‚Are you ready for a journey into the mind of a girl who’s dedicated her heart to music?’, fragt Fran herausfordernd auf ‚May I Introduce Myself’, dem ersten Song ihrer heißerwarteten Solo-LP Frantastic. Großartig vorstellen muss man sie dem Kenner zeitgenössischer elektronischer Musik wohl kaum:

die 33-jährige Psychologin ist für die verträumten House Kollaborationen mit ihrem Ehemann und renommierten Produzenten/ DJ Oliver Koletzki bekannt, mit dem sie Hits wie ‚Hypnotized’ und das erfolgreiche Lovestoned Album schrieb.

Nun ist allerdings für die in Berlin, Bath und London aufgewachsene Gesangsautodidaktin die Zeit gekommen, ihr musikalisches Ich zu enthüllen und dem wilden Schaffensdrang freien Lauf zu lassen.

So entstand Frantastic fernab der Majorlabel-Diktatur und in voller Selbstregie in Zusammenarbeit mit den Newcomer-Produzenten Oded K.dar (MiMi Müller-Westernhagen / Eddy Stevens – Moloko) und Martin Seyer (Krabbz Soundsystem).

Das Resultat ist eine beeindruckend persönliche Reise durch die Seele einer intelligenten, emotionsgefüllten Songwriterin, die durch eine überraschend vielseitige akustische Kulisse von Pop, Electronica und Folk in Szene gesetzt wird. 
Wir hatten mit Fran ein kleines Interview gemacht!

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Am 2. November erschien dein erstes Soloalbum „Frantastic“ – was erwartet uns?

Ein sehr vielseitiges Album, das den Zuhörer musikalisch und inhaltlich durch die unterschiedlichsten Stimmungen und Themen führt. Es bildet meinen ganz privaten Mikrokosmos ab. Und weil es so authentisch und persönlich geworden ist, habe ich auch selbst das Artwork gemacht, Videos gedreht und die Fotos gemacht. Das Coverbild habe ich mit Selbstauslöser in meinem Badezimmer aufgenommen. Frantastic ist ein Do-It-Yourself-Album, das völlig unabhängig vom Druck eines Major Labels, Chartplatzierungen und den Blick auf Verkaufszahlen entstanden ist.

 Wieviel Zeit hat dieses Album in Anspruch genommen?

2 Jahre habe ich daran gearbeitet. Ich habe mir Zeit gelassen und nur die besten Songs auf´s Album genommen. Als alle Skizzen standen bin ich mit einem Produzenten ins Studio gegangen und wir haben mit Gastmusikern die verschiedenen Songs aufgenommen. Für den Song „Scratch a Goodbye“ haben wir extra nach einem ganz alten Konzertflügel mit einem besonderen Klang gesucht. Bei „Ocean of You“ singe ich am Ende einen 32-stimmigen Chor – alleine den aufzunehmen hat einen ganzen Tag im Studio gedauert.

Wie würdest du deine Musik nennen? bzw. in welchem Genre siehst Du deine Musik?

Dadurch, dass mein Album so viele unterschiedliche musikalische Stilrichtungen abbildet, ist diese Frage echt schwer zu beantworten. Manche Songs auf Frantastic sind ziemlich elektronisch, es gibt aber auch richtige Soul-Nummern. Was sich durch alle Songs hindurchzieht ist das wunderschöne Klavier von Oded K.dar, einem meiner Produzenten. Die meisten Songs sind am Klavier entstanden. Es ist  mein Lieblingsinstrument, weil es auf eine sehr simple, aber effektive Weise verschiedene Stimmungen  transportiert.

Du lebst in Berlin, was macht diese Stadt Deiner Meinung nach aus?

Berlin ist sehr vielseitig. Ich bin hier aufgewachsen und kenne ziemlich viele unterschiedliche Ecken. Jeder Bezirk hat seinen eigenen „Vibe, seine eigene Subkultur. In Berlin ist alles möglich und deshalb versammeln sich seit einigen Jahren Künstler aus der ganzen Welt. Ich habe einige Zeit in London gelebt und liebe auch diese Stadt. Aber Berlin ist mein Zuhause!

Ist es empfehlenswert für andere Künstler, nach Berlin zu ziehen?

Die Mieten sind in einigen Stadtteilen noch billig und es existiert ein immenses Kunst- und Kulturangebot. Ich habe viele Freunde, die seit Jahren in Berlin leben, ohne ein Wort Deutsch zu sprechen. In Berlin kein Problem. Ich denke, es ist relativ leicht als Künstler in Berlin Kontakt zu Gleichgesinnten zu knüpfen, egal in welcher Szene man sich bewegt.  

Wie sieht ein Tag im Leben von Fran aus? Dreht sich alles um Musik?

Ja, schon. Typischerweise verbringt mein Mann den Tag entweder in seinem Studio und produziert selbst Musik oder er ist im Büro seines Plattenlabels Stil vor Talent. Es dreht sich also nicht nur um unsere eigene Musik, sondern auch um die vielen anderen Platten, die auf dem Label erscheinen. Ich arbeite meist von zuhause aus und schreibe Texte, nehme Skizzen auf oder setze mich ans Klavier. Abends lassen wir meist den Tag bei einem gemeinsamen Essen ausklingen und sitzen dann vor dem Kamin. Wenn man beruflich so viel in Clubs und Konzertsäälen unterwegs ist, dann freut man sich über die ruhigen Abende!

Hast du Hobbies?

Seit Anfang des Jahres haben Oliver und ich einen kleinen Dackel. Wir haben ihn relativ spontan bei uns aufgenommen, weil eine Freundin eine Hundeallergie entwickelt hat. Diese Bauchentscheidung haben wir nie bereut. Mein früherer Beruf Psychologin ist  mittlerweile zum Hobby geworden. Wenn ich Zeit habe, versuche ich auf diesem Gebiet nicht den Anschluss zu verlieren und lese Bücher über Psychoanalyse und Hirnforschung. Das ist mag komisch klingen, mir macht es aber tatsächlich Spaß!

Wie lebt es sich an der Seite von Produzent und DJ Oliver Koletzki?

Langweilig wird es sicherlich nicht! Wir sind sehr viel unterwegs und spielen viel live, entweder als Live-Act „Oliver Koletzki & Fran“ oder mit unserer Band „The Koletzkis“. Mittlerweile fliege ich so viel, wie ich früher U-Bahn gefahren bin. Oliver legt aber auch viel alleine als DJ auf, dann bleibe ich zuhause und hüte den Hund.

Fran – Frantastic
erscheint am 02.11. auf Stil vor Talent.

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