Seit den 90er Jahren ist Klaudia Gawlas Partysan-Follower. Als Leserin, als Teil der Crew in Bayern und jetzt als Künstlerin, die wir euch vorstellen! Danke ans LEHMANN aus Stuttgart für das Interview.

Die Technoszene in Deutschland ist in Bewegung. Nicht erst jetzt, sondern seit den Anfängen in den frühen 90ern. Neue Acts tauchen auf, bestimmte Clubs sind für einige Zeit der Place to be, Städte kommen auf die Feierlandkarte und verschwinden wieder. Seit vielen Jahren ist Klaudia Gawlas ein fester Teil des Techno-Karussells und schon immer mit ganzem Herzen dabei.

Ich komme aus Passau und habe dort früher für den Partysan Bayern die Hefte in der ganzen Stadt und Umgebung ausgelegt. Das war eine Zeit, in der Techno fast von der Bildfläche verschwunden war. Ich wollte diesen Spirit weiterhin am Leben halten und habe in Passau alle coolen Läden und Clubs mit den Heften versorgt. Ne zeitlang auch Partyreviews geschrieben, aber die Zeit wurde dann auf Dauer zu knapp und ich bin ohnehin eher wortkarg. Aber ich habe noch Partysan-Hefte hier, zum Teil von 1994! Das ist Techno Geschichte.

Trotz weltweiter Bookings lebt Klaudia Gawlas weiterhin in ihrer Heimatstadt Passau. Nicht die erste Stadt an die man bei einem erfolgreichen Technoact, der viel unterwegs ist, denkt.

Für mich ist es nach dem Wochenende immer schön, wieder nach Passau zu kommen und diese Ruhe hier genießen zu können. Zum anderen sind es die Freunde und das Umfeld. Passau ist im Sommer ein kleines Venedig. Diese Kombination aus klein aber fein, hält mich auch hier. Wir DJs haben ein sehr lautes Leben, welches ich in vollen Zügen genieße. Aber in Passau habe ich das Gefühl mich mehr zurückziehen zu können. Auch die Idylle hier und die Nähe zu den Alpen ist für mich als Naturfreak optimal. Ich fahre meistens auch nur eine Stunde zum Flughafen. Das geht also.

Klaudia freut sich in Passau über die ruhigen Momente. Aber wie steht es um die Feierleute in Passau, die immer nach Möglichkeiten suchen, zu guter Musik zu feiern?

Da bin ich ehrlich gesagt gerade überfragt und muss sagen, dass ich nicht informiert bin was hier los ist. Ich ziehe mich da bewusst zurück. In Passau gab es mal eine zeitlang gute Parties. Aber wie das oft so ist, kommen Nachahmer, es gibt dann ganz viele Parties und irgendwann gibt es wieder gar keine mehr. Das ist natürlich schade. Aber die Clubszene müsste hier wieder mehr aufblühen, was auch die Aufgabe der Stadt wäre z. B wieder die Sperrzeiten zu lockern usw.

Unser Interview ist für das LEHMANN Clubmagazin aus Stuttgart entstanden. Ein gedrucktes Magazin fürs Nightlife, mitten in einer Zeit, in der alles immer digitaler wird. Klaudia Gawlas fühlt sich aber in beiden Welten wohl.

Lustiges Timing. Ich habe erst vor kurzem an Weihnachten mein erstes digitales Buch auf dem Tolino gelesen. Normalerweise bin ich da etwas oldschool und bevorzuge immer gebundene Bücher. Ebooks sind aber schon ok, praktisch vor allem, wenn es ein dicker Schinken ist. Nichts desto trotz bin ich weiterhin Fan von the „real“ one. Man kann da ganz anders eintauchen. Auch Zeitschriften bevorzuge ich immer noch gedruckt.

Neben den vielen Gigs around the world war das eigene Album „Vision“ eines der Highlights der letzten Zeit. Das Werk steht seit ein paar Wochen in den Stores und mittlerweile kann Klaudi schon etwas reflektiert zurück blicken.

Ehrlich gesagt kann ich tief durchatmen. So etwas ist neben den vielen Gigs auch nur schwer zu stemmen. Im Endeffekt habe ich letztes Jahr zwei Alben gemacht. Die erste Version habe ich über den Haufen geschmissen und nochmal neu angefangen. Da war es schon Sommer. Dann war die Zeit schon etwas knapp. Aber ich glaube, ich brauche manchmal den Druck um auf Hochtouren zu kommen. Umso mehr freue ich mich über das Endprodukt und auch das positive Feedback der Leute.

Danke an das Team vom LEHMANN Club und danke an Klaudia für das Interview! Und hier ein Teaser aus ihrem Album „Vision“!

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