Eine der steilsten Karrieren in ihrer Sportart hat sie letztes Jahr schon hingelegt, jetzt schiebt sie eine der aussergewöhnlichsten Mix Compis des ersten Quartals 03 nach.

Eine der steilsten Karrieren in ihrer Sportart hat sie letztes Jahr schon hingelegt, jetzt schiebt sie eine der aussergewöhnlichsten Mix Compis des ersten Quartals 03 nach. Das Eine hat das Andere wohl mit bedingt, denn je steiler die eigene Karriere, desto unwesentlicher die „Sachzwänge“, die ins Tracklisting reinreden. Will sagen – Caroline (so ihr Name, bevor sie als Miss Kittin den langen Weg zum Weltruhm beschritten hat) hat hier Tracks gesigned, die musikalisch überzeugt haben. Kommerzieller Erfolg war fürs Tracklisting, wenn überhaupt, zweitrangig.

Was Ausflüge in musikalische Bereiche zur Folge hatte, die man schon fast als experimentell bezeichnen kann, wobei zwei rote Fäden sich durch die ganze Scheibe ziehen: Tanzbarkeit vs. Deepness in einem wunderbar ausgewogenen Hin und Her und Miss Kittins unnachahmlich sexy Stimme, der man aber auch mal zuhören sollte, was sie zu sagen hat. Is nämlich nicht so, dass die Schweizerin da dauernd von Sex quatscht, wie’s in Elektro Hausen sonst so Usus ist. Nee, die macht sich Gedanken, die weiter gehen, als bis in den Schritt irgendwelcher androgyner Party Tiere. Musikalisch bewegt sich RADIO CAROLINE natürlich in erster Linie auf Electro Pfaden, lässt aber jederzeit zu, was mit „dubby“ Einflüssen am Besten beschrieben ist.

Songstrukturen und analoge Instrumentierungen erwarten den Hörer genauso, wie Passagen, die an reine Sound Frickelei erinnern – aber immer fett abgehen, bevor das Gefrickel anfängt zu nerven. Der Reifeprozess ist unüberhörbar, der idealistische Ansatz und die altruistische (weil bis dato weniger erfolgreiche Künstler supportende) Herangehensweise an die Aufgabenstellung „DJ Mix Compilation“ ist unübersehbar – macht unterm Strich 10 von 10 Punkten.

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