Nachdem die Darstellung von Gewalt schon ihren Siegeszug durch Bilder, Filme und Computerspiele angetreten hat, sind seit einiger Zeit anscheinend die Musikvideos an der Reihe. Lange Jahre war dieses Genre nahezu unbefleckt. Auf MTV und Viva drehten sich zwar sexy Clips und auch mal der eine oder andere rasante Film in der Heavy Rotation, aber Skandale wie “Girls On Film” von Duran Duran (1981) waren eher selten. Immerhin hatten die Künstler ja auch ein starkes Interesse daran, nicht nur im Nachtprogramm gezeigt zu werden. Zu wichtig war das Musikfernsehen zu dieser Zeit.

Aber auch zu der Zeit, als auf MTV noch hauptsächlich Musik lief, gab es die ersten Videos, die als skandalös anzusehen waren. Zum Beispiel “Come To Daddy” von Aphex Twin (1997), in dem Gewalt zwar auf eine spekulative, aber dennoch eindringliche und drastische Weise zum Hauptthema erhoben wurde. Das extrem verstörende Video des Regisseurs Chris Cunningham hob sich fast bedrückend von den anderen Videos dieser Epoche ab. Dennoch verbannte es MTV nicht ins Nachtprogramm – denn weder Sex und Gewalt wurden tatsächlich dargestellt.

Anders erging es allerdings The Prodigy, die mit ihrem Video zu “Smack My Bitch Up” (ebenfalls 1997) wegen der Darstellung von Sex, Gewalt und Drogenkonsum auf dem Index landeten und von MTV nicht nur ins Nachtprogramm verbannt, sondern zusätzlich auch noch mit einem Warnhinweis versehen wurden. Was dann bei den Konsumenten (also uns) passierte, war klar: Wir versammelten uns einen Abend lang vor dem Fernseher, weil wir unbedingt die unzensierte Version des “krassen Videos” sehen wollten. Abgesehen davon, dass es wirklich gut gemacht ist, hat es dem Track jede Menge Aufmerksamkeit verschafft.

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