Ich glaube jeder Musikinteressierte hat mindestens ein, zwei Festivals oder diverse Künstler die er oder sie wenigstens ein mal besuchen bzw live erleben möchte.Daher ist es besonders schön wenn man, wie in meinem Fall, gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann. Zum einen der erstmalige  Besuch eines der Wunschfestivals. Zum anderen auch noch die damit verbundene Liveshow der 2manyDjs.  

Möglich machte es das MELT! Festival 2013.
Den Freitag liessen wir aus, obwohl dieser natürlich mit Acts wie beispielsweise The Knife, Modeselektor, James Blake, Ben Klock oder Digitalism sicherlich sehenswert gewesen wären.

Wir entschieden uns aber für Samstag und Sonntag.
Der Samstag war mit den Babyshambles, Miss Kittin, James Holden, Schwarzmann, Karenn oder DJ Koze ja auch bestens aufgestellt. Wobei letztere leider hinter den Erwartungen zurück blieb. So zumindest unser persönlicher Eindruck.

Ich persönlich freute mich besonders auf den Sonntag. Dieser versprach mit Art Department,  Maceo Plex,  Jamie Jones, Archive, und meinen Favoriten den
2ManyDjs höchst interessant zu werden.

Nachdem der Samstag ja bereits zum erkunden des Geländes, zur Floor Orientierung und zur „Akklimatisierung“ genutzt wurde, waren wir Sonntag dann bereit zu „raven“.

Man muss an dieser Stelle auch mal sagen das das MELT! Festival wirklich einen ganz eigenen Charakter und Charme hat. Alles ist sehr sehr entspannt und dennoch super professionell. Das Personal, sei es Security oder Gastro, immer freundlich. Wirkten nie „überfordert“ oder „planlos“ wie das bei vielen anderen Festivals der Fall ist. Die Getränkesituation war bei der Menge an Bars immer so, das man nie länger als 3,4 Minuten auf seine Drinks warten muss. Selbst wenn eine Bar mal voll war, ging man einfach zur nächsten.

Auch die Preise sind hier im Vergleich zu anderen Events doch recht fair. Besonders toll ist auch, das im VIP Bereich die Getränkepreise sogar etwas günstiger sind als auf dem Festivalgelände. „Früher“ war das ja auch auf dem ein oder anderen „Technofestival“ so, was sich aktuell aber leider geändert hatte. Ebenfalls ein ganz grosses Plus: man kann an allen Bars (ausgenommen VIP Bereich) mit Bargeld bezahlen. Keine nervigen Token oder Getränkepreise. UND, man bekommt teilweise Softdrinks in PET Falschen. Das Pfand beträgt im übrigen nur 1 (!) Euro. Nicht wie teilweise immer üblicher, 2 Euro.  Fanden wir sehr schön und daran sollten sich andere Events mal ein Beispiel nehmen.

Das Ambiente und Flair des MELT ist aufgrund der sagenhaften Location auch einzigartig. Welches Festival hat schon einen eigenen See samt Sandstrand der zugleich auch ein Dancefloor ist. Okay, vllt noch die SMS – aber sonst fällt mir keins ein…

Zu dem die riesigen Tagebaubagger – die tagsüber schon imposant aussehen. Wenn es dann aber Nacht wird, und die besagten Bagger beleuchtet werden, wirkt das noch ein mal ganz anders. Es muss wohl auch ein Feuerwerk gegeben haben, jedoch haben wir das verpasst. Auch das Publikum ist eine sehr homogene Mischung aus diversen Subkulturen: Hipster, Raver, Indie-Rocker, Hippies… alles dabei.
Auch kam uns das Durchschnittsalter des Publikums etwas höher vor als auf typischen „Technofestivals“. Kann aber natürlich auch am Ticketpreis und am anspruchsvollen Line Up bzw vor allem den Bands liegen.
Übrigens,  der „Verpeiltheitsgrad“ war hier deutlich geringer als auf den gängigen Raves.

