Musik an die Wand! Mit Lastgraph wird Musikgeschmack eine Zeitleiste, ein Wanddeko mit MusikStil

Stelle man es hin, wie man will. Bunt unterlegt oder mit absackender Kurve, einem Diagramm wie eine Torte. Ob von links nach rechts oder auf und ab. Statistiken sind nicht sexy.
Todlangweilig und fern der Realität oder gefälscht wie Arbeitslosenzahlen, bringen sie nicht viel, so schön sie auch hingestellt werden. Atomenergie ist günstig und Modern Talking war wirklich in den Charts und so weiter…
Nichts desto trotz, man lebt weiter. Niemand kümmert sich sonderlich drum. So ist es eben. Man lebt und lässt die Statistik eine Statistik sein.

Warum auch aufregen?

Das Leben ist so vielseitig und schön.
Man wird geboren, immer größer und wächst vom Baby heran zum Kleinkind. Wir werden zum pickelpubertierenden Etwas und zum Teeny so wie irgendwann erwachsen, bevor jeder einzelne letztendlich, alt und grau, vereinsamt stirbt.

Sicherlich. Die Blase hält nicht mehr dicht, die Enkel besuchen einen nur an Weihnachten und Quincy ist abgesetzt worden. Essen kommt auf Rädern und nichts ist so, wie es früher einmal war.

Moment mal. Stopp! Reverse! Drehen wir doch erst einmal diese Platte zurück, dorthin, wo wir uns gerade befinden: Zwischen pickelpubertierendem Etwas und so was wie erwachsen.

Ok! Schon besser.

Also, man macht seinen Führerschein, darf sich länger als 24 Uhr in Clubs rumtreiben, zieht aus seinem Kinderzimmer aus und wohnt fortan zwischen Hundescheiße und Szenegeschehen in einem schnieken Appartement in Downtown Neukölln – welches einem anfangs noch etwas leer erscheinen wird, will man nicht gerade seine Vergangenheit in Form von bunten Plastikstühlen und Mickey Mouse Postern mitnehmen.

Auch diejenigen, die Design nicht als oberste Gottheit ehren, sollten es sich eingestehen. Eine weiße Wand braucht Schmuck wie eine diamantensüchtige Diva aus London, Regent Street – erst dann fühlt man sich wohl und so individuell wie alle anderen.

Der Mensch sucht stets die Lösung für das perfekte Interieur, das urban, clubby, neo, retro oder einfach irgendwie anders sein muss. Und kein Versuch, Design neu zu finden, blieb bisher aus.

Man stellte sich Rustikales in die Wohnung: Holzbretter und einen Baustamm aus Birke – als Kleiderständer und Naturerfahrung, zwischen Smog und Beton.

Man glitterte sich nicht nur das Näschen für die Tanzfläche funkelnd sondern auch die Schlafzimmerdecke mit Sternchen discoid.

Die Aussage dahinter ist das Understatement – auch wenn es kontrovers klingt.

Manche Ideen sind jedenfalls zutiefst sympathisch und stecken voller Liebe – fern von kollektiven Designtrends, die sich keiner leisten kann.
Die Quelle der Inspiration ist hier Musik. Die Idee: elektronische Klänge an die Wand!

Ein Tool namens “Last Graph“ hilft dabei.

Wie das funktioniert?

Tja. Leichter als man denkt!

Nahezu jeder kennt Last.fm, das Internetradio, das tonnenweise Musik archiviert. Richtig! Last Graph wiederum greift auf euren Last.fm-Account zu und bedient sich dessen Informationen. Bingo! Jedes mal, wenn ihr Musik abspielt, erstellt es eine Graphik, die zeigt, was ihr wie oft seit dem Zeitpunkt eurer Anmeldung anhört.

Zu diesem Musikgeschmack wird eine Zeitleiste, quasi eine x-Achse, erstellt. Die verschiedenen Ausschläge, in der y-Achse, stellen die Häufigkeit der verschiedenen Acts dar, die in dieser bestimmten Zeit durch eure Lautsprecher drangen.

Und wie genau baut man sich ein Möbelstück daraus?

Ganz einfach! Zuerst mal kann man den Zeitraum seiner Playlist selbst wählen und auch die Farbdarstellung so verändern, so dass sie eurem Design entspricht und euer Musikverständnis widerspiegelt. Dann speichert man den Graphen als PDF-File – mit dem ganz großen Vorteil, dass Last Graph eine Vektorgrafik erstellt. Somit lässt sich das gespeicherte Bild bis in die Unendlichkeit, ohne jeglichen Verlust vergrößern und somit auch drucken!

Genau das wird nun, angefangen als liebevolle Idee fürs bourgeoise Interieur, zum urbanen Trend. Man lässt sich das bei einem stinknormalen Fotodienst als Poster printen (in zum Beispiel 3m Breite und 80cm Höhe, wie es unten zu sehen ist) und sich auf einen Holzrahmen ziehen. Der Insidertipp: Die Wirkung des Bildes kommt besser raus, holt man es plastisch von der Wand weg!

So wird das also! Wenn man, alt und grau, die Blase schwach, seinen Enkeln einmal zeigt, wie dirty die Musik der wilden 2020er so war und wie langweilige Statistiken abrocken helfen, wenn sie echt und voll der Liebe zur Szene sind!

Vorher jedoch feiert man nach Club erstmal die so berühmten, giftig langen Afterhours dieser Zeit in seinen vier Wänden – von denen eine wie Musik IST!

Geiler Plan!

… von Waximal Planet.

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