Wie bringe ich meinen Track in die Beatport Charts? Eine neue Runde im Katz und Maus Spiel um gefakte Charts.

Wie bringe ich meinen Track in die Beatport Charts? Eine neue Runde im Katz und Maus Spiel um gefakte Charts. Mal wieder macht eine Nachricht um gefakte Beatport Charts die Runde durch die Blogs und Netzwerke.
Und wieder geht es um dubiose Anbieter die den Einstieg eines Tracks in die Beatportcharts deiner Wahl anbieten.

 

Wir berichteten schon letztes Jahr über den von SOMA entdeckten „Cloud-Sourcing-Massendownload-Fake“. Damals ging es um eine Art Stellenausschreibung für professionelle Chart-Faker auf Webworker Job Portalen.

Jetzt wird über Emails berichtet die einen konkreten Service anbieten, einen Track in die Beatport Charts zu bringen. Gleich komplett mit Preisen und den für die verschiedenen Genre Charts benötigten Downloads. Wir kennen diese Mails, die auch bei uns eintrudeln.

Grundsätzlich möglich ist dieses System durch kleine Programme, sogenannten Bots, die den Download vollautomatisch einkaufen. Zwar zählt Beatport keine Einkäufe in die Berechnung der Charts die von einem Account, einer Kreditkarte oder ein einer IP Adresse kommen, aber auch das lässt mit etwas programmiertechnischer Erfahrung und entsprechender Erfahrung und Energie durchaus umgehen. Mann braucht nur ein paar hunder Emailadressen, Konten, IP Adressen und Server um diese Sicherheitseinstellungen zu umgehen.
Nicht einfach, aber auch nicht unmöglich.

Und auch gar nicht sooo unwahrscheinlich.
Wir sehen bei unserem Poll schon seit Jahren dass Leute versuchen durch „Einweg-Emailadressen“ die Nominierungen und Votings zu faken - vor allem auf die Kategorie „Newcomer des Jahres“ haben es diese  Fake Attacken abgesehen. Da diese Adressen leicht zu identifizieren sind, haben einen Filter laufen, der entsprechende Domains automatisch aus der Zählung schmeisst.  

Sind Mix Charts einfacher zu beeinflussen als Track Charts?
Interessant wäre mal rauszufinden wie schnell man einen kompletten DJ Mix in die Charts bringen kann. Durch den höheren Preis eines Mixes gegenüber einen einfachen Tracks sollte logischerweise auch die Schwelle der benötigten Verkäufe um in die Charts zu kommen niedriger sein.

Braucht es für eine Platzierung in den Techno Top 100 angeblich nur 30 Downloads, könnte das bei Mixen ja vielleicht schon bei 10 oder 15 Dowloads reichen.
Und wenn man sich die Mix Charts so ansieht, dominieren da eher unbekanntere Namen als etablierte Acts.
Und irgendeine Provinzdisko wird sich schon durch eine Chart Platzierung in den Mix Charts beeindrucken lassen - die Investition in die paar Downloads hat man dann also durch die Gage wieder drin.‽

Nicht vergessen sollte man auch dass die Charts ja auch wöchentlich berechnet und ausgewertet werden.
Eine Runde Fake Downloads bringt also vielleicht auch nur einen schnellen Einstieg, bezahlt man den Download Bot dann nicht weiter, fliegt man auch schnell wieder raus.
Ein easy Geschäftsmodell für den Bot Net Betreiber und eine Einstiegsdroge für seine Kunden.

Aber muss das denn so sein?
Gäbe es keine Möglichkeit solchen Bots und Fake Agenturen in die Suppe zu spucken?

Mit einem Captcha, also einem von diesen nervigen Are-U-Human Tests, bei denen man ein fast unleserliche Folge von Zahlen und Buchstaben abtippen muss um einen Einkauf abzuschliessen würde einer Maschine schon Probleme bereiten und mehr Sicherheit bringen dass der Einkauf auch tatsächlich von einem echten Menschen gemacht wurde.

Aber welcher Laden baut schon einen Hindernis Parcour vor seiner Kasse auf?

Laut einem Chat Interview auf Reddit hat Beatport CEO Matthew Adell vor drei Wochen noch versichert dass Fake Einkäufe und Chart Manipulation zwar bekannt sind und Beatport auch „Katz und Maus“ mit den Fakern spielt, diese aber trotzdem nicht möglich wären, der Einkauf eines Banners im Startseiten Slider für 4.000$ (genannt: Beatport Amplify) aber schon.

Das sollte man bei allen Spekulationen erstmal wirken lassen.

Unser Fazit bleibt daher auch bei dieser Runde der ewigen Chart Diskussion:

Glaubt nichts, was in den Charts steht!


by on November 22, 2013

Kommentare

  1. Die Lösung ist doch einfach :
    Die Charts gehören abgeschafft. Sie sind einer von vielen Flüche der Dance-Szene.
    Gibt doch nichts langweiligeres als die Tatsache, dass leider immer noch zu viele DJs das gleiche spielen.
    Charts sind nur Instrumente des Kommerz und nicht der Kreativität.
    Eigentlich müsste man Shops mit eigenem Chart-System boykottieren.

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