Umek: Wisst Ihr eigentlich wer die ersten und wahren Partisanen waren ??? ;-)

Hallo Umek, vielen Dank, dass du dir auch diesmal wieder Zeit für uns nimmst. Vor etwas mehr als einem Jahr hatten wir dich zuletzt im Interview für das „Partysan Stuttgart“ Magazin. Wenn man auf 2010 zurückschaut, kann man wohl sagen, dass es eines deiner erfolgreichsten und arbeitsintensivsten Jahre war.  Du hattest zwei Nummer 1 Tracks auf Beatport, im Dj Mag Jahrespoll landetest du auf Platz  3 in der Kategorie Techno. Bei den Beatport Awards ging’s sogar rauf auf Platz 1. Es scheint also stetig weiter bergauf zu gehen in Umeks Karriere.  Wie reflektierst du selbst das vergangene Jahr?

2011 läuft wirklich sehr gut für mich. Einige der Highlights waren der Launch meiner wöchentlichen „Umek behind the Iron Curtain“ Radio Show, eine doppel Dj Mix Compilation, die ich für die Toolroom Knights Reihe veröffentlicht habe oder auch meine Sommer Residency bei Carl Coxs Revolution Continues Abende im Space auf Ibiza. Ich bin regelmäßig in den Top 10 der Beatport Techno Charts, oder ähnlichen Rankings. Außerdem solltet ihr keinesfalls das Artistalbum von mir und Beltek auf Toolroom im Herbst verpassen. Ich bin in jedem Fall sehr zufrieden, wie sich dich Dinge die letzten paar Jahre meiner Karriere entwickelt haben. Dafür bin aber nicht nur ich selbst verantwortlich, sondern auch ein großes, tolles Team, das hinter mir steht. Klar, ich bin der, der produziert und auf Tour ist. Aber ohne den Support meines Office Teams, meiner Booker, der PR Jungs dem Label und Markenmanagement und alle anderen „unsichtbaren“ Leuten hinter den Kulissen. 2011 ist unseres erfolgreichstes Jahr bisher und wir arbeiten hart, das in 2012 zu toppen. 2012 werde ich unter anderem mit der Weltpremiere meines Live Acts an den Start gehen. Weitere Highlights werden folgen. ABER ich glaube auch weiterhin daran, dass die Basis des Ganzen immer noch gute Musik ist. Ohne gute Musik, kein Erfolg.  Deshalb verbringe ich 80% meiner Zeit im Studio, produziere Musik, kümmere mich um 1605 und bin unterwegs… UND ich genieße jede einzelne Sekunde davon.

Ganz nebenbei hast du ja in 2011 auch gleich mal den Award für den Besten Künstler bei Beatport abgeräumt. Es geht also nahtlos weiter mit den Auszeichnungen.  Wie motivierst du dich nach solch einem gigantischen Jahr wie dem letzten? Was sind deine persönlichen Karriereziele für die kommenden Jahre?

Da ich Musik sehr liebe, habe ich keine Probleme, mich zu motivieren. Ich fühle mich einfach am besten, wenn ich im Studio an Musik arbeite. Mir macht es immer noch genausoviel Spaß, Platten für Leute aufzulegen, wie am ersten Tag meiner Karriere. Ich schaue auch immer nach neuer, frischer Inspiration. Oft beeinflussen mich auch junge, neue Künstler mit ihren Ideen oder diversen Parts der Tracks. Es muss nicht mal das ganze Lied sein, aber die ein oder andere clevere Idee macht mich dann ab und an besonders aufmerksam. Diese Eingebungen verwerte ich dann direkt bei mir im Studio. Meine Motivation ist, es stets weiter zu gehen, mich weiter zu entwickeln und stets bessere Musik zu machen. Bei diesem Spiel musst du immer am Ball bleiben. Wenn du denkst, du hast den Peak erreicht, kommt immer etwas neues. Seien es neue Controller, neue Künstler, neue Software oder ein spezieller Track.  Lange Rede kurzer Sinn, fehlende Motivation war noch nie eine Frage für mich.

Aktuell sind wir ja in mitten von 2011 bzw. neigt sich das Jahr ja auch schon wieder langsam dem Ende zu.  Deine DJ Gigs führen dich ja seit Jahren rund um den Globus. Dieses Jahr kam es mir so vor, als wärst du verhältnismäßig oft in den USA gewesen.

Wie kommt das? Wie würdest du die Szene dort mit der in Europa vergleichen?

EDM Kultur als einer der führenden Trends in der Pop Kultur ist etwas ganz neues für die USA. Für die meisten Amerikaner ist das etwas ganz neues und frisches. Der Hype um das Ganze ist unglaublich groß. Man kann es ein wenig mit Deutschland in Mitte der 90s vergleichen. Neue Sounds, neue Raves, neue Wege, Musik zu genießen usw. Das alles passiert gerade in ähnlicher Form in den USA. Der Erfolg einiger kommerziellerer Acts hat die Tür auch für die Underground Szene geöffnet. Jetzt geht es dort auch immer öfter düsterer, rougher und alternativer zur Sache. Mehr Techno eben. Ich selbst habe auch erst kommerziellere Tunes gehört, bis ich zum Techno kam. Ich hatte früher wirklich schlechte Erfahrungen in den USA. So schlecht, dass ich für ca. 10 Jahre die Szene überhaupt nicht beachtet habe. Aber inzwischen ist mein Sound dort viel weiter verbreitet und akzeptiert. Jetzt spiele ich dauernd in den USA und es macht unglaublich viel Spaß. Nur ganz selten ist mein ein schlechter Gig dabei. Durch meinen guten Booker in Washington haben wir auch den Fokus etwas mehr auf die USA gelegt. Ich denke, da wird in den nächsten Jahren viel passieren und ich werde dort sicherlich in der Zukunft noch öfter spielen.

