Die Kategorie Label des Jahres 2011 war ebenfalls extrem spannend. Die Partizipation der User an dem Voting war enorm. Schließlich ging es bei dieser Kategorie auch um das eigentliche Herz der Musiklandschaft – die Labels als Schaltzentralen des elektronischen Genres.

 

2011 war für die gesamte Branche ein sehr turbulentes Jahr, aber gelichzeitig auch ein Wendepunkt und Hoffnungsträger. Digitale Verkäufe über die diversen und einschlägigen Portale sind nach wie vor stabil und ermöglichen den Labels einen einfachen Vertrieb. Auf Grund der Vielzahl an Akteuren nicht immer ein Leichtes, so dass viele Verkäufe nicht nur von der Qualität der Tracks sondern auch um die Aktionen der Labels herum abhängig sind. Tatkräftiges Handeln und kreatives Engagement sind daher auch in der Labellandschaft selbst unabdingbar.

Trotz einiger Strukturveränderungen im Labelmarkt gibt es Grund zur Freude. Zum ersten Mal seit 1997 ist der deutsche Musikmarkt nicht geschrumpft. Die digitalen Downloads legten am meisten zu und auch das Streaming wird in naher Zukunft eine noch größere Rolle spielen. Allerdings bilden die CD Verkäufe mit knapp einem ¾ Anteil weiterhin Fundament und Rückgrat der Branche. Sehr interessant und erwähnenswert ist dass die guten alten Vinyl Schallplatten ihren Erfolg mit einem Wachstum von 18,5 Prozent bestätigen konnten – Yeah!

Besonders eindrucksvoll konnte sich auch im vergangenen Jahr wieder Sven Väths Cocoon Records präsentieren, welches klar an der Spitze der Nominierungen gelandet ist. Mit Veröffentlichungen wie DOTS & PERLS, der Cocoon Compilation K & stets beeindruckendem Coverartwork auch kein Wunder.

#10
9Volt-Musik
9Volt-Musik hat neben der Platzierung in den Top Ten bei den Partysan Poll Awards 2011 auch andere Gründe zum Feiern gehabt. Das 5 jährige Jubiläum des Labels und der 25. Release boten beste Vorraussetzungen, um es ordentlich krachen zu lassen. Der Geschäftsführer und auch Inhaber Alex Kork is dabei selbst als Künstler aktiv. Schon früh erkannte er seine Liebe zu Techno und gründete dann 2006 9Volt. Dabei dient es als eine Plattform seiner eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen, aber auch um seinen Freunden die Möglichkeit zu geben, Ideen und Einfälle in die Realität umzusetzen. Zahlreiche DJ’s wie 42 Grad Guyz, Jochen Trappe und Ascon Bates können 9Volt-Musik ihr zu Hause nennen. Wem die Musik nicht reicht, kann mit labeleigenen Shirts die Zeit bis zum nächsten Release überbrücken.

#9
Kling Klong
Kling Klong steht für erstklassigen Techno und House aus Süddeutschland. Gegründet im Jahre 2005 von Martin Eyerer und Rainer Weichhold ist das Label aus der Szene kaum noch wegzudenken. Dabei beschränkt es sich nicht nur auf Single Releases, sondern veröffentlichte auch schon die Debut Alben von Namito und Oliver Klein. Dem ein oder anderen ist der Name Martin Eyerer schon mal über den Weg gelaufen, denn jede Woche versorgt er die Sunshine Live Hörer eine Stunde lang mit Musik von TechHouse bis Minimal und erzählt spannende Geschichten aus der Welt des DJ Daseins. Zu berichten hat er dabei zu genüge, denn er tourt als DJ und Produzent um die ganze Welt. The world is yours, Martin!

