Ähem, Luft holen. Die nun folgende Rezension ist nicht objektiv, weder zurückhaltend noch genügsam. Und warum sollte sie das auch sein? Hat jemals jemand an die Objektivität von Kritiken geglaubt?

Nicolas Jaar hat ein glorreiches, nicht fassbar reifes, unglaubliches Album hervorgebracht. Wer schüttelt denn bitte solche Samples und originäre Klänge aus dem Ärmel? Wer produziert so wunderbar roh und gleichzeitig abgeklärt? Wer erhebt die verblüffte Meute mit Slow-Motion-Nonchalance so charmant ins Nirvana?

Nun ja, da gibt es einen Herren, der sich zur Primetime im berghainigen Berlin ein 90 -bpm-Set zutraut und daraufhin von feuchten Achseln und himmelwärts gestreckten Armen mehr als bestätigt wird.

Stimmen, Gesänge, bei denen mir die Tränen kommen (es bleibt subjektiv), wundertütenhafte Beats, die glückstrunkene Tanzeskapaden erzwingen und eine gitarrenverzerrte Grundmelancholie, die sich bei aller Euphorie durch den gesamten Klangraum zieht – davon wird man schlichtweg überrollt. Einfach so. Jeglicher Widerstand ist verdampft…

Worte sind – wie meistens – vollkommen zwecklos. Wir haben es hier mit einem Album zu tun, das ein Potential hat, das irgendwo zwischen der DJ-Kicks von Kruder & Dorfmeister, Ricardo Villalobos, Nina Simone und Elvis liegt. Oder ganz anders. Auf jeden Fall groß.

Nicolas Jaar

Space Is Only Noise

CD / digital – Circus Company

VÖ: 02/2011

Rezi by Johannes Suckfüll






tracklist:

01. etre-intro
02. colomb
03. sunflower
04. too many kids ain the dust
05. keep me there
06. i got a woman
07. problems with the sun
08. space is only noise if you can
09. specters of the future
10. almost fell
11. balance her in between you eye
12. trace

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