Heiko Laux: Ich freu mich schon auf Stuttgart

Hallo Heiko, Du warst ja nun schon einige Jahre nicht mehr in Stuttgart zu Gast. Was bekommt man denn in der Technohauptstadt Berlin so von der Stuttgarter Szene mit?

Na, das wieder g’scheite Line-Ups bei Euch gehen, was mich sehrt freut! Es war ja länger eher ruhig bei Euch in Stuttgart.

Nach früheren Gigs im alt ehrwürdigen Prag (R.I.P) und im M1 bist Du nun das erste mal im Lehmann Club zu Gast. Hast Du schon eine Vorahnung, was Dich erwartet bzw. hast Du Dich im Vorfeld über