Herbert, erzähl uns etwas über Deinen Background, wie bist Du zur elektronischen Musik gekommen?


Ursprünglich komme ich von schwarzer Musik generell, insbesondere Hip Hop. Ich habe aber schon früh angefangen, neben Hip Hop und Funk auch House und Techno zu kaufen. 1994 habe ich in meinem ersten Resident club, dem Bonner Ballhaus, Freitags schwarz gespielt und Samstags elektronisch. Nach und nach verschob sich das Ganze immer mehr in die 4/4 Schiene, so dass ich mich ab Ende 1996 nur noch elektronischer Tanzmusik gewidmet habe.

Was hat Dich bewogen, in wirtschaftlich nicht unbedingt sicheren Zeiten, einen Plattenladen zu eröffnen?

Natürlich die Liebe zur Musik. Mit dem Verkauf von Schallplatten kann man heutzutage, wenn man ein ausgesuchtes Sortiment anbietet, nicht reich werden. Dies war auch nie meine Absicht, aber ich wusste von dem Moment an, wo die Idee geboren wurde : genau das ist es, was ich machen will. Und seitdem habe ich meine Entscheidung noch keine Sekunde bereut !

Das Auflegen und Produzieren dürfte einiges an Zeit in Anspruch nehmen, schmeisst Du Flipside trotzdem nach wie vor fast alleine?

Im Moment wird es tatsächlich sehr schwierig, alles unter einen Hut zu bekommen. FLIPSIDE betreibe ich seit der Gründung im August 1998 mit meinem Partner Carsten Dämbkes zusammen. Er kümmert sich um die schwarze Musik, sprich Jazz, Funk, Soul und natürlich Hip Hop, während ich mich um die elektronischen Aspekte bemühe.
Freizeit ist bei mir sehr spärlich gesät, da ich ja durch das Auflegen auch am Wochenende so gut wie nie frei habe. Tja, Leidenschaft schafft Leiden.

Erzähl uns einige Worte über Jaktronik – wie kam das Systematic-Sublabel zustande, welche Künstler sind bereits gesigned und welche Releases stehen in den Startlöchern?

Ich betreibe das Label zwar zusammen mit Marc Romboy von Systematic, es ist aber kein Sublabel. JAKTRONIK REKORDS dient in erster Linie als Platform für meine eigenen Produktionen und Projekte, was aber nicht ausschließt, dass ich auch andere Künstler veröffentlichen werde. Es wird sich aber vornehmlich um Tracks von Freunden oder Leuten aus meinem näheren Umfeld handeln. Genaueres wird noch nicht verraten.
Ich versuche, das Label ohne das übliche Namedropping mit Remixern oder eingekauften Künstlern zu betreiben.

In welchen Clubs kann man Dich momentan regelmässig hören?

Wirklich regelmässig bin ich nur in der HARPUNE in Düsseldorfer Medienhafen, welche seit Dezember 2002 meine Residency ist. Ansonsten spiele ich bei verschiedenen Veranstaltungsreihen wie dem AUDIO FC in Krefelder Meilenstein, der DEFINITION OF TECHNO-Reihe in verschiedenen Locations, LOONYLAND / DARK SIDE OF THE LOON in Köln und der HEIMATMELODIE im Hotel Shanghai in Essen, um nur einige zu nennen. Meine genauen Dates kann man auf meiner Seite www.herbertboese.de erfahren.

Was sind Deine Pläne für die nähere Zukunft?

Auf dem Weg weiter zu gehen, auf dem ich mich befinde. Mehr Zeit im Studio zu verbringen, weiter aufzulegen und mich um FLIPSIDE zu kümmern. Alles was ich im Moment tue macht mir unheimlich viel Spass, die Möglichkeit, durch DJing zu reisen, neue Leute zu treffen und meine eigenen Vorstellungen im Studio in Tracks umzuwandeln.

Es gibt Anfragen und Aufträge für Remixe, Releases auf anderen Labels stehen an und verschiedene Kolaborationen. Also hab ich einen recht vollen Terminkalender zur Zeit, worüber ich mich aber natürlich nicht beschwere !

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