Produzent. Liveact. Filmkomponist. DJ. Remixer. Stephan Hinz hat einen guten Lauf und lebt seine Kreativität und Begeisterung in allen Bereichen der Musik voll aus.

„Irgendwann möchte ich mal für eine Zeit am Wasser leben.“

Mit diesem Langfristplan im Gepäck lebt und arbeitet Stephan Hinz seit mittlerweile drei Jahren in Berlin. Das mit dem Wasser hat für Stephans Musikprojekte immerhin schon geklappt, denn er ist Teil der Riverside Studios, die direkt an der Spree beim Schlesischen Tor sind. Das Kreativzentrum ist zur Zeit einer der umtriebigsten Plätze in Berlin, für den sich immer mehr Produzenten begeistern.

„Als ich vor drei Jahren hierher gekommen bin, war ich einer der ersten Mieter der Studios. Martin Eyerer, Tassilo Ippenberger und Jad Souaid haben damals begonnen das Kellergeschoss des Gebäudes in hochwertige Studios umzubauen und die Fläche nach und nach zu erweitern. Mittlerweile haben wir hier mehr als 20 Studios, einen Seminarraum, einen großen Aufnahmeraum und einen DJ-Recordingraum auf über 1200 Quadrametern Fläche. Die meisten der Mieter kommen aus dem Bereich der elektronischen Musik, wie z.B. David August, Tobi Neumann, Arno von Booka Shade und Santé, aber es sind auch einige Pop-Produzenten und andere Sounddesigner mit dabei. Die Vielfältigkeit der unterschiedlichen Musiker ist eine echt spannende Mischung, da wir aber fast nur Männer sind, geht es manchmal auch etwas chaotisch zu, wie in einer Studenten-WG.“

Mitbegründer und Teil der Riverside-Community sind Tassilo und Thomas von Pan-Pot. Sie haben Anfang 2014 ihr Label Second State ins Leben gerufen und Stephan mit ins Boot genommen. Katalognummer 2 kam dann direkt von Hinz & Ruhmhardt und die Nummer „Doch“ wurde zum weltweiten Hit.

 

Durch weitere Releases auf so großen Labelnamen wir Drumcode und Intec ist Stephan Hinz ein bekanntes Gesicht der Technoszene geworden und die mittlerweile über 60.000 Facebookfans sprechen für sich. Trotz des großen Erfolges, sah der Plan eigentlich anders aus.

„Ich mach schon seit vielen Jahren elektronische Musik und hoste auch seit fast 17 Jahren meine Plattenleger Radioshow auf DASDING. Eine große Leidenschaft ist aber auch schon lange die Komposition und Produktion von Filmmusik und genau da wollte ich meine Arbeit vertiefen. Mit dem Umzug nach Berlin hat sich da auch einiges getan, neben einigen Additional Writings für Filmmusiken anderer Komponisten, habe ich gerade meine erste Filmmusik für einen Kinofilm geschrieben. Das hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, aber genau so viel Spaß hat mir danach meine nächste EP für Second State gemacht. Für mich gehen da einfach zwei Welten zusammen und ich kann mir das Eine nicht ohne das Andere vorstellen.“

Die Vielfältigkeit seiner Arbeit scheint sich gegenseitig gut zu tun und die Ergebnisse passen immer perfekt in die jeweilige Welt. Andere würden sich bei diesem Pensum vielleicht verzetteln, oder einen Bereich vernachlässigen, Stephan ist aber sehr gut organisiert und plant seine Zeit im Studio so, wie andere ihre Büroarbeitszeit.

Ein neuer Remix steht in den Stores

„In den letzten Wochen habe ich zwei neue EPs geschrieben, die später dieses Jahr kommen werden. Außerdem ist gerade ein Remix auf Unrillis rausgekommen, dem Label von Rino Cerrone. Ich mache ja im Moment so gut wie überhaupt keine Remixe mehr, aber das hat mal wieder richtig Spaß gemacht. Ab einem gewissen Punkt bekommst du ständig Anfragen nach Remixen, aber in 99,9% der Fälle sind das echt sehr langweilige Tracks von zum Teil recht unfreundlichen Menschen und letztlich bist du nur das Marketing-Tool, um aus einem vielleicht eher nicht so tollen Release doch noch was rauszuholen. Dafür ist mir meine Zeit echt zu schade, weswegen ich dazu übergegangen bin eigentlich nur noch Freunde zu remixen. Oder Leute die über die Jahre zu Weggefährten geworden sind und mit denen ich eine ähnliche Leidenschaft für elektronische Musik und das Drumherum teile.“

Neben den eigenen Produktionen und gelegentlichen Remixen nutzt Stephan Hinz auch das Second State-Netzwerk für Studio Zusammenarbeiten.

„Anfang des Jahres war ich mit Clint Stewart im Studio und wir haben zusammen einen Track für sein Hub-Release auf Second State geschrieben. HUB ist ein sehr spannendes Format auf Second State bei dem jeweils der Fokus auf einem Artist liegt, der dann mit allen anderen zusammen Collabs macht. Das macht wahnsinnig viel Spaß und erlaubt uns Artists auch den eigenen Rahmen mal etwas weiter zu fassen. Clint war außerdem mit Pan-Pot, The Reason Y und Michael Klein im Studio.“

Im Sommer on the road

Stephans Tourkalender ist jeden Monat mit feinen Gigs gefüllt und bringt ihn regelmäßig in tolle Städte wie Barcelona, oder London. In den kommenden Wochen werden die Raver in ganz Europa aber noch öfter in den Genuss seiner Livesets kommen.

„Über den Sommer werde ich mich sehr stark aufs Touren konzentrieren und meinen Live Act noch weiter aus- und umbauen. Das mache ich zwar ständig, aber da kann man auch ständig Dinge anders und besser machen. Mit jedem Mal spielen habe ich neue Ideen und bin auf neue Grenzen gestoßen. Die Ideen wollen ausprobiert und die Grenzen verschoben werden. Ich freue mich auf Festivals wie das das WET Festival, mein Set im Amnesia in Mailand und viele weiter spannende Gigs in Luxemburg, Belgien, England, Spanien, Rumänien. Und nach den vielen Gigs freue ich mich sehr darüber, dass ich mir schon Gedanken über die Musik für die nächsten Filmprojekte machen darf. Die sind alle schon geplant, aber Details werden noch nicht verraten.“

 

Vielen Dank für das Interview Stephan! Wir freuen uns schon darauf, dich bald mal wieder live zu hören und wünschen dir weiterhin viel Erfolg und Kreaitvität.

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