Die traurigste Nachricht von Ibiza diesen Sommer 2011 handelt davon, wie der 28 Jahre alte Kellner Abel Ureña Zafra auf tragische Weise zu Tode kam, zwei Wochen nachdem ihn sein Arbeitskollege, ein Security-Mann, brutal an deren beider gemeinsamer Arbeitsplatz, dem neu eröffneten Ushuaïa Beach Hotel am Playa d’en Bossa, zusammengeschlagen hatte.

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Nach dem Angriff am 19. August 2011 (für den es bis heute keinen ersichtlichen Grund gibt) lag Abel zwei Wochen im Krankenhaus „Nuestra Señora del Rosario“ in Ibiza-Stadt im Koma, bis er schließlich seinen schweren Kopfverletzungen erlag und starb. Von dem Türsteher fehlte zu diesem Zeitpunkt jede Spur.

Denn nur wenige Stunden nach dem tragischen Vorfall in Ushuaïa war der „Security“ von der Insel geflüchtet. Bei den polizeilichen Ermittlungen stellte sich heraus, dass er bei dem Unternehmen, welches das Ushuaïa betreibt (die Fiesta Gruppe), nicht nur unter völlig falschem Namen angemeldet war, sondern es sich bei ihm um einen bekannten Kriminellen handelte, der schon vor dem Vorfall mit internationalem Haftbefehl gesucht wurde.

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Abels Tod war ein Megaschock für die Insel und trägt nicht gerade zum positiven Image Ibizas bei. Löblich ist nur eines an der Sache, nämlich, dass aufgrund dieses und ähnlicher Vorfälle vergangenen Sommer eine ganze Diskussion über Zustände und Arbeitsweise von Türstehern, die im Sommer in den Diskotheken auf Ibiza arbeiten, ins Rollen gebracht wurde, und offen darüber diskutiert wurde, was die Clubs eigentlich tun, um ihre Mitarbeiter in Sicherheitsfragen zu schulen.

Viel Kritik kam auf, weil die meisten Türsteher auf Ibiza kein angemessenes Training oder eine Ausbildung erhalten, die für diese Art von Arbeit notwendig wäre. Leider ist es auf Ibiza nicht so wie in vielen anderen europäischen Ländern, dass Personen, die im Sicherheitsdienst tätig sind, strenge Vorschriften erfüllen und regelmäßig an praktischen und psychologischen Schulungen teilnehmen müssen . (Gesetzliche Mindestanforderungen für alle, die in der Sicherheitsbranche ihr Geld verdienen wollen, ist allein die Teilnahme an einem Lehrgang der Industrie- und Handelskammer IHK)

Der echte Name von Abels Mörder ist Paulo Cesar Baptista. Nachdem er mehr als drei Monate total von der Bildfläche verschwunden war, wurde er schließlich in Holland verhaftet und am 7. Dezember zurück auf die Insel gebracht. An Händen und Füßen gefesselt und von zwei Beamten der Guardia Civil bewacht, landete der Portugiese am Eivissa Flughafen und wurde mit einer Wagenkolonne und in Begleitung einer großen Anzahl von Polizeibeamten direkt in die Justizvollzugsanstalt von Ibiza gebracht. Da er als gefährlicher Gefangener eingestuft wird, wurde er direkt den Isolations-Block geführt.

Baptistas Rückkehr auf die Insel war mit Spannung erwartet. Dreieinhalb Monate waren seit dem Vorfall am 19. August in Ushuaïa vergangen, wo er unter dem Namen Jose Pereira Sousa angestellt war, weil er es irgendwie geschafft hatte, in den Besitz legaler spanischer Papiere zu kommen.

Nach seiner Flucht aus Ibiza folgte die Guardia Civil seiner Spur bis zu einer Stadt in der Nähe von Amsterdam. Dort wurde er am 21. November festgenommen. Am Montag, 12. Dezember, wird er seine erste Aussage am Gericht von Ibiza machen müssen. In den nächsten Wochen wird das Gericht dann versuchen, genau heraus zu finden, was an diesem Tag im August im Ushuaïa eigentlich passiert war, dafür werden auch zahlreiche Zeugen aussagen. Sein Angriff wurde zudem von Überwachungskameras aufgezeichnet.

Wie lange das Verfahren dauert könnte, können wir nicht einschätzen, aber alles deutet in die Richtung, dass er zu zehn bis 15 Jahren Gefängnis verurteilt wird.

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Foto/Video/Text: CAMINO PR

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