Corona hat dem Nightlife ganz schön eins übergebraten. Die Clubs sind dicht und bis wieder normal gefeiert werden kann, dauert es noch lange. Für die lokalen Szenen und Künstler könnte genau das aber auch eine Chance sein.

Aus dem Jugendphänomen der frühen 90er ist ein globaler Markt geworden. House und Techno finden nicht mehr in kleinen Clubs und bei illegalen Raves statt und die DJs sind die Musikhelden, die Stars des vergangenen Jahrzehnts geworden. Durch diese Entwicklung hat sich die Szene auch aus kleinen, regionalen Communites ausgebreitet und findet in aller Öffentlichkeit weltweit statt. DJs fliegen von Gig zu Gig über die Kontinente und die Partycrowd hinterher. Damit ist jetzt dank Corona aber erstmal Schluss!

Corona legt die Clubs lahm

Mitte März wurde das Clubleben in Deutschland und eigentlich auf der ganzen Welt lahm gelegt. Von den Kontaktbeschränkungen war die Gastronomie und damit auch die Clubs am härtesten getroffen. Wo Menschen auf engem Raum zusammenkommen, Alkohol trinken und sich in der Dunkelheit verlieren wollen, fühlt sich ein Virus wohl, das sich gerne ausbreiten möchte. Corona und Rave passen einfach nicht zusammen. Die Entscheidungen und Vorgaben der Regierungen sind daher sicher nachvollziehbar, für die Veranstaltungs- und Unterhaltungsbranche aber krasse Einschnitte, die viele Clubbbetreiber, Barleute und DJs vor Existenzprobleme stellen.

Feiern vor der Haustür

Die Coronazahlen gehen weltweit zurück und damit gibt es auch überall Lockerungen der Kontaktbeschränkungen. Clubs und Bars dürfen unter bestimmten Auflagen wieder öffnen und die Schweiz ist ein Beispiel dafür, wie auch das Nachtleben langsam wieder in die Gänge kommt, besser gesagt das Tag-Feier-Leben. Maximal 300 Personen dürfen gleichzeitig in einer Location sein und um Mitternacht ist Schluss. Und anstatt sich über diese Einschränkungen zu beschweren, legen Die Clubs in der Schweiz jetzt wieder los und präsentieren ihre Residents und große Namen aus der Schweiz. Luciano hat unter anderem schon für 300 Raver im D!Club in Lausanne gespielt und Andrea Oliva beglückt den Nordstern in Basel mit einem All Night Long Gig.

Auf der Seite von Resident Advisor gibt es einen Bericht zur Situation in Asien. Dort ist das Nachtleben schon einen Schritt weiter als in Europa und es scheint, als ob Corona der Techno-Globalisierung einen Riegel vorgeschoben hat und die kleineren, regionalen Acts davon profitieren könnten:

„Nightlife in the region is slowly restarting after the coronavirus crisis. Clubs are currently open in China, Taiwan, Hong Kong, Vietnam and parts of Japan. Hygiene measures such as temperature checks are in effect. So far, venues in these countries say turnout has been solid. Due to complex travel rules that ban most foreign nationals, promoters and bookers have no choice but to focus on local lineups until restrictions loosen. In the absence of international acts, it’s hoped that crowds will get better acquainted with on-the-ground offerings. That could increase demand for domestic talents once global bookings resume and equalise the playing field.“

Für Clubs die auf große Bookings angewiesen sind und für Künstler, die sich an hohe Gagen gewöhnt haben ist diese Entwicklung sicher nicht erfreulich. Vielleicht entsteht dadurch aber ein back-to-the-roots Effekt, wenn es in Deutschland wieder mehr Möglichkeiten für Clubs gibt und die Einschränkungen gelockert werden. Kreative Ideen sind dann gefragt, um die musikbegeisterten Gäste in den Club zu ziehen und Umsatz zu generieren und nicht mehr nur der größte Headlinername auf dem Monatsprogramm. Vielleicht wirkt sich Corona nach dem ersten Schock sogar positiv auf das Nachtleben aus und es gibt eine Art Neuanfang, von dem die Clubs und Künstler in den einzelnen Regionen profitieren.

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