Miss Yetti > Zack, Zack, Zack. So schnell kanns gehen …

Zack, zack, zack. So wünscht sich das so mancher, wie das bei Miss Yetti lief: 1991 die erste Platte gekauft, 1992 der erste große DJ-Gig, 1994 die erste Veröffentlichung, 1995 Umzug nach Berlin, 1998 Labelgründung, 1999 Wahl zur “best female dj”.

Miss Yetti im Interview über ihre neue Compilation, Professionalität, Träume und die Möglichkeiten, einen eigenen Weg zu gehen.

Yetti, Du bist jetzt mit Deinem Mix-Album Gold und Liebe am Start. Die Label-Gründung ist inzwischen sieben Jahre zurück. Schon eine Strecke. Welche Hürden hast Du überwunden in dieser Zeit?

Klar, der Anfang beruhte wie bei vielen darauf, dass man mir in meine Tracks zu viel reinreden wollte. Das führte direkt zur Labelgründung. Nach einer Zeit habe ich dann zum Glück auch gelernt, die Wirtschaftlichkeit zu beachten. Da hab ich am Anfang ne Menge Lehrgeld gezahlt. Das heißt aber nicht, den musikalischen Inhalt wirtschaftlich zu beurteilen.

Damit meine ich, dass ich von einer Produktion total überzeugt bin, eine Menge Vinyls pressen lasse und diese sich dann aber doch nicht so gut verkaufen, wie erwartet. Heute gehe ich vorsichtiger vor und lasse erst mal weniger pressen und dann bei Bedarf nachpressen. Der musikalische Inhalt wird aber niemals nach Verkäuflichkeit ausgewählt, sondern nach meinem Geschmack. Und diese Freiheit möchte ich mir bewahren.

Das heißt, Wirtschaftlichkeit ist eher zweitrangig?

Ja, mein erstes Album ist ein Beispiel dafür: Da stand ich gleichzeitig vor der Entscheidung, wie es mit meinem Leben weitergehen soll. Studium fertig, 30 Jahre geworden, ok… Mach ich jetzt musikalisch weiter? Oder baue ich auf meinem Psychologie-Diplom auf und richte mein weiteres Leben danach aus?

Wie gehts weiter? Und dann hab ich mir gedacht, ok, mein größter Traum war es nach diversen Maxireleasen, ein ganzes Album zu machen. Also habe ich mich ins Studio eingeschlossen und Musik gemacht, immer aus dem Bauch raus.

Wie war das Gefühl dabei?

Ich hab mir gedacht, egal was passiert, ich setze jetzt meine Gedanken und Gefühle so um, wie ich eben zu dem Zeitpunkt empfunden habe. Ob ich mich dabei nun selber therapiere oder nicht. Ich hab schon immer das getan, wovon ich überzeugt war und jetzt eben auch.

Dieses Album wurde dann wirklich auch sehr dark und überhaupt nicht massenkompatibel. Und auf einmal hat sich dieses ungewöhnliche Album echt super verkauft. Da war für mich klar: Hier gehts weiter!

Die gerade erschienene Gold und Liebe-Mix-CD… ist das eher ein Ausflug in die Gold und Liebe-Geschichte oder ein aktueller Querschnitt?

Die Compilation wollte ich unbedingt machen, um mal das gesamte Spektrum des Labels aufzuzeigen und es lag mir am Herzen diese live an meinen Turntables zusammen zu mixen und nicht am Computer. Ich habe die Platten so ausgewählt wie bei einem optimalen, repräsentativen DJ-Set mit einem schönen Aufbau, Einstieg Höhepunkt, wieder runter und noch ein Peak. Wichtig war mir der Flow Und ich glaube, den kann man hören.

Was für weitere Projekte stehen bei Dir in Zukunft an?

Gerade erschienen ist der Miss Yetti-Remix von Marc Almonds Vanity, Poverty, Revenge auf Pale Musik. Im Januar kommt Spanish-fly auf Properproud, einem spanischen Label heraus. Im Februar release ich die Vorab-Maxi Labyrinth meines Albums mit einem Frank Martiniq Remix und einem ganz besonderem Überraschungsremixprojekt auf Gold und Liebe. Und dann folgt mein Albumrelease Insights im März, ebenso auf Gold und Liebe.

Die arrivierten Künstler, zu denen ja auch Du zählst, trauern häufig mal vergangenen Zeiten hinterher…wie siehst du das?

Diese Rumquengelei finde ich voll nervig. Natürlich gab es eine tolle Zeit und eine mega-spannende musikalische Vergangenheit, aber was ist denn mit der Gegenwart? Es entsteht doch gerade wieder so viel Neues, was den musikalischen Input anbelangt. Ich trauere nichts hinterher und blicke voller Freude in die Zukunft.

 

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