Aus Frankreich kommt House. Aus Frankreich kommt Modjo. Yann Destagnol und Romain Planchart aka Modjo über French House, das Überleben des One-Hit-Wonder Status, ihre Labelgründung und die Liebe zur Melodie. Lady war ihr Sommerhit 2000, auch die zwei Follow Ups charteten problemlos. Mit ihrem neuen Album »Modjo« beharren die beiden jungen Pariser auf Stylevielfalt und schlicht ehrliche Treue zur Musik…

War »Lady« Eure erste gemeinsame Produktion?

Romain: Ja, einer der ersten Tracks, ein anderer ist unsere dritte Single »What I Mean«, ein ganz anderer Songtyp, einer unserer Favoriten. Für uns sind Melodien das Wichtigste und »What I Mean« ist für uns einer der melodisch stärksten Tracks auf dem Album und außerdem eine perfekte Gelegenheit den Hörern die verschiedenen Seiten unseres Albums vorzustellen. Modjo ist nicht gleich House… Die Leute haben wahrscheinlich wieder einen Dancetrack nach »Lady« und »Chillin« erwartet…

Woher nehmt Ihr die Inspiration für Eure Produktionen?

Yann: Die Melodien kommen einfach… von irgendwo her. Wir hören natürlich auch mal Stücke, die uns gefallen. Die House Produktionen von vielen aktuellen Produzenten sind gut…

R: Ja, aber wir waren eher inspiriert durch Soulbands… Wir haben sehr viele unterschiedliche musikalische Einflüsse. Yann hört viel alten UK Pop, wie die Beatles, ich höre viel Be Bop, alte Jazzsachen. Aber trotzdem mögen wir zum Beispiel Destiny´s Child, ich bin auch ein großer Fan von DJ Sneak – also alles sehr variabel…

Wie würdet Ihr Euren Sound beschreiben?

R: Wir sind Komponisten, unser Fokus liegt auf den Melodien. Egal ob die Komposition auf dem Klavier oder einer Gitarre entsteht oder sogar auf einem Sample basiert. Es gibt viele Kompositionswege und das ist das Interessanteste für uns. Unser Album sehen wir als elektronisches Pop Album. Wir wollen nicht, dass die Leute das Album jedes Mal aus dem gleichen Grund anhören. Es ist extrem langweilig, wenn Musik auf limitierten Style begrenzt ist.

Wie lang habt Ihr an dem Album gearbeitet?

R: 4 Monate.

Y: 2 Wochen… (lacht)

Also 2 Wochen, aber 4 Monate klingt offiziell besser?

R: Nein, nach unserem ersten Track »Lady«, der an einem Nachmittag im Grobaufbau entstanden ist, war klar, daß wir neue Songs brauchen… dann haben wir 4 Monate am neuen Album gearbeitet, zwei Monate intensiv… einen Track haben wir sogar in nur einer Nacht produziert. Normalerweise haben Künstler mehrere Tracks am Start, wenn sie etwas herausbringen, wir haben nur »Lady« zusammen produziert und hatten kurz zuvor erst angefangen überhaupt zusammen zu arbeiten.

Als nächstes wurde dann »Chillin« veröffentlicht, es war der erste Track, der nach »Lady« entstanden ist. Nach der Promotiontour haben wir dann angefangen an unserem Label »Modjo Music« zu arbeiten. Das ist viel Arbeit und Verantwortung…

Wir mußten das Album sehr schnell fertigstellen, die Produktion ist vielleicht nicht perfekt aber dafür sehr fließend. Und ja, wir würden gern mal zwei Jahre Zeit haben, um ein Album zu produzieren. Um entspannt Zeit zu haben, aus vielen Songs auszuwählen, die man einbeziehen möchte.

Kommen dann demnächst auch neue Acts auf Modjo Music?

R: Nein, im Moment produzieren wir nur uns selbst. Aber wir werden auch andere Künstler produzieren, wenn unsere Promotiontour und die Konzerttour im November vorbei sind. Modjo live ist sehr mit dem Gesamtkonzept Modjo verbunden, on stage muß die Studioproduktion lebendig und spontan umsetzbar sein. Wir benutzen keine Computer oder Drum Machines und würden nie Playback spielen – nie. Wir lieben es mit dem Publikum zu kommunizieren.

Welche Musik hört Ihr privat?

Y: Ich höre zum Beispiel die Beach Boys, und die Beatles habe ich schon immer viel gehört… wenn Songs gut sind und Künstler talentiert und kreativ produziert haben, wird die Musik nicht alt.

R: Ich höre viel alten Jazz und Be Bop, aber auch neue Produktionen von kreativen Produzenten. Ich höre sogar den neuen Track von Nsync gern, aber nur weil die Produktion so gut ist, ich hasse die Jungs eigentlich… Ich denke die amerikanischen R&B Produzenten sind heutzutage die kreativsten Jungs.

Könnt Ihr Euch denn noch frei auf den Straßen bewegen?

Yann: (lacht)… wir werden noch nicht von Frauen auf der Straße angegriffen, die uns festhalten und uns ihre Liebe gestehen. Manchmal spricht uns jemand an und sagt, dass er unsere Musik mag. Diese ehrlichen Meinungen interessieren uns auch, das ist ok so.

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