Techno scheint dem aus der Ukraine stammenden DJ und Produzenten Spartaque in die Wiege gelegt worden zu sein. Sei es auf seinen über 300 Releases, die auf international bekannten Labels erscheinen, in seinen Podcasts wie jüngst für TRONIC oder seine eigene SUPREME Podcast Serie, seinen Remixproduktionen oder auch seine mittlerweile weltweit gefeierten Gigs – Spartaque steht für einen treibenden und kräftigen Techno, der nach vorne geht. Man kann Spartaque wohl schamlos als wichtigen Bestandteil der globalen Technoszene beschreiben, der für einen eigenen Style steht.

 

Wann hat deine musikalische Entwicklung angefangen?

Die Musik hat mich schon immer angezogen. Ich muss so zwischen 13 und 14 Jahre alt gewesen sein, als ich das erste Mal selbst Musik gemacht habe. Ich habe einen dieser ersten analogen Sequenzer in die Hände bekommen und war gleich mit Eifer dabei. Ich träumte davon, eine Elektro-Band zu gründen und auf Tour zu gehen, das stellte ich mir cool vor. Außerdem bin ich in einer ziemlich musikalischen Familie aufgewachsen. Mein Vater war Orchesterleiter, meine Ur-Großmutter leitete das Musik-College in Ternophil und meine Großmutter lehrte bei der Kharkiv Philharmonie. Während der Perestroika trennten sich meine Eltern und mein Leben änderte sich drastisch. Sie verboten mir, weiter Musik zu machen. Aber es waren wohl meine Gene und meine Wurzeln, die mich wieder zurück zur Musik getrieben haben. Nachdem ein Musikstudium für mich nicht in Frage kam und ich auch sonst keine Möglichkeit zur Selbstverwirklichung hatte, habe ich versucht, mich in der elektronischen Musik wiederzufinden. Und das ist mir, glaube ich, auch gut gelungen. Ich schreibe Dancemusic seit ich 17 bin und habe nicht vor, damit in absehbarer Zeit aufzuhören.

 

Was denkst du: Was ist das Einzigartige an deiner Musik?

Aus meiner Perspektive ist das schwer zu beantworten. Wahrscheinlich weiß das mein Publikum besser zu beantworten. Ich kann nur sagen, dass ich ehrlich bin mit meiner Musik. Ich spiele nur das, was ich auch mag und reflektiert, wer ich bin. Meine Musik ist dynamisch, fröhlich und unbeschwert. Und so bin auch ich. Da gibt es keine Geheimnisse, es ist alles ganz entspannt. Wenn man sich meine Podcasts, Radio Shows oder Sets anhört, bekommt man eine Vorstellung von meiner Person. Wer ich bin und was ich spiele, ist so ziemlich dasselbe.

 

Welche Platte ist aus deiner Tasche nicht mehr wegzudenken?

Da gibt es so viele Tracks, die kann ich gar nicht alle aufzählen. Aber es gibt einen Track, den ich besonders liebe, den ich vor 10 Jahren das erste Mal gespielt habe und der immer gut ankommt: „Oxia – Domino“. Ein wirklich großartiges Werk. Die Tiefe und der Vibe beeindrucken mich immer wieder.

Dein eindrucksvollster Gig oder Festival bisher?

Während meiner 12-jährigen Karriere habe ich schon viele tolle Festivals und Clubs erlebt. (Es waren aber auch ein paar schlechte Clubs dabei, das kann ich nicht abstreiten.) Ich kann gar nicht sagen, was da am besten oder schlechtesten war. Mein erster großer Auftritt war in Kharkiv (zweitgrößte Stadt der Ukraine), wo ich vor 10.000-20.000 Leuten gespielt habe. Es war ein DJ-Wettbewerb, bei dem ich fast den ersten Platz gewonnen hätte.

2007 war ich beim Global Gathering Ukraine, dem größten Festival der Ukraine. Das war natürlich gleich ein ganz anderes Level und hat mir viele Türen in Kiew und in der ganzen Ukraine geöffnet. Kurze Zeit später war mein Name auch in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion bekannt.

Außerdem erinnere ich mich gerne an die Love Parade 2010 in Duisburg zurück, die leider auch die letzte war. Ich habe nicht auf einer großen Bühne gespielt, sondern auf einem Boot, das mein Freund Dennis A aus Moskau gebaut hat. Das war eine tolle Erfahrung für mich.

Als einer meiner letzten Gigs im März 2017 hat der im Fabrik Club in Madrid einen wundervollen Eindruck bei mir hinterlassen. Ich durfte dort während des Aquasella Festivals, wo wahnsinnig viele Leute waren, auf der Hauptbühne spielen. Dieses Jahr erwarten mich noch weitere nicht weniger interessante Gigs, von denen ich auch bald berichten werde.

 

Was inspiriert dich zu dem, was du tust?

Ich möchte als Künstler und in meiner Persönlichkeit wachsen, mir mehr Wissen im Bereich Marketing und Management aneignen, um meine Karriere als Künstler voranzubringen. Bestimmte Karriere-Ziele zu erreichen und die Messlatte immer ein bisschen höher zu legen, neue Wege zu gehen – das treibt mich an. Dieser Entwicklungsprozess macht mich glücklich und inspiriert mich. Außerdem möchte ich meiner Tochter ein gutes Vorbild sein, ebenso meinem übrigen Umfeld. Ich möchte ihnen zeigen, dass man mit einem starken Willen seine Ziele erreichen kann.

 

Inwieweit beeinflusst dein Alltag als Vater und Eheman dich als DJ und Produzent?

Das ist eine sehr interessante Frage. Es ist ein Drahtseilakt, die Balance zwischen Touren, Musik schreiben, Management-Angelegenheiten, die ich größtenteils selbst regle, und meiner Rolle als Vater und Ehemann zu finden. Ich habe großes Glück, dass ich mit einer Frau verheiratet bin, die mich versteht. Sie ist immer für mich da, aber sie braucht natürlich auch meine Aufmerksamkeit, die ich ihr zu geben versuche. Meine Familie ist mein Zuhause, wo mein Herz sich wohl fühlt. Aber um meine Ziele zu erreichen, muss ich auch den Verpflichtungen, die ein Musiker-Leben mit sich bringt, gerecht werden. Meine To-Do-Listen sind lang: PR, Veröffentlichungen, Promos, neue Musik anhören, Platten bestellen, meine Podcasts vorbereiten, Videos hochladen usw. Es gibt so viele Dinge, die erledigt werden müssen. Aber dieser Lifestyle ist großartig. Ich bin glücklich als Vater, Ehemann und natürlich als Künstler.

 

Was ist dein derzeit liebstes Equipment auf der Bühne?

Das ist schwer zu sagen, so aus dem Stegreif. Alles ändert sich und es gibt immer neue Sachen. Zurzeit spiele ich auf einem CDJ 2000 Nexus 2. Ein tolles Teil. Außerdem benutze ich Rekordbox. Flash-Laufwerke sind komfortabler und zuverlässiger als Computer. Gerade diese Woche sind zwei meiner Mac Book Pros kaputt gegangen und werden gerade repariert. Manchmal kann man sich nicht einmal mehr auf Apple verlassen… Deshalb benutze ich wie gesagt Flash-Laufwerke und CDJs von Pioneer. Meine Console besteht aus dem 900 und Nexus 2000.

Ich interessiere mich zwar sehr für neue Technik, aber manchmal lege ich auch Vinyl auf; im Studio habe ich zwei Pioneer PLX-1000 Plattenspieler. Die sind großartig.

Ihr fragt euch vielleicht, was das mit Pioneer soll. Wir sind einfach gute Freunde und die Jungs machen wirklich tolle Sachen, auf die ich mich immer verlassen kann.

 

Was steht diesen Sommer bei dir an?

Der Sommer wird richtig heiß. Es stehen viele Termine an, z.B. in Tschechien, Belgien, Schweiz, Deutschland, Spanien und Portugal. Argentinien und Brasilien sind auch noch im Gespräch, Canada wurde gerade bestätigt. Vielleicht kommen noch die USA dazu. Ich glaube, diese Saison wird der Kracher, denn die meisten Termine sind Open-Air-Festivals und -Events, das bedeutet große Bühnen und ein riesen Publikum. Ich werde tolles Material für Promos, Videos und Podcasts sammeln können. Deswegen werde ich auch sicherstellen, dass die Events breite Beachtung in der Social Media bekommen. Folgt daher gerne den News auf meiner Website und meiner Facebook-Seite. Da findet ihr auch meinen Tourplan für diesen Sommer, der wie gesagt voll gepackt und großartig sein wird!

Über den Autor

Martin liebt drückende Bässe, die nicht nur den Magen berühren sondern auch den Geist zum Tanzen bringen. Dreckige Clubs stehen generell oben auf der Liste, während der Hochglanzladen mit Glastheke eher unbesucht bleibt. Immer auf der Suche nach dem neusten Beat, dem frischen Groove und dem mitreißenden Sound schreibt Martin seit Jahren für unterschiedliche Musikmagazine und Blogs ohne dem großen Hype hinterherzulaufen.

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