielte, stand am nächsten Tag in den Plattenläden. Humphries legendäre Talentshow im Zanzibar, The Jersey Dance, brachte lokale Acts und DJs wie Adeva, Blaze, Kerri Chandler oder Ten City damals erstmals vor ein Publikum von rund tausend Leuten.

London calling  Humphries mixing, mixing & mixing
Anfang der 90er war der Jersey Sound auch über den großen Teich geschwappt. Ende 92 nahm Tony ein Angebot aus London an und wurde zum ersten amerikanischen Resident DJ des jungen Ministry of Sound, für dessen initialen Hype er mit verantwortlich war. Humphries mixte 1993 auch die erste Ministry of Sound Sessions Compilation. Nach einer endlosen Zahl weitere DJ Mixes steht aktuell sein Masterclass Mix mit 27 excellent gemixten Tracks, von Joey Negro über Groove Junkies bis Hardsoul, in den Läden.

Seit dem Aus seines Labels Yellorange (1998-2003) betreibt Tony in seiner Heimat New Jersey außerdem sein aktuelles Outlet Tony Recordings. Unter den hunderten von Remixen aus Humphries langer Laufbahn finden sich unter anderem Arbeiten für Janet Jackson, Deee-Lite, Jungle Brothers, Soul II Soul, Queen Latifah, Donna Summer, Chaka Khan oder die Sugarcubes. Nicht zu vergessen einer der größten und unkaputtbarsten Hits der Dance Geschichte, Indeeps Last Night A DJ Saved My Life, dem Humphries den finalen Schliff verlieh. Ich liebe die Arbeit im Studio, meint Tony, aber DJing ist die Gold Card, auf die ich mich immer verlassen kann. Und mit ihm die Dance Crowd auf seiner kommenden Coke dj-culture Tour.

HIER SIND DIE 11 Statements DES MR HUMPHRIES:

Am meisten fasziniert mich an meinem Job, …
die Performance. Als DJ wie ein Musiker aufzutreten und jeden Abend die Herausforderung anzunehmen.
Wenn Du es einmal geschafft hast die Leute in den Bann zu schlagen, willst du es immer wieder.
Wie der Rennfahrer und die Geschwindigkeit.

Wenn mir jemand sagt, Techno sei tot, dann antworte ich…
Theres no such thing. House Musik ist ein Genre aus so vielen Einflüssen, House gibt es seit 20 – 30 Jahren nur unter anderen Namen. House ist ein Hybrid aus Sachen die du schon mal gehört hast und House wird nie sterben.

Ständig auf Reisen zu sein ist für mich…
a Pain in the B.U.T.T.

Die besten Clubs sind für mich die, in denen…
die Betreiber und das Puublikum offen sind für alles.

Nach einem Gig möchte ich normalerweise am liebsten sofort…
einen Rückblick auf das was ich grade getan habe und wie es akzeptiert wurde.

Es wäre super, einmal gemeinsam auftreten zu können mit…
Carl Cox. Das wäre bestimmt interessant.

Da wo ich jetzt bin, wäre ich niemals ohne die Hilfe von…
meinem Team. Die ganzen Reisevorbereitungen, der Businesskram, Radio und Promotionstuff – ohne mein Team wäre das alles nicht durchführbar.

Es gibt Scheiben, die sich absolut nicht verbrauchen, zum Beispiel…
alle Philadelphia International Records Veröffentlichungen.

Feiern macht mir immer noch Spaß, weil…
ich dann meistens mit jüngeren Menschen zu tun habe.

Die abgefahrenste Story, die mir beim Feiern je passierte war…
die Erfahrung zu machen wie schnell eine “Happy” Situation in eine “Sexual” Situation umschlagen kann.
“””lacht”””” “I think people can figure this out for themselves!”

Wenn ich nicht Musiker geworden wäre, dann wahrscheinlich…
Lehrer geworden. Ich liebe die Idee und die Aufgabe Informationen weiter zu geben. Egal ob es Fähigkeiten, Erfahrungen oder Musik – viele Leute glauben alles für sich behalten zu müssen.

Es gibt Dinge, die mich immer wieder aufs Neue nerven, nämlich…
Typen die mich anquatschen während ich auflege.

Deutschland ist für mich…
die Faszination dass an einem Abend die Leute sehr elektronisch abgehen aber gleichzeitig am selben Abend auch sehr soulfull sein können. Das ist zumindest mein Gefühl. You People over there want the real deal.!

COKE dj-culture No. 16:
TONY HUMPHRIES (Tony Records New Jersey USA) & ÂME (Sonar Kollektiv)
09.02. Leipzig Club Velvet
10.02 München Die Registratur
15.02. Berlin Weekend
16.02. Hamburg Uebel & Gefährlich
17.02. Köln The O-Konzept

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