SIAN spiel auf der ganzen Welt, aber deutsche Gigs sind sehr rar…

DJ Sian / Octopus Recordings Barcelona  Hey Sian, bitte stell dich doch in ein paar wenigen Worten unseren Lesern vor:

Also ich bin ein Ire, der sowohl in Barcelona, Südfrankreich und Irland lebt, in letzter Zeit und das möchte ich auch in nächster Zeit. Ich bin Technoproduzent und ich denke, ich mache abwechslungsreiche Musik. Einige sagen, dass meine Musik manchmal recht dark wäre, aber sie trifft meistens den Ton des Dancefloors. Ich bin in Südspanien aufgewachsen und bin sehr viel gereist, besonders in den letzten 2 Jahren. Während ich reise, produziere ich ohne Unterlass und kümmere mich um mein neues Technolabel „Octopus“, für welches ich jetzt ausschließlich produziere. Calculus und ich machen die Originale und lassen sie von beispielsweise Carlo Lio, Dvs1, Dustin Zahn, Secret Cinema, Losoul, Terence Fixmer, Gui Boratto, Ripperton, John Tejada, Joel Mull, Basic Soul Unit etc. remixen, so ist ein breites Spektrum vertreten. Wir sind sehr auf neue Medien fokussiert und pushen die ganze digitale DJ-Revolution.

Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich in den letzten Monaten zu einem echten Sian Fan gewoden bin. Ich habe fast all deine aktuellen Stücke supported. Daher habe ich mich auch besonders auf das Album gefreut und war sehr gespannt. Jetzt hab ich es gehört und bin echt begeistert. Das Album erscheint als 70 Minuten langer Dj Mix. Dieser enthält eine Menge neuer Sian Tracks, Remixes und vieles mehr. Bitte erkläre uns warum du dich für eine solche Albumpräsentation entschieden hast…

DJ Sian / Octopus Recordings BarcelonaFreut mich, dass es dir gefällt! Ja, das Konzept ist einfach, ich habe mein ganzes Material genommen und mit meinem Lieblings-Remixen kombiniert um ein langes Stück daraus zu machen! Ich denke, es ist etwas tolles, Neues dabei entstanden, wobei die Technik bestmöglich genutzt wurde. Es ist ein DJ-Mix, aber aufgenommen in einem Studio und mit Original-Material. Es wurde mit Herzblut und Leidenschaft aufgenommen und es war teilweise auch schwierig.

Der Promotext zu deinem Album beschreibt deine Musik als: Ein reiner, heisser Mix von „druggy“ – verspulter Techno, Dub und House. Mir gefällt diese Interpretation! Denkst du das trifft zu, oder wie würdest du den Sian Sound beschreiben?

Ja, das fasst es gut zusammen. Ich wollte abgespaceten Sound und seinen wir ehrlich – jeder mag Drogen oder diese Art der Atmosphäre und diese Stimmung, ist es nicht das, nach dem wir alle suchen? Ich bin sicher sauber heutzutage, aber die Idee, dass Musik einen irgendwohin katapultieren soll, lässt mich nicht los. Ich bin immer glücklich, wenn die Leute sagen, meine Musik wäre freaky oder abgedreht,  sehe ich das als Kompliment.

Ich bin auch ein großer Fan von der Technik des Dub-Recording. Elemente auf Ihre Basics zu redizieren, sie so original und roh wie möglich dar zu stellen. Die Grundfestigkeit ist sehr wichtig auf und für den Dancefloor. Es braucht eine Menge Zeit die Fähigkeiten zu erlernen, die Richtige Balance zu finden. So dass einfache aber kräftige und starke Parts der Tracks zusammen passen und zusammen „arbeiten“.

Welches Equipment benutzt du für deine Produktionen? Mehr digitale oder mehr analoge Tools?

Ich bin ein risen Fan der Maschine. Das ist für mich das Perfekte System. Eine Weiterentwicklung und Verbesserung der alten Akai Mpc Sequencer. Ausserdem benutze ich Ableton, Peak und tonnenweise VST Plugins. Generell finde ich Soft & Hardware von Native Instuments am besten. Sie sind wirklich ganz weit vorn! Ich mag es nicht mit der Mouse oder dem Trackpad rum zu hantieren. Die  Maschine ist hier echt superb, hier kann ich im richtigen Flow arbeiten. Sachen direkt einspielen. Ich habe auch einige spezielle Software Plugins, über die ich aber nicht mehr verraten darf. Ich bin auch sehr mit der Sony Oxford Collection und Soundtoys zufrieden. Damit kann man perfekt in neue Projekte starten. Auch finde ich es toll, das man mit digitalen Tools eigentlich immer und überall arbeiten kann.

Trotz fantastischer Releases auf Labels wie Pokerflat, Tronic, Soma, Octopus oder Paso, hat es den anschein, dass die deutsche Szene noch nicht wirklich bereit für dich ist. Du spielst auf der ganzen Welt, aber deutsche Gigs sind leider sehr rar. Was ist deiner Meinung nach der Grund dafür?

Ja, ich habe oft in großen Clubs, wie dem Berghain, dem Weekend, dem Bootshaus und vielen anderen gespielt. Dieses Jahr macht meine Bookings zum ersten Mal eine professionelle Booking-Agentur in London also hoffe ich, dass ich ab jetzt noch öfter in Deutschland bin!

Ich erinnere mich an einen Gig von dir in Stuttgart im Toy, vor einigen Jahren. Zu diesem Zeitpunkt war dein Sound eher deep und etwas minimaler. Wie hat sich denn dein Sound in deinen Dj Sets verändert, verglichen mit Heute?

DJ Sian / Octopus Recordings BarcelonaIn kleineren Clubs spiele ich meistens etwas groovigeren und deeperen Sound, wenn die Crowd dafür empfänglich ist. Mein Sound lässt sich auch nicht so leicht einordnen, es gibt nicht den „einen“ Style, den ich spiele. Viele Loops und Cuts werden vermischt und ich konzentriere mich zur Zeit viel auf neue Musik. Rohen Beat und knallharten Bass zur Peak Time gibt es dann gerne auf Festivals. Mit den vielen technischen Möglichkeiten, die den Djs heutzutage zur Verfügung stehen, hat mein Sound mehr Live-Komponenten bekommen, aus den Tracks wird eher immer wieder etwas Neues geschaffen.

Wird es eigentlich auch eine Album-Tour geben? Sind bereits Termine bestätigt? Vielleicht sogar in Deutschland?

Ja, ich war jetzt erst für einige Gigs in den USA und Mexiko unterwegs, als nächstes folgt dann Australien, Asian und Mittel- und Südamerika, hoffentlich ab Juli. Dann gehe ich wieder zurück in die USA für einige Gigs im August und September. Den Rest des Jahres werde ich in Europa sein und mein Album promoten. Und ja, auch in Deutschland natürlich. Am 1. Juli bin ich in Berlin im Weekend zu hören und hoffe, dass es danach auch noch einige Stopps hier geben wird.

Das klingt doch gut! Wir wünschen dir viel Glück und Erfolg mit deinem Album und der Tour!

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