Die neue DJ-Software von M-Audio: TORQ 2.0

Erfahrungsbericht Teil 1

Seit Ende 2008 bin ich nun ein “Digital-DJ”, wenn man das nun so nennen kann und bin immer wieder über die gewonnenen Möglichkeiten begeistert. Wobei ich persönlich immer noch wert darauf lege, meine digitalen Tracks mit Platte zu steuern, den so genannten “Control-Vinyl”.  Bei meiner Auswahl des DJ-Systems kamen beim Umstieg auf ein Digitales System mehrere Aspekte zum Tragen:

- Das Handling
- Die Übersichtlichkeit der DJ-Software
- Die Möglichkeiten, die die DJ-Software bietet
- Die Flexibilität im Hinblick auf die Nutzung unterschiedlicher
. DJ-Software
- und zu guter letzt der Preis.

Neben der Anschaffung der Schnittstelle, das so genannte Audiointerface, das benötigt wird um die Kommunikation des Computers mit dem Mischpult und der Turntables zu ermöglichen, muss man sich auch einen Laptop anschaffen, damit man mit seiner Musik weiterhin mobil sein kann. Meine damalige Wahl fiel auf das M-Audio-Produkt Conectiv als Audiointerface und dem dazugehörigen Torq 1.07. Bei dem Laptop fiel die Wahl auf ein Acer-Produkt aus der Extensa-Serie, da Acer einen super Support für das MS-XP geboten hat.
Als alles soweit angekommen und Installiert war, verflog meine anfängliche Euphorie schnell…

Das Torq 1.07 begann mitten in den Mixen und zu meinem Bedauern mitten in den Übergängen zu Skippen (Springen). Ganz unwillkürlich skippte einer der Tracks um ein paar 1/100 und die Tracks liefen nicht mehr Beatsynchron. Nachdem mehrere Versuche scheiterten die 1.07 Version zum Laufen zu bringen, habe ich mir dann erst mal eine ältere Version des Torq installiert und die Geschichte lief rund…

Anfang 2010 kam dann eine Neue Torq-Version, das Torq 1.5.2 mit diversen Neuerungen, allerdings standen auch hier nur zwei Decks zur Verfügung. Jetzt war es aber möglich, sich die Ansicht selber einzustellen und z. B. den nicht benötigten Mixer (bei externer Steuerung) auszublenden. Auch der 16 Spur-Loop-Sampler konnte ausgeblendet werden, wodurch sich die Browseransicht für die Tracks vergrößerte. Weiter wurde eine zuvor noch fehlende Vorhörfunktion eingebaut, die das Arbeiten mit dem Torq erleichtert und die automatisch geschriebene Playlist sauber hält.

Soviel zur Vorgeschichte…
Als ich anfang Januar 2011 davon erfahren habe, dass M-Audio eine neue Torq-Version auf den Markt bringen wird, war ich doch schon sehr gespannt womit M-Audio den Torq-Usern dieses mal noch mehr Spaß beim Mixen bereiten will. Also bin ich gleich auf die M-Audio-Website gegangen und da las ich es schon…
Zitat:”Die brandneue DJ-Software Torq 2.0 geht über Beatmatching hinaus und katapultiert Sie direkt in die Zukunft der DJ-Performance und Echtzeit-Produktion. Legen Sie Tracks nicht nur auf – erfinden Sie sie neu und kreieren Sie komplexere Mixes mit allen vier Decks.

Da waren sie nun, die vier Decks…
Dazu sei gesagt, die Nutzung von vier Decks ist nur im Zusammenhang mit diversen Controllern, wie z. B.  der M-Audio Xponent, Numark NS7, Vestax VCI-300 möglich. Getestet wurde dabei nicht, ob die Möglichkeit besteht ein zweites Conectiv in das bestehende System zu integrieren und die vier Decks mit vier Turnies zu steuern.

Der erste Eindruck: Auf dem ersten Blick ist unschwer zu übersehen, dass die Software-Oberfläche des Torq 2.0 stark verändert wurde, wodurch, meiner Meinung nach, die Übersichtlichkeit etwas gelitten hat. Auch bei der neuen Torq-Version ist es möglich, sich den inzwischen auf 18 Spuren angewachsenen Loop-Sampler, den Mixer (falls nicht benötigt) ausblenden zulassen, wodurch die Übersichtlichkeit verbessert und der Blick auf den Trackbrowser erleichtert wird. Die bisher gut überschaubare waveform anzeige zwischen die eingeblendeten Decks wurde etwas verkleinert, wobei die visuelle Trackvorschau immer noch gut möglich ist. Alles in allem sind alle Funktionen, wie z. B. Cue-Punkte und Loop-Punkte setzen und abrufen noch genau so vorhanden wie bei dem Torq 1.5.2, allerdings ensteht ein etwas gequetschter Eindruck, an dem man sich doch relativ schnell gewöhnt.

