2 Jahre nach dem letzten großen Update legen uns die Propellerheads die vierte Neuauflage ihres All-In-One-Studios unter den Tannenbaum. Neben einem komplett neu überarbeitetem Sequenzer gibt’s in Reason 4 nicht nur einen neuen Synthesizer, sondern erstmals auch einen Arpeggiator, sowie den neuen Regroove-Mixer.


Sie nennen ihn „Thor“: Ein semimodularer Synthesizer mit hervorragend übersichtlichem Signalfluss. Auf der linken Seite lassen sich bis zu drei Oszillatoren aktivieren und in der Mitte wurden neben dem Oszi-Mixer zwei Multimode-Filter integriert, in die sich die Oszillatoren hinein routen lassen. Die Filter lassen sich ebenfalls miteinander verknüpfen, durch eine Sättigung schicken und schließlich einem dritten, globalen Filter zuführen.

Zusätzlich gibt’s noch einen LFO1, Filter- und Verstärkerhüllkurve sowie einen weiteren Hüllkurvengenerator. Neben Standard-Oszillatoren mit Sägezahn, Rechteck/Puls, Dreieck und Sinus gibt es noch einen Multi-Oszi zum abfeuern bereits angefetteter Wellenformen. Die FM-Sektion ist bei Thor sehr einfach gestaltet, sorgt aber für den typischen, bisweilen schneidenden Sound.

Thor besitzt einen Formant- und einen Kammfilter, die weitere sehr interessante Eingriffe ermöglichen. Im unteren Teil der Synthesizerbedienoberfläche findet man einen analog-artigen Step-Sequenzer und die Modulationsmatrix mit 13 Quellen.

Der neu überarbeitete Sequenzer bietet dem leidenschaftlichen Produzenten Dank neuer Features noch mehr Komfort. Bei der Aufnahme werden Noten und Bewegungen des Reglers im Rack in getrennten „Lanes“ aufgezeichnet. Es entstehen echte Clips, die sich verschieben, schneiden, kopieren und begrenzen lassen. Außerdem lassen sich die „Lanes“ verschiedenen Pattern-Kanälen zuweisen, was dann für den Regroove-Mixer interessant wird. Die neue Toolbox sorgt für mehr Übersicht.

Einen Clip zu markieren und in der Toolbox schnell die Quantisierung oder Notendetails anzupassen ist herrlich einfach geworden. Auch die Automation ist neu und jetzt vektorbasiert, wie man es von Konkurrenzsequenzern her kennt. Mit ihr kann man jetzt sogar im Handumdrehen das Tempo linear automatisieren.

In der Praxis bleiben nach unserem Test noch einige interessante Neuheiten dick markiert. Was viele sicherlich ganz besonders freuen wird, ist dass Reason jetzt komplett auf Deutsch betrieben werden kann. Des weiteren gibt es eine gedruckte Einführung sowie eine PDF-Referenz, die kaum Fragen offen lässt.

Reason bleibt ein in sich geschlossenes System und läuft daher auch auf etwas schwächeren Rechnern oder Laptops ohne Systemabstürze. Insgesamt also ein perfektes Allround-Paket, das sich nach wie vor von allen anderen Studiosequenzern abheben kann.

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