#8
Diynamic
Dieses Hamburger Label hat es geschafft sich in nur kurzer Zeit national, aber auch international einen Namen zu machen. Am Anfang wurde die Diynamic Musik durch Solomun, H.O.S.H., Stimming, Kollektiv Turmstrasse und Paulo Olarte definiert. Später hinzu kamen Größen wie Ost & Kjex, Jay Shepheard und Solar & Poppke, die im Moment in Sao Paulo, New York, Tokio, London, Berlin, Barcelona und Kassel zu Hause sind, was wieder für die Internationalität des Labels spricht. Die Gründer Adriano Trolio und Mladen Solomun haben sich von Intuition und Sammeln von Erfahrungen leiten lassen und Diynamic zu dem gemacht, was es heute ist: erfolgreich! Die Hamburger sind gleich Wiederholungstäter, denn sie können sich auch über eine Platzierung in den Top Ten anderer Kategorien freuen, darunter „Best DJ“, Best Album“ und „Best Live Act“.

#7
Drumcode
Ebenfalls unter den Top 10 ist das schwedische Plattenlabel Drumcode. Gegründet wurde es von dem Duo Adam Beyer und Cari Lekebusch  im Jahre 1996 und versorgt seither die Musikszene mit treibenden Releases, die tanzbarer nicht sein könnten. Dabei ist der Stil ganz klar erkennbar und einzigartig: metallisch klirrender Initialsound kombiniert mit weichen minimalistisch gekennzeichneten Klängen. Zum 15. Geburtstag hat sich Drumcode im vergangenen Jahr auch kräftig feiern lassen, denn anstatt Geschenken und Kuchen gab es eine Tour durch die feinsten Metropolen, die Europa zu bieten hat, inklusive London, Barcelona, Berlin und Rom. Zusätzlich ließ das Jubiläums-Release ganz nach dem Motto „15 Years of Drumcode“ die Herzen der Fans höher schlagen, was der Compilation auch einen Platz in den “Best Compilation” Awards beschert hat. Ein rundum erfolgreiches Jahr, weiter so!

#6
Ostgut Ton
Das 2005 gegründete „Ostgut Ton“ des weltweit bekannten Berliner Berghain schaffte es in die oberen Ränge des diesjährigen Votings. Die ersten Releases waren u.a. für die Berghain/Panorama Residents Andre Galuzzi, Cassy und Ben Klock. Mittlerweile erfreut sich das Label mit seinen knapp 20 Künstlern an stark wachsender Beliebtheit. Die Wechselbeziehung zwischen Club und Label spielt eine sehr spannende Rolle, denn die herausragende Klangarchitektur des Berghains wirkt sich direkt auf die Produktionen aus. Ostgut Ton ist mit seinen Einflüssen nicht mehr aus der Szene wegzudenken und fester Bestandteil der elektronischen Musikkultur.

#5
Freude am Tanzen
Das 1998 von Thomas „Spatz“ Sperling in Jena gegründete Label Freude am Tanzen feierte den Einzug in die Top10 des Partysan Polls Label des Jahres 2011.
Die Idee zum Label hatte der Gründer schon vier Jahre zuvor. Mittlerweile betreut das Label knapp zwei Dutzend Künstler und hat im Jahr 2011 seinen 50. Release gefeiert. Bei Freude am Tanzen und deren Releases FAT-Zig oder des Schwesterlabels Musik Krause ist Individualität absolut Trumpf – Jeder darf seine eigene Suppe kochen und heraus kommt immer eine Musikmischung bester elektronischer Tanzmusik. Die Metropolen dieser Welt werden auch weiterhin das erste Gebot des Labels und deren Künstler zu spüren bekommen – und zwar Freude am Tanzen.

#4
Keinemusik
Ganz vorne mit dabei ist Keinemusik. Wer ein Anzugtragendes Team hinter dem Label vermutet, der liegt garantiert daneben, denn die „Brüder und Schwestern“, wie sie sich selbst gerne nennen, legen noch Wert auf echte Handarbeit und machen soviel wie nur möglich mit viel Liebe zum Detail selbst. Keinemusik agiert zusätzlich als Booking- und Partynetzwerk verbunden mit einer großen Portion Kreativität stechen sie deutlich im Urwald der unzähligen Labels hervor und mischen national, aber auch international die Szene auf. Die Künstler dürfen sich über Auftritte in Rotterdam, Bern, Toulouse und auch New York im Jahr 2012 freuen. Von nichts kommt nichts, von Keinemusik kommt einiges!

#3
Stil vor Talent
Ganz vorne mit dabei ist auch Oliver Koletzkis Label Stil vor Talent, dessen Veröffentlichungen, von Deep House bis Minimal Techno, es nun schon seit 2005 schaffen uns auf unzähligen labelfremden und -eigenen Partys zu einzigartigen Momenten zu verhelfen. Der junge House-Produzent Niko Schwind („Good Morning Midnight“, 2011), das Berliner Duo Channel X, Sängerin & Live-Act Juli Holz und natürlich Oliver Koletzki selbst sind nur einige der Künstler, die auch 2011 fleißig der Do-It-Youself-Philosophie folgten. Der sechste Label-Geburtstag wurde mit Compilation und deutschlandweiter Tour gefeiert, während neben den monatlich erscheinenden EP’s der Fokus vor allem auf Alben gelegt wurde. Mit Booking, Labelveröffentlichungen und – man höre und staune – eigenem Stil vor Talent-Modelabel können wir uns sicher auf ein spannendes Jahr 2012 freuen.

#2
CLR
Ganz vorne mit dabei ist das Label CLR. Ursprünglich standen die drei Buchstaben ganz einfach für “Chris Liebing Records”, der auch als DJ und Produzent aktiv ist. Ins Leben gerufen wurde es 1999 und ist seitdem durch die zahlreiche Zusammenarbeit namhafter Künstler wie Adam Beyer, Motor und Moby geprägt worden. Erst vor kurzem startete das Label ein neues Kapitel mit der Bedeutungsänderung von CLR. Nun steht dies für „Create Learn Realize“. Laut Chris Liebing wurde in den letzten 10 Jahren kreiert und dazu gelernt und nun sei es an der Zeit zu realisieren. Wer sich davon selbst überzeugen möchte, hat die Chance entweder in Stuttgart oder in London, wo die legendären CLR Parties in naher Zukunft stattfinden werden.

#1
Cocoon Recordings
And the winner is… Cocoon Recordings!
Hier waren sich die Leser einig – seit einer gefühlten Ewigkeit, genauer gesagt seit 11 Jahren prägt das Unternehmen Cocoon Recordings mit einem enormen kreativen Output die Szene, setzt musikalische Trends und weiß seine Fans immer aufs Neue zu begeistern. Mit wahnsinnig erfolgreichen Compilations, Mixsessions sowie großartigen Konzept- und Künstleralben samt progressiven Artworks schaut das Label-Flagschiff auch im elften Jahr auf ein rosiges Jahr zurück. Bezeichnend für den immer noch stetig wachsenden kreativen Fortschritt war wohl die Compilation zum elfjährigen Jubiläum, die sich eben nicht auf das vermeintliche Erfolgsrezept ‚Best-Of-Abfeiern’ verließ, sondern die Richtung nach vorne angab – mit dem Fahndungsauftrag nach dem nächsten musikalischen Quantensprung. Bei Sven Väth herrscht auf jeden Fall Aufbruchstimmung – wir dürfen also gespannt sein was Cocoon im Jahr des Drachen für uns bereithält.

PARTYSAN Award 2011: Label des Jahres
#1 Cocoon Recordings
#2 CLR
#3 Stil vor Talent
#4 Keinemusik
#5 Freude am Tanzen
#6 Ostgut Ton
#7 Drumcode
#8 Diynamic
#9 Kling Klong
#10 9Volt-Musik

6 Responses

  1. Interview mit Ostgut Ton Labelchef Nick Höppner > Shed, Slices, Scuba, Screen, Prosumer, Steffi, SubStance, Yushi Etiman, Video, Tama Sumo, Sven Marquardt, Planetary Assault Systems, Paul Brtschtisch, Len Faki, Harthorst, Cassy, Berghain, Marcel Dettm

    […] Und das Konzept nur oder hauptsächlich Mixe und Tracks der eigenen Residents zu veröffentlichen hat sich ausgezahlt. Seit über 5 Jahren ist Ostgut Ton und fester Bestandteil der Labellandschaft und landet deswegen auch verdient im PARTYSAN.net Awards für Bestes Label 2011. […]

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