Ebenfalls sehr oft und regelmäßig warst du dieses Jahr wieder auf Ibiza zu Gast. Genauer gesagt warst du Resident bei  Carl Cox’ Revolution Reihe im Space. Was macht Ibiza für dich so besonders?

Viele Menschen, besonders Musiker, sprechen ja immer von besonderen Erfahrungen, wenn sie auf die Insel kommen. Ich gehöre aber nicht zu diesen. Ibiza hat mich nie so tief berührt, ging mir nie so speziell unter die Haut. Ich komme seit 15 Jahren, jährlich hier her, auf die weiße Insel. Ich nehme mir die Zeit, alle großen Partys, alle Clubs, Strände, die wunderbare Natur etc. zu genießen. Aber ich bin immer noch der Meinung, dass die Menschen, die jedes Jahr nach Ibiza kommen, die Insel ausmachen. Viele Leute träumen jahrelang von Ibiza, wenn sie dann endlich da sind, feiern sie natürlich besonders und genießen die Zeit sehr intensiv. Ich denke das macht die Energie der Insel aus. Ich genieße das und versuche, diese Energie mit einem guten Vibe zu verstärken.

Dich verbindet auch eine enge Freundschaft mit Carl Cox. Im Interview für „Techno Heavyweights Carl Cox & Umek back 2 Back“ habt ihr beide erzählt, wie ihr euch kennen gelernt habt und das erste Mal getroffen habt. Wärst du so nett und würdest dies auch unseren Lesern in wenigen Worten erzählen, wie du in Kontakt mit Carl Cox und seiner Musik kamst?

Ich war schon ein riesen Fan von Carl Cox als ich noch ein Teenager war. Zu dieser Zeit brachte mich keiner so zum Tanzen wie er. (Ja, ich war auch mal ein richtiger Raver, aber glücklicherweise waren Cams damals noch nicht so weit verbreitet, hoffentlich hat also niemand noch irgendwelche Aufnahmen. lacht)

Ich liebte es, wie Carl durch seine Platten zu uns sprach. Die Energie war unglaublich. Wir wussten ja damals auch noch nicht viel über die Musik und hatten auch kaum Zugang zu dieser Musik. Ich habe teilweise jahrelang nach den Platten gesucht, die Carl gespielt hatte. Durch das Internet wurde dann natürlich vieles leichter. Glücklicherweise!

Ich habe in deinem Tour-Schedule gesehen, dass du auch wieder öfter in Deutschland präsent bist. Frankfurt, München und am 31.10 auch wieder  in Stuttgart im Club Lehmann. Nach der tollen Nacht im letzten Jahr wird das sicherlich auch diesmal wieder ein rauschendes Fest. Was dürfen deine Fans von dir und deinem Set erwarten?

Ich kann mich noch gut an die letzte Party in Stuttgart erinnern. Ich muss sagen, dass ich ja wirklich viel unterwegs bin und viel spiele. Darum kann ich mich oft nicht an Gigs und Clubs zurückerinnern. Ich habe einfach ein schlechtes Gedächtnis. Aber ich erinnere mich, dass ich in einer Art Käfig gespielt habe. Ich erinnere mich an rote Strobis und ein richtiges Underground Feeling im Club. Ich habe auch ein sehr darkes Set gespielt, das hat perfekt zu der Umgebung gepasst. Es lag etwas Besonderes in der Luft in dieser Nacht. Ich freue mich auf jeden Fall wieder zurück zu kommen. Diesmal auch noch an Helloween…Buahahahaahah (lacht) Ich denke, ich werde wieder etwas düsterer spielen. Denn diese Inspiration habe ich noch vom letzten Jahr. Ihr Deutschen habt einen besondere Leidenschaft für Underground Clubs. In den meisten Teilen der Welt wollen die Leute in schönen, fancy Clubs feiern. In Deutschland mögt ihr es etwas mehr ursprünglicher, dreckig, düster und einfach undergroundig. Mir persönlich gefällt das ebenfalls besonders gut!

Zum Abschluss vielleicht noch eine kurze Message an unsere Leser und deine Fans?

(lacht) Wisst Ihr eigentlich wer die ersten und wahren Partisanen waren ??? 😉
http://en.wikipedia.org/wiki/Yugoslav_partisans

Vielen Dank für das Interview und wir sehen uns an Halloween im Lehmann.

Vielen Dank für euren Support. Macht weiter so, ihr leistet tolle Arbeit für die Szene! Wir sehen uns in Stuttgart im Oktober.

www.umek.si

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