Wer hätte das gedacht, dass so ein simples Konzept wie das des Neuseeländers Jonathan Dowling so erfolgreich werden würde?


Man nehme eine handvoll junger, wenn möglich attraktiver Menschen, die sich selbst irgendein bestimmtes Talent zumessen und lasse sie vor den Augen der ganzen Welt dieses zur Schau stellen und voilá, die Casting-Show ist geboren. Was haben wir gelacht, geweint und vor allem gebetet, dass man uns bald wieder von dem Übel befreien würde und nun nach dem Abklingen der Casting Hysterie ist es höchste Zeit die Talentschmieder einmal ordentlich auf die Schippe zu nehmen.

Dachte sich wohl auch Regisseur Paul Weitz (bekannt durch About a Boy) und bringt nun mit American Dreamz – Alles nur Show eine Persiflage auf Macher, Teilnehmer und vor allem den hochgeschätzten amerikanischen Präsidenten ins Kino.

Der Plot ist schnell erzählt, der smarte Martin Tweed ist Show-Master und sich selbst eindeutig am nächsten. Für die neue Staffel des Quotenhits American Dreamz macht er sich auf die Suche nach interessanten Teilnehmern und findet diese in drei jungen Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Sally ist eine blonde und gut aussehende junge Frau der Marke Durchschnittsamerikanerin, die, welch eine Überraschung, Superstar werden möchte. Ihre Counterparts sind der orthodoxe Jude Sholem und der Iraker Omer, der von seinen Brüdern den Auftrag erhält, im Finale der Show ein Attentat auf den Präsidenten zu verüben.

Präsident Staton macht den Amerikanern ganz schöne Sorgen. Kurz nach seiner Wiederwahl bemerkt er nämlich, dass er eigentlich überhaupt keine Lust hat Präsident der Vereinigten Staaten zu sein. Um den Stress des Wahlkampfes zu vergessen, tut er etwas, dass er vorher noch nie getan hat, er liest Zeitung. Doch plötzlich bricht das gesamte dualistische Weltbild des Präsidenten in sich zusammen und er begreift, dass seine Schwarz/Weiß-Sicht der Welt weit gefehlt war.

Staton verfällt in eine fast schon infantile und zutiefst schwermütige Stimmung, in der er nur noch umringt von Büchern und Tageszeitungen im Bett liegt und verzweifelt versucht die Welt zu verstehen. Seine Berater sind ratlos und beschließen den Präsidenten als Gastjuror im Finale von American Dreamz auftreten zu lassen, um die meuternden Amerikaner ruhig zu stellen, denn das ganze Land spricht schon davon, dass der Präsident möglicherweise verrückt geworden sei.

Mit Knopf im Ohr ausgestattet lässt sich der liebenswürdige Präsident Staton von nun an jedes einzelne Wort soufflieren – wenn das nur gut geht!

Der Tag des Finales ist gekommen und für das Publikum ist es nun an der Zeit sich zwischen dem liebenswürdigen Iraker Omer und der hübschen Amerikanerin Sally zu entscheiden. Die Bombe mit der Omer sich, und ganz nebenbei auch den Präsidenten in die Luft jagen soll, ist gebaut, und wartet auf der Herrentoilette darauf abgeholt zu werden, und Sallys nervender Ex-Freund bereitet sich darauf vor, ihr vor laufender Kamera einen Heiratsantrag zu machen und damit ihre Chancen noch zu vergrößern.

Doch da kommt es zwischen dem Moderator Tweed und Sally zu einem amourösen Zwischenfall in der Garderobe, was William, der notorische Romantiker von Ex-Freund, unglücklicherweise durch das Schlüsselloch beobachtet. Sein Weltbild bricht komplett zusammen und in der Live-Übertragung von American Dreamz bricht das totale Chaos aus. Wird Omer den Auftrag seiner Brüder erfüllen und die Bombe zünden? Und was wird wohl aus dem armen William, wird er versuchen Sally zurückzuerobern?
Wer weiß, doch zu viel soll hier nicht verraten werden!

Alles in allem ist American Dreamz – Alles nur Show
ein nettes Unterhaltungsfilmchen geworden, das dem Zuschauer den ein oder anderen herzhaften Lacher abgewinnen kann. Mitunter bewegen sich die Witze jedoch so nahe am klischeehaften, dass sie nicht einmal mehr ein Schmunzeln wert sind. Erfreulicherweise kommt dieser Film ohne die obligate Liebesgeschichte aus, denn außer einem kurzen Zwischenfall sind alle zu sehr mit sich selbst beschäftigt, so wie es im Leben eben manchmal ist.

Die Rolle des Präsidenten ist erstaunlicherweise schon fast die sympathischste im ganzen Film, denn dieser befindet sich zwar in einer Phase der infantilen Hilflosigkeit, sie spielt aber auch gleichzeitig mit dem Wunsch, den wir wohl alle in uns tragen  dass der Präsident der USA endlich aufwacht und beginnt über seinen Tellerrand hinweg zu blicken.

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