Am 12. November steht in Berlin die Music Ahead an. Genauer gesagt die letzte von drei Veranstaltungen im Ritter Butzke, die es sich vorgenommen hat, Entwicklungen rund um die elektronische Musikszene mal näher unter die Lupe zu nehmen. Neben spannenden Sprechern wie Ben De Biel (ex Maria), dem Watergate oder auch Markus Beckedahl von Netzpolitik gibt es heute im Detail die Ergebnisse der bisherigen Aufeinandertreffen. Die für die Öffentlichkeit zugängliche Veranstaltung präsentiert Themen wie “Vermarktungsstrategien für Labels in Zeiten des digitalen Overkills” oder auch   “Netzcommunities: Was kommt nach Soundcloud und Facebook?

Wir haben uns mit einem Teil der Initiatoren zusammengesetzt und ein wenig hinter die Kulisse geblickt. Antwort standen Joe vom Ritter Butzke und DJ Aroma.

MUSIC AHEAD_Team (2)

Was verbirgt sich grundsätzlich hinter Music Ahead. Ist es mehr Community, Wissensaustausch oder Event?

Eigentlich geht es um mehr, es ist die Schaffung von neuem Wissen durch den Versuch komplexe Fragestellungen mit Experten zu besprechen. Dieses Wissen wollen wir redaktionell aufgearbeitet veröffentlichen.

Hattet ihr bei der Planung schon ein so großes Bild von der Music Ahead im Kopf, wie es sich jetzt zeigt?

Nö. Wir mussten uns erst selbst finden um das Konzept überhaupt tragfähig entwickeln zu können. Das war viel Arbeit, viele Gespräche und viele Freunde, die ihr Wissen und ihre Kritik bzw. Anregungen eingebracht haben. Ohne den riesigen Bekannten und Freundeskreis der Macher und der Ritter Butzke in der Szene wäre Music Ahead nicht möglich gewesen.

Die Themen welche von euch auf der Music Ahead besprochen/beleuchtet werden, sind ja beinahe die wesentlichen Bestandteile der Szene bzw. der szenezugehörigen Musikwirtschaft. Was denkt ihr können die Ergebnisse und das Wissen bewirken?

Dass immer mehr Protagonisten einer immer weiter wachsenden Szene ihren Horizont erweitern und merken, dass auf viele komplexe Fragestellungen nur das miteinander Reden eine echte, erste Antwort sein kann. Uns ist es ganz wichtig das gewonnene Wissen demokratisch zugänglich zu machen, und das tun wir als ersten Schritt mit der öffentlichen Veranstaltung am 12.11, wo wir die Ergebnisse vorstellen und mit dem Publikum diskutieren.

Ritter Butzke_by Ben Debiel (2)

Unter den Gästen finden sich nicht nur rein der Musik zuzuschreibende Gäste. Von Vertretern des Watergate bis hin zu Markus Beckedahl von Netzpolitik spannt ihr einen weiten Bogen – welchen Zweck verfolgt Music Ahead damit?

Wenn man komplexe Fragen stellt müssen diese zwangsläufig von Experten der unterschiedlichsten Spektren diskutiert werden. Markus war ja leider nicht beim Dinner, weil er überraschend einen Preis bekommen hat, aber in der Vorbereitung war er natürlich auch dabei mit seinem Wissen. Unsere Gäste waren insgesamt aus einem viel weiteren Spektrum. Viele von denen sind langjährige Protagonisten der Szene und aus dem Umfeld. Am Ende macht es die Mischung der Teilnehmer, die richtigen Fragen zu finden und dass man sein Konzept ständig selbst überprüft. Ein bisschen wie an der Uni, wenn man erst seine eigenen Methoden entwickeln muss.

Ihr habt ganz unterschiedliche Arten des Zusammentreffens für die Protagonisten gewählt – was steckt hinter der Idee, dies in einem beinahe privaten Rahmen umzusetzen und erst zum Ende der Veranstaltungen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen?

Das Ziel ist: ernst zu nehmende Ansätze und Antworten auf ziemlich komplexe Fragen zu bekommen und damit neues Know How zu erzeugen. Das kann nur in einem begrenzten Umfeld statt finden sonst wird es schnell Halbwissen oder kein guter Diskurs, meistens jedenfalls. Der Ansatz war, den interessanten Talk aus dem Backstage zu fokussieren und zu Papier zu bringen. Und in den Backstage kommt nie jeder rein……Aber das klingt jetzt abgeschotteter, als es ist. Wir treten ja auch mit dem Publikum in den Dialog und veröffentlichen die Ergebnisse. Uns geht es einfach um das beste Ergebnis.

Gibt es bestimmte Fragen, die auf der Music Ahead Antwort finden, die euch von Anfang an sehr interessiert haben?

Wir sind gespannt, aber natürlich beschäftigen uns diese Themen schon länger, sonst hätten wir uns die Arbeit nicht angetan. Wir haben ja schon 2004 so etwas ähnliches unter dem Label Music Ahead veranstaltet, weil wir damals schon ein Interesse hatten uns theoretische Fragen zur Clubkultur zu stellen. Und 2004 war der Moment genauso spannend wie jetzt. Damals stand die Digitalisierung vor der Tür.

Die Music Ahead findet im Ritter Butzke in Berlin statt. Habt ihr damit auch schon den Rahmen und Zielpublikum ein wenig abgesteckt?

Nein. Einer der Clubmacher ist Mitinitiator des Projektes und viele der Kontakte kommen vom Ritter Butzke, einfach weil sie in den letzten sechs Jahren Clubarbeit entstanden sind. Aber wir verstehen uns als offenes Team, wir haben auch alle viele Kontakte aus anderen Clubs, Labels und Zusammenhängen. Die Szene ist ja auch ein Konglomerat aus vielen Club, Festival und Musikideen. Das Music Ahead Team hat ebenfalls viele unterschiedliche Ansichten und Freundeskreise. Uns war es ganz wichtig, unterschiedliche Leute ins Boot zu holen. Der Ort Ritter Butzke ist dafür natürlich ideal, dort war es immer schon das klare Ziel ein offener Ort zu sein und damit viel mehr zu sein ist als nur eine Diskothek.

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