In der letzten Ausgabe hatten wir euch bereits das neue Album des sympathischen Schweden Cari Lekebusch in der Record Box vorgestellt. „You are a hybrid too“ wird das gute Stück heißen und erscheint Ende April / Anfang Mai, natürlich auf seinem eigenen Label H-Productions. In einem sehr spannenden wie unterhaltsamen Skype-„Telefonat“ hat Cari uns eine ganze Menge über sein mittlerweile 20(!) Studioalbum, seine Leidenschaft zur Musik sowie alle möglichen Infos Rund um sich und sein Label gegeben.

Cari Lekebusch

Bedingt durch die Tatsache, dass ich den „alten Schweden“ schon ein paar Jahre kenne, hat er mir glücklicherweise sehr frei und losgelöst erzählt, was ihn zu „You are a hybrid too“ bewegt hat. Aufgrund eines neuen Booking Agenten und eines neuen Managements (www.wearebigfoot.com) hat Cari nun endlich wieder die Zeit, sich auf das zu konzentrieren, was Ihm am meisten Spaß macht, nämlich das Musik produzieren und an neuen Tracks schrauben und Beats machen. Darin geht er einfach auf. „Ich habe ja genau damit angefangen, das ist das was ich machen möchte: Musik machen.“

Wenn man seinen Worten glauben schenkt, dann ist ein Tag ohne das Musikmachen so, wie „wenn man nicht auf Toilette gehen kann, wenn man muss.“ Nach Möglichkeit versucht er auch jedes Jahr ein neues Album zu kreieren. Am liebsten auch Alben, die Ihn als DJ wiedergeben. Meistens Tracks für den Club, die alle in einem bestimmten Flow zusammenpassen, ineinandergreifen. So sei der neue Longplayer zwar sehr minimal und reduziert in seinen Soundstrukturen, jedoch sehr synthetisch und technoid für den Dancefloor. „Nichts für Anfänger…“. Denn um das Ganze wirklich zu genießen oder zu verstehen muss man schon etwas tiefer mit der Materie des Technos bewandert sein. Alle Tracks sind auch sehr aktuell wie frisch. Das Album entstand in den letzten 6-10 Monaten. Ältere Stücke sucht man darauf vergebens, denn „wenn es ein Track nicht schafft mich sofort zu überzeugen, dann mache ich lieber direkt einen neuen.“ Amüsant wird es als die Frage nach dem ersten Album aufkam. Hier wird deutlich wie viel Musik und Tracks Cari überhaupt schon veröffentlicht hat. Nur schwer kann er sich an seine erstes Album erinnern.

„Irgendwann Anfang der 90er oder so, das war glaube ich eine Doppel 12“ mit 8 Liedern. Mehr war damals nicht möglich, da der Platz auf Vinyl begrenzt ist“. Während des Gesprächs wird auch klar, das es gar nicht mehr so sicher ist, ob es wirklich auch das 20. Album ist. „Ich habe so viele Alben auch unter Pseudonymen oder mit anderen produziert, das es auch 22 oder 23 sein könnten…“

Übrigens wird auch das neue Album nach wie vor noch auf Vinyl erscheinen. Außerdem wird es digital und auf CD erhältlich sein. Sehr wichtig ist es für ihn auch, die Fans und Sammler seiner Musik in einer Art „Community“ zu integrieren. Wenn man zum Beispielt direkt über den eigenen H-Productions Webshop bestellt, dann kommt man in den Genuss von exklusiven Bonustracks, kurzen Videodokus, Pics für iPhones uvm. So möchte man die Fans natürlich mehr integrieren und bekommt auch das direkte Feedback.

„Der Informationsaustausch ist einfach immer wichtiger, da muss man mitmachen“ sagt Cari. Auch sei es heut zu Tage viel schwieriger, durch Musik aufzufallen, da die Anschaffung von Equipment etc. immer günstiger wird. „Damals musste man erstmal einige tausend Euro in die Hand nehmen um sich ein Studio aufzubauen. Heute reicht ja fast schon ein Computer.“ Durch die angesprochene, wieder gewonnen „Freiheit“, durch das neue Management, kann sich H-Productions als Label nun endlich auch wieder sehr toll entwickeln: Mit einem festen Künstlerstamm der sich aus Joel Mull, Alexi Delano, The Advent & Industrialyzer, Jesper Dahlbäck, Tony Rohr zusammensetzt.

„Alles gestandene und bekannte Namen, die seit vielen Jahren in der Technoszene aktiv sind und mit denen ich sehr lange und gut befreundet bin. Aber ich setze auch auf einen schwedischen Newcomer, den Nima Khak, den möchte ich natürlich nun auch mit featuren und aufbauen.“ Es ist sehr wichtig, dass auch das drum herum stimmt. Es muss einfach passen. „Eigentlich könnte ich nur mit Freunden arbeiten“ merkt Cari an. „Ich bekomme zwar viele Demos, aber momentan ist da einfach kein Platz für neue Künstler. Der Releaseplan steht jetzt schon bis Anfang 2013. Man muss ja auch vorsichtig sein, dass man nicht zu viel herausbringt, nicht das die Musik sonst untergeht.“

Es muss einfach passen, gerade menschlich. Das merkt man direkt wenn man sich mit Cari unterhält und wenn er von seinen Projekten erzählt. Projekte sind ein gutes Stichwort, denn neben dem neuen Album stehen noch weitere spannende Dinge an. Es wird eine neue DJ-Mix Serie geben. Die erste Ausgabe wurde von Cari selbst gemixt und trägt den Namen „Archeology Exc“. Wie der Name schon sagt, stecken da alte, vergrabene Schätze drin. Passend zur aktuellen Generation, sind die Tracks hierauf überwiegend aus dem Zeitraum 1990-1996. „Auch hier kann man dann wieder die alten Tracks und bisher auch unveröffentlichte Tracks direkt über unseren Webshop beziehen.“ „Wir sind ständig auf der Suche nach neuen Konzepten“.

Wie auch die „Mutations 101“ Compilation. Hier werden Tracks und Sounds von älteren Tracks des vergangenen Jahres neue editiert oder neu interpretiert. Ebenfalls vor dem Album erscheint noch eine EP mit neuen Remixen von ältern Lekebusch Tracks. Diese werden dann von Slam, Alan Fitzpatrick, Joseph Capriati und Nima Khak neu aufgesetzt. Man ist also ständig kreativ und am tüfteln.

Text/Interview: Raphael Dincsoy

Deutsche Autos sind ja alle weltklasse generell!
Interview: Cari Lekebusch

Cari Lekebusch – You Are A Hybrid Too
H Productions

Mutations 101 > Showcase der schwedischen Technofraktion
H-Productions

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