Kölumne Sensational. Du wirst ja nicht älter…

Seit Monaten stand fest: Funky Chicken hosted den Deluxe Floor auf der Sensation White und fährt im Anschluss mit eigenem Wagen über die Kölner CSD Parade. Au weia!

Funky Chicken hosted den Deluxe Floor auf der Sensation White

Für Sensation mussten u.a. 10 Hostessen in Design gehüllt, Künstler gebucht, 500 weisse Lilien geordert, für den CSD u.a. ein Wagen gebaut und die 50 Auserwählten instruiert werden, wann sie wo zu sein und was sie dort zu tragen haben. Letzteres stellt für Schwule immer ein Problem dar.

Den Hostessen überliessen wir die eigene Wahl des Outfits nicht. Deren Styling musste etwas ganz besonderes sein  etwas, das auf Sensation keiner trägt und das selbst VIP-Gäste niemals vergessen. Wir entschieden uns, alle zu verschleiern. Nutten in Burkas, afghanische Transen sollte es nachher überall heissen. Wir hatten Spass und die Leute mit uns!

Samstag 13:00 Uhr: Wir diskutierten im Artist Shuttle wie man die noch geschlossenen Lilien wohl bis zum Abend zum blühen bringt. Wenn alles nichts nützt, schütten wir Pep ins Wasser, dann blühen die bestimmt wie verrückt und bestimmt 3 Tage lang. Super Idee! Doch woher das Pep?

14:00 Uhr: Großes Hallo auf Schalke! Alles scheint noch ganz entspannt. Ich erhalte unsere Pässe und das Kompliment Du wirst ja nie älter … na der hätte mich mal Sonntag Abend sehen sollen. Um die Lilien brauchten wir uns keine weiteren Sorgen zu machen: die angereiste Masseuse für den Sven war früher auch mal Floristin und nahm das ganze in die Hand. Große Erleichterung: wir brauchten kein Pep!

20:00 Uhr: Selbst die VIPs drängelten  wie alle anderen bestens gelaunt – ganz früh um Einlass. Jeder der 1700 Deluxe Gäste sollte einen Welcome Drink erhalten. Großzügig bestückte uns das Gastropersonal der Arena daraufhin mit sage und schreibe zwei Gläser-Racks (= 50 Gläser), 6 Flaschen Wodka und 5 x Champagner … und ward fortan zu lange nicht gesehen.

Also musste ich betteln (aber das kenne ich ja von anderen schlechten Gastronomiebetrieben, in denen ich öfters Parties mache). Ich brauche Gläser, Eis, Getränke … und ein paar Müllbeutel wären ganz toll. Genausogut hätte ich mit dem WM-Rasen sprechen können. So geil die Sensation auch wieder war, so perfekt die Organisation der Veranstalter ID&T, die Schalker Gastro war eine Katastrophe, inkompetent und unkooperativ.

Sogar Super-VIPs wurden schlecht bedient. Ich bemühte mich um Schadensbegrenzung, bestach mit Champagner aus meinem Bestand. Da es keinen Verantwortlichen gab, konnte ich den nicht mal beschimpfen… eigentlich schade, ich war gut in Fahrt!

Stattdessen starteten wir eine Charme Offensive: wer nicht direkt ein Welcome erhielt, durfte ein Foto mit unserem Harem machen. Das ist sonst strengstens untersagt! und auf die Frage Sind die echt? log ich auch Na klar!. Das kam an!

0:00 Uhr: Endlich konnten wir selbst eine Runde drehen. Was ein Bild! Über 20.000 weiß Gewandete jagen mir noch heute Gänsehaut über den Rücken. Wer den Dresscode verpennt hatte, improvisierte wie Josh Wink: dem waren seine blauen Jeans so peinlich, dass er sich schnell eine weiße Schürze aus der Küche besorgte.

20:00 Uhr  06:00 Uhr morgens: Die mir als beste Live Vocalistin der Welt angekündigte Tania Monies entpuppte sich auf dem Deluxe als echte Krawall-Schwester. Schon während des Einlasses (da liefen ruhige Ambient Klänge), forderte sie Come on and dance und Are you ready – zum Schrecken aller DJs ohne Pause. Als sich ein genervter VIP ein Herz fasste und ihr das Mikro versuchte zu entwenden, haute sie ihn kurzerhand um (die Gute konnte Kick Boxing!). Sie flog raus, schummelte sich aber routiniert auf der anderen Seite wieder rein und sang weiter. Dem Hotelpersonal präsentierte sie noch ihre Möpse und es flog wohl auch das ein oder andere Glas…

Sonntag 10:00 Uhr: Nach nur 2 Stunden Schlaf und mit Dingdong im Schädel shuttlete man uns zurück – jetzt ins Kölner Homo-Getümmel.
Quasi zu unserer privaten After Hour (abgesehen davon, dass uns 650.000 dabei zusahen, fühlten wir uns fast privé). An unserem Wagen angekommen: keiner da! Ganz langsam krückten die ersten an – aber nicht alle: die Düsseldorfer hatten sich verzickt, selbst die Sponsoren blieben fern. Zum Glück! Mehr Platz! Dann setze sich die nackteste politische Demonstration der Welt bei 35° im Schatten und gefühlten 50° in der Sonne in Bewegung.

Auf der Strasse: auch viele Nackte, viele mit Six Pack, doch noch mehr mit Bauch! Das konnte ich mir nicht entgehen lassen, schließlich hatte ich ein Mikro: Ein dreifaches Aloah auf alle Dicken! Zuerst auf die links und danach rechts! Nach 5 Wodka und dem Blick von der Deutzer Brücke auf das Meer der Zuschauer war ich besänftigt. Wir floateten zu Disco Gessners Mucke vom Vortag durch die Massen und hatten Mordsspaß.

17:00 Uhr: Dem Hitzschlag nahe, hatten wir es geschafft. Ich betrachtete mich in einem Schaufenster und erinnerte mich: Du wirst ja nicht älter! Hahaha!

Wer alles verpasst hat, schaut sich die Fotos auf unserer Website an oder kommt am 5.8. ins Bootshaus. Da treten wir mit Band, Burkas und nackten Ärschen auf. Möpse gibt es auch… aber nicht die von der Monies!

Euer Theo

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