Für alle Interessierten standen sogar auf dem Gelände einige Opel-Adam Vorführwägen, bei dem man das neue Auto Infotainment System testen konnte. Also wer Spaß an automatischer Musikerkennung und Sprachsteuerung im Auto hat, hier gehts zu den Infos.Das der Event in diesem Jahr von Opel gesponsert wurde war zwar spürbar und auch offensichtlich, jedoch aber zu keinem Zeitpunkt zu aufdringlich oder nervig.
Im Gegenteil das Promotionteam hatte eigentlich sogar einen hohen Unterhaltungswert. Auch die Opel Sonnenhüte waren aufgrund der Wetterlage sehr beliebt und gefragt. Für alle Interessierten standen sogar auf dem Gelände einige Opel-Adam Vorführwägen, bei dem man das neue Auto Infotainment System testen konnte. Also wer Spaß an automatischer Musikerkennung und Sprachsteuerung im Auto hat, hier gehts zu den Infos.
Auch dies war teilweise sehr unterhaltsam. Vor allem wenn sich die Promoter auf lange Verkaufs bzw Informationsgespräche mit  offensichtlich nicht mehr zurechnungsfähigen Personen  einliessen.

Ebenfalls positiv fällt die Bühnenverteilung auf. Man hat fast keinen „Soundsalat“ wenn man sich zwischen den Floors bewegt. Natürlich gibt es Punkte an denen man auch den Sound von nebenan hört aber es hält sich im Vergleich zu anderen Events wirklich in Grenzen.

Klanglich waren die Zelte sehr gut und von hoher Soundqualität. Die Open Air Flors ebenfalls jedoch teilweise merkte man zwischen Bands und Djs schon Unterschiede in der Soundqualität. Besonders wenn die Floors dann nahezu komplett gefüllt waren, büsste man in den hinteren Reihen sehr stark an „Druck“ ein.

Übrigens gibts beim Melt so viele Essensstände wie ich es selten gesehen habe.  Gerade die Vielfältigkeit war überraschend. Sogar der Veganer hat hier die volle Auswahl. Für uns Schwaben gabs sogar einen Spätzle-Stand.

Sehr erwähnenswert ist übrigens der liebevoll gestaltete „Sleepless“ Floor. Hier gibt’s von Samstag bis Montag konstant Techno bzw Tech-House und Artverwandtes. Toller Sound, tolle Stimmung und eine schickes Stage/Floordesign á lá „Bar25“ oder „Kater Holzig“.

Musikalisch waren unsere Highlights definitiv wie erwartet die 2manyDjs. Leider traf dort das oben angesprochene Problem mit dem „Druckverlust“ aufgrund des vollen Zeltes auf. Aber die Show war definitiv die beste die wir dort erlerben durften.

Für mich total neu und deswegen um so überraschender war das Back2Back Set von Riton & Mark Ronson. Ebenfalls stark waren Art Department und Damian Lazarus. Von Maceo Plex hatte ich etwas mehr erhofft. Archive haben wir leider verpasst, wie auch Jamies Jones. Auf dem Sleepless Flor war Camea sehr stark und hat gut gerockt. Atoms for Peace entzieht sich leider meinem Verständnis. Hätte ich an dem Abend LSD konsumiert, so hätte ich dann wohl den Freitot gewählt. Sehr depressiver Sound, von den Leuten aber gefeiert und anscheinend nicht zu unrecht auf dem Mainfloor. Young Rebell Set ist zwar absolut nicht meine Musik, hat aber Spass gemacht. Zudem war der Klang im Intro Zelt wirklich sehr fett.

Der Mainevent war dann gegen 02.00 Uhr zu Ende. Auf dem Sleepless Flor ging es mit Ellen Alien, Anja Schneider und Monika Kurse bis in den Montag Vormittag.

Wir klinkten uns jedoch dann Montag Morgen gegen 03 Uhr aus um am Montag dann die 7 stündige Heimreise anzutreten.

Fazit: Ein sehr toller und mit vielen neuen Eindrücken geschmückter erster Melt Besuch, der sich wirklich gelohnt hat.
Wir kommen definitiv wieder.
Dann auch das ganze Wochenende, mit Badehose und Bikini!

Rapha Dincsoy, 07/2013

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