Beim genaueren Hinsehen: Zu dem Thema Effekte haben sich die Entwickler Gedanken gemacht und haben ein paar neue Effekte hinzugefügt und im Gegensatz zur alten Tor-Version sind nun vier voreingestellte und ein VST-Effekt pro Deck möglich, die das Mixen auf eine etwas andere Ebene bringen. Es wurden auch ein paar Effekte hinzugefügt, sodass nun die Effekte Filter, Phaser, Strobe, Delay, Flanger, Reverb, Distortion, Repeat, Brake, Reverse, Beat-Reverse, Resonator und Compressor zur Verfügung stehen. Über einen einfachen Midi-Controller lassen sich diese Effeke gut auf die Tracks anwenden.  Auch hier kann die Ansicht auf die Virtuelle Effektsteuerung verändert werden, was ich doch als sehr positiv empfand. Allerdings bin ich persönlich, trotz Verbesserung der Effektqualität, immer noch nicht so wirklich zufrieden.

Der 18 Spur Loop-Sampler wurde auch überarbeitet und die Geschwindigkeit der Loops lassen sich bei der neuen Version des Torqs genauer und, meiner Meinung nach, besser einstellen. Im Gegensatz zur alten Torq-Version gehen leider die Einstellungen wie die Lautstärke der einzelnen Samples verloren, sobald das Torq neugestartet wird.

Auch der Loop-Sampler spielt, wie die Decks, neben MP3 ebenfalls die Audioformate AIFF, WAV, WMA und AAC zuverlässig ab. Bei dem Loop-Sampler lassen sich die Funktionen ebenfalls ganz einfach mit einer Midisteuerung belegen, sodass auf  eine ungenaue Maussteuerung verzichtet werden kann.

Wie bei jeder DJ-Software kann auch bei dem Torq ein Loop innerhalb eines Tracks gesetzt und deaktiviert werden. Auch hier ist es ganz einfach die einzelnen Loop-Button mit einer Midisteuerung zu belegen. Das Torq speichert hierbei den letzten Loopabschnitt, so das er bei nochmaligen Gebrauch einfach über “Loop aktivieren” benutzen lässt. Neben den Bar gesteuerten Loops (1-,2-,4-,8-,1/2,-1/4-,1/8 bar) können auch frei gewählte Loop-In & Loop-Out punkte mit den dafür vorgesehenen Buttons gesetzt werden. Auch hier merkt sich das Torq die gesetzten Punkte. Diese Funktion lässt sich ebenfalls sehr gut mit einem einfachen Midi Controller nutzen und erweitert das einfache Mixing ungemein. Ich persönlich möchte diese Funktion heute nicht mehr missen.

Somit bleiben noch die Systemanforderungen und der Preis…

Mac PC
  • Mac OS X 10.5.8–10.6.5 (10.6.5 empfohlen)
  • Intel Core Duo-Prozessor (2 GHz)
  • 2 GB RAM
  • 1280 x 800
    Bildschirmauflösung
  • 500 MB verfügbarer Festplattenspeicher*
  • Mehrkanal-Audio-Interface empfohlen
  • Windows 7 (32/64 Bit, empfohlen), Windows XP (SP3) oder Windows Vista (32/64 Bit, SP2)
  • Intel Core Duo-Prozessor (2 GHz)
  • 2 GB RAM
  • 1280 x 800 oder 1366 x 768 Bildschirmauflösung
  • 500 MB verfügbarer Festplattenspeicher*
  • Mehrkanal-Audio-Interface empfohlen

* Gesamter Festplattenspeicherbedarf abhängig vom Umfang Ihrer Musikbibliothek.

Der Preis sind liegt laut M-Audio Onlineshop bei stolzen 224,91 Euro (ohne Conectiv oder Xponent). Wer allerdings schon Torq-User ist und sein Torq vor dem 13.01.2011 erworben hat, kann sich das neue Torq als Upgrade für schlappe 46,41 Euro. Für alle die sich nach dem 13.01.2011 das Conectiv oder das Xponent kaufen hält M-Audio ein kostenloses Upgrade bereit. Zu erwähnen wäre noch, das dass Torq 2.0 im Gegensatz zu den alten Versionen auch ohne Conectiv oder Xponent betrieben werden kann. Für alle die Neugierig geworden sind hält M-Audio eine 30 Tage Testversion bereit.

Mein Fazit: Wer schon Torq-User ist, sollte auf keinen Fall auf diese Neuerung verzichten. Wie erhofft macht das Mixing noch mehr Spaß und meiner Meinung nach, läuft das neue Torq noch stabiler als die alten Versionen. Dazu kommt der schmale Upgradepreis von etwas unter 50 Euro, das die Sache in jedem Fall wert ist.

In dem zweiten Bericht gehe ich auf den Rewire-Modus im Zusammenhang mit Ableton ein und berichte euch darüber, wie die Kommunikation zwischen Torq und Ableton klappt.

Euer Partysan Manuel


by on März 10, 2011

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