Eigentlich ist unser Chefredakteur ja nicht so gesprächig, wenn es um seine eigene Person oder seine Tätigkeiten geht, aber wir konnten ihn diesmal dazu überreden, mit uns über die Agentur Lehmann zu sprechen.

Hallo Rapha, erstmal lieben Dank, dass Du heute mal bei uns ein bisschen aus dem Nähkästchen plauderst. Wie kam eigentlich die Idee und dann die Umsetzung für die Agentur Lehmann zustande?

Die Idee ist dadurch entstanden, dass wir uns ja mit dem Clubprojekt Lehmann gerne weiter vergrößern wollen und zudem unsere Marke auch überregional stärke wollen. Mit dem Club sind wir ja bereits auf bestem Wege, da war es nun Zeit für den nächsten Step. Die Umsetzung ging dann relativ zügig, zumindest war der Anfang schnell gemacht, da ich ja sowieso im Bereich Booking und Promotion schon lange Jahre Erfahrung und Kontakte sammeln konnte. Die ersten Künstler haben wir aus dem näheren Umfeld gewinnen können, d.h. also Leute, mit denen ich bzw wir schon lange zusammenarbeiten wie z.B. Thomas P. Heckmann oder Oliver Klein.lehmannclubpic

Inzwischen habt Ihr ja sogar einiges an internationalen Top Acts im Roster, zuletzt kam Marco Bailey dazu. Welche Künstler konntet Ihr denn bisher noch gewinnen also wen habt Ihr aktuell im Roster?

Wir haben Marco Bailey exklusiv für Deutschland, Thomas P. Heckmann sogar weltweit exklusiv, Virgil Enzinger für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Oliver Klein und Pierre Deutschmann werden ebenfalls von uns europaweit betreut. Erphun und Angel Costa haben wir für Deutschland und dann noch Felix Bernhardt und Robin Hirte als nationale Acts weltweit.

Versteht Ihr Euch als klassische Booking-Agentur? Was sind z.B. Deine Leistungen für die Künstler?

Die Bookings sind klar ein wichtiger Bereich, aber wir übernehmen für die Künstler natürlich auch teile des Artistmanagement, Promotion und Pressearbeit. Zum einen nehmen wir den Künstlern viel Arbeit ab, damit sie sich auf die Musik konzentrieren können und zum anderen heben wir uns von den reinen Booking Agenturen ein wenig ab, was uns hoffentlich über kurz oder lang auch Vorteile einbringt.

Wie sieht es bei Euch mit lokaler Talentförderung aus?

Momentan ist unser einziger lokaler Künstler Robin Hirte, wobei bei ihm ja wirklich nicht mehr von einem jungen Talent sprechen kann. Dazu ist er schon zu lange im Geschäft. Während der Aufbauphase müssen wir uns darauf konzentrieren, dass wir namhafte Künstler für uns gewinnen, damit wir die Agentur und die Marke Lehmann pushen und natürlich auch finanziell wachsen können. Das schafft man definitiv nur mit namhaften und am besten internationalen Künstlern. Oder man hat eben das Glück ein „Ausnahmetalent“ als erster zu entdecken. Leider gibt es da aber keinen Masterplan.
In einem zweiten oder dritten Schritt werden wir uns sicherlich auch mit Talentförderung beschäftigen, aber das macht nur Sinn, mit einementsprechend starken „Brand“ oder wenn wir die „Headliner“ haben, die den Nachwuchs auch bei Bookings mitziehen können.

Als nächster Schritt ist das eigene Label geplant, wie kommt Ihr damit voran?

Das Label ist noch in der Mache. Wir wollen ja unbedingt auch auf Vinyl releasen und das ist weitaus aufwendiger als ein reines Digitallabel. Dazu muss auch erstmal die gesamte Infrastruktur aufgebaut werden, d.h. der Vertrieb, die Promotions etc.. Aktuell sind wir dabei, die ersten Releases zu planen und vor allem Künstler für Remixe zu gewinnen. Der Gedanke hinter dem Label ist ja, das der Sound unseres Clubs, die Künstler der Agentur und diese, die regelmäßig bei uns zu Gast sind oder uns nahe stehen, den Stil des Labels prägen.

Was habt Ihr Euch denn an langfristigen Zielen vorgenommen?

Unser Ziel ist, die Agentur in Kombination mit dem Label national wie international auszubauen, so dass wir zum Beispiel eigene Labelnächte in anderen Clubs veranstalten/ gebucht werden oder zum Beispiel bei Festivals eigene Floors hosten können. Wie lange wir dafür brauchen, können wir heute ehrlicherweise noch nicht abschätzen. Mit dem Label wollen wir mit ersten Releases im Herbst diesen Jahres durchstarten. Außerdem soll es in naher Zukunft regelmäßige Lehmann-Podcasts geben.

Zum Abschluss die Frage nach Dir selbst: Hast Du denn dann überhaupt noch Zeit für Deine eigene Entwicklung sowohl als DJ wie auch als Producer?

Der gesamten Aufbau nimmt richtig viel Zeit in Anspruch, vor allem da ich den Grossteil des Agenturgeschäfts alleine mache. Damit ich auch die entsprechende Zeit dazu habe und zudem die Agentur Lehmann ja keine „Agentur Dincsoy“ sein sollte, war der Schritt zu Abstract eine wichtige Grundvoraussetzung für mich. Jetzt kümmern sich die Jungs dort um meine Bookings und nehmen mir viel Arbeit ab. Mal abgesehen davon ist es natürlich auch eine echte Weiterentwicklung für mich selbst, mit einer solch renommierten Agentur wie Abstract arbeiten zu dürfen bzw. deren Vertrauen zu geniessen. Mir war wichtig das ich auch selbst nicht über die Agentur Lehmann zu buchen bin, sonder mich hier ausschliesslich als Booker verstehe, der sich um seine Künstler kümmert.

Wir wünschen Dir super viel Glück, wir werden ja auf Euren Seiten erfahren, wie es mit Euch vorangeht!

raphadincsoy2

www.agenturlehmann.com
Club Lehmann Stuttgart
Raphael “Rapha” Dincsoy

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