The Story so far & in aller Kürze: Gregor Tresher erlebte in den letzten zwei, drei Jahren einen sensationellen Aufstieg, an dem Förderer und Fans wie Anthony Rother und Sven Väth nicht ganz unschuldig waren –


– auf deren Labels veröffentlichte Tresher etliche Platten, und vor allem Sven spielte seine Tracks exzessiv über einen langen Zeitraum. Gregors “Still EP“ (Datapunk) schoss ihn 2005 in den Olymp der europäischen Technoszene, es folgten Hits wie “Neon“ (Datapunk), “Full Range Madness“ (Cocoon), “The Now People“ (Great Stuff) und nicht zu vergessen sein Remix für Väths „Komm“ (Cocoon). Undundund… und dafür wählten die Leser der Raveline ihn zum “Besten Produzenten 2006.“

Soweit die Vergangenheit, no more Lobhudelei.

Das braucht der Mann nämlich überhaupt gar nicht – was uns jetzt interessiert, ist die nahe (Techno-) Zukunft, und die wird (mit-) beherrscht werden von Gregors Debutalbum unter eigenem Namen.

„A Thousand Nights“ beginnt verhalten-housig, ohne gleich alle Karten auf den Tisch zu legen – wir haben ja Zeit. „Black Rain“ kombiniert grooviges Mini-Geknarze mit klassischen Claps und definiert schon in den ersten Minuten des Albums die Qualitätsmesslatte. „Drunter geht’s nimmer!“, scheint der Track zu fordern.

Und so geht’s weiter: Abfahrt wechselt sich mit raffinierter Verhaltenheit und trippigem Neo-Trance ab, wobei Tresher nicht Tresher wäre, wenn er nicht wüsste, wo hier die Fettnäpfchen stehen, die es zu umschiffen gilt.

Bestes Anschauungsmaterial dafür ist der zauberhafte Titeltrack „A Thousand Nights“, der uns sein ungewöhnlich ungerade rhythmisiertes Hauptthema derartig in die Köpfe schraubt, dass es kein Entkommen mehr gibt. Da hört man schon zuhause am Küchentisch die Crowd jauchzen und flehen nach mehrmehrmehr.

„Könn’se haben, Mesdames et Monsieurs“, denkt sich da der Tresher und legt ein paar Tracks weiter „Full Range Madness“ nach – und hier ist der Name mal wieder fettestens Programm. Auch hier wird das Hauptthema derartig penetriert, dass der Ausbruch zwangsläufig kommen muss – du darfst auch Höhepunkt dazu sagen und jetzt an etwas Schönes denken.

Wem der Track bekannt vorkommt: Er gehörte zu den Höhepunkten der letztjährigen „Compilation F“ auf Cocoon Records und lief das ganze Jahr über rauf und runter in den einschlägigen Clubs. Und dann wird „Anti“ direkt nachgeschoben, wo ganz unverblümt „Rock-“ draufstehen kann – im Sinne von „das rockt, Alter!“

Und für die Nachspielzeit empfehlen wir „Battery“, das schon der heimliche Hit der 2006er „The Now People“-Maxi war mit seinen filigranen Stereotupfern und seiner unentziehbar-funkigen Bassline. Fettuchini, wie es in Kennerkreisen heißt!

Im CD-Format wird dazu noch verschwenderischerweise eine Bonus-CD gereicht, auf der Gregor im DJ-Mix die Highlights seiner Produktionen (u.a. mit Monika Kruse, Billy Nasty und Guy Gerber) und Remixe der letzten zwei Jahre featured. Quasi eine Werkschau „In the Mix“ on top mit Tracks, die vorher noch nie auf CD erhältlich waren.

Mit “A Thousand Nights” bringt Tresher den Stand von Techno 2007 galant auf den Punkt:

‘Du willst tanzen, Baby?‘ – ‚Klar, 1000 Nächte lang!‘


GREGOR TRESHER
A THOUSAND NIGHTS

Great Stuff Recordings
VÖ 26.10.2007

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