Thomas P. Heckmann feiert Jubiläum und ist umtriebig wie seit langem nicht mehr. Zwischen seinen Gigs in Berlin und Stuttgart haben wir Thomas zu einem kleinen Talk im Hotelzimmer getroffen und über Vergangenheit und Zukunft gesprochen.

Leben und sterben in Mainz

„Ich lebe schon immer in Mainz und finde es super, dass ich dadurch unabhängig von irgendwelchen Szenen mein Ding durchziehen kann. Obwohl ich natürlich viel in anderen Städten unterwegs bin, mag ich es in Mainz einfach. In meiner Jugend gab es das KUZ, ein alternatives Kulturzentrum, wo wir immer mittwochs, freitags und samstags immer am Start waren. In den späten 80ern sind wir dann auch immer öfter rüber nach Frankfurt ins Omen und in die Music Hall, meine Base ist aber immer Mainz geblieben. In dieser Zeit hätte eigentlich auch meine erste Platte rauskommen sollen, die dann aber doch nicht releast wurde. 1991 war es dann mit „Liquid“ so weit und es ging auch gleich ganz gut los für mich und die Nähe zu Frankfurt war sehr nützlich für den Start. Trotzdem hat es mich nie komplett dorthin gezogen und ich lebe gern in Mainz, das zwar niemand auf der Landkarte kennt, das durch Mainz 05 und mich aber vielleicht ein bisschen bekannter geworden ist.“

Vom Elektriker zum Labelmacher

„So richtig happy war ich mit dem Sound der Labels nicht, auf denen ich ab 1991 releast hatte. Meine Produktionen wurden dort zwar gut promotet und haben sich auch gut verkauft, trotzdem beschloss ich 1993, dass ich mein eigenes Label machen will. Damals gab es noch kein Internet, wo man sich alles aneignen kann. Ich hatte aber schon einige Erfahrungen gesammelt und war mir sicher, dass ich das auch alleine alles meistern kann und habe Trope Recordings gegründet und danach noch A.F.U. und Wavescape. Bis heute kümmere ich mich um alle Aufgaben der Labelarbeit komplett selbst und habe alle Fäden in der Hand.“

Heckmann 2017

25 Jahre und kein bisschen ruhiger

„Bei mir ist immer so viel los, dass die letzten Jahre rasend an mir vorbei geflogen sind. In den 90ern bis zum Millenium ging alles schrittweise voran, aber jetzt laufen so viele Dinge parallel, dass ich manchmal gar nicht mehr weis, was alles ansteht. Ich kümmer mich um mein komplettes Booking und die Labelarbeit selbst und bin in erster Linie ja eigentlich Künstler. In den letzten zwei Jahren habe ich auch selber wieder sehr viel Musik gemacht und mich intensiver mit meinen Produktions-Geräten beschäftigt. Manchmal nehme ich mir zwei, drei analoge Geräte aus dem Studio mit ins Wohnzimmer und experimentiere dann nur mit denen rum. Wenn man Musik macht, muss man sich immer wieder selbst motivieren, damit es vorwärts geht und das schaffe ich irgendwie ganz gut. Obwohl ich immer denke, ich schalte langsam mal einen Gang runter, habe ich immer noch so viel Bock, dass ich einfach immer weiter mache.“

Remixplatten zum Jubiläum

„Eigentlich wollte ich aus den Jubiläums-Remixen gar keine so große Sache machen. Dann war ich aber mit so vielen befreundeten Acts in Kontakt, die alle einen Remix machen wollten, dass es jetzt doch eine Vinyl-Serie geben wird. Ich freue mich, dass so viele Leute mit dabei sind und es musikalisch so abwechslungreich geworden ist. Es sind düstere Industrialsachen mit dabei, aber auch etwas softere Remixe was sich an Namen wie Gez Varley, Raphael Dincsoy, oder Butch zeigt. Die Remixe kommen jetzt nach und nach auf Vinyl raus und bilden ein cooles Gesamtpaket.“

Lieber Thomas, herzlichen Dank für das Interview und für deinen musikalischen Input, den du der Technowelt seit 25 Jahren bietest! Wir schauen immer mal wieder für Updates auf Deiner Facebookseite vorbei.

Noch mehr Berichte zu Thomas P. Heckmann gibt’s hier auf partysan.net!

 

 

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