Trauer in der Clubszene über den Tot von E-Werk-Gründer Ralf Regitz.

Der plötzliche Tod schockiert Freunde und Mitarbeiter. „Ich stehe völlig unter Schock“, so der Mitstreiter und Tresor-Chef Dimitri Hegemann. Die E-Werk-Betreiberin Silke Friedrich hatte noch Anfang letzter Woche mit Regitz Zukunftspläne und Projekte besprochen. Anzeichen von Krankheit konnte sie nicht bemerken:

„Er hat sich einfach abends ins Bett gelegt und ist nicht wieder aufgewacht.“

Als einer der Technoaktivisten der ersten Stunde organisierte Regitz 1989 die Loveparade und gründete das legendäre „Ufo“.

In der Wilhelmstraße fand er 1993 zusammen mit Lee Waters, Hilke Saul und Andreas Rossmann mit dem E-Werk schließlich das ideale Gebäude für seine Clubvision. Ein morbider Industriekoloss ganz nah am ehemaligen Berliner Mauerstreifen, der durch Regitz mit wummernden Bässen und harten Beats wiederbelebt wurde. In den Mauern eines ehemaligen Umspannwerkes wurde der Club weltberühmt. DJ-Größen wie u.a. Paul van Dyk und Westbam gaben sich die Ehre.

„Unumstritten ist, dass er die elektronische Tanzmusik in Berlin durch sein Zutun geprägt und gefördert hat.“, so Dr.Motte, mit dem Regitz sich bereits 2004 verstritt.

Ob zur Klärung der Todesursache eine Obduktion angesetzt wird ist zur Zeit noch unklar, ebenso auch der Termin für die Beisetzung.

Eines der jüngeren Projekte, das „Café Moskau“ (einstiger SED-Anmachschuppen), wurde von Ralf Regitz für rund 10 Millionen Euro zum Tagungs- und Veranstaltungsort umgebaut.

Zuletzt plante Regitz gemeinsam mit Dimitri Hegemann, das Kraftwerk in der Köpenicker Straße zur Bühne zu machen. Am letzten Freitag wollten sich beide noch treffen und Pläne schmieden, so Hegemann. Zu diesen Treffen erschien Regitz nicht. Kurz darauf erfuhr Hegemann dann vom Tod seines Mitstreiters.

Ralf Regitz wurde 46 Jahre alt.

3 Responses

Leave a Reply

Your email address will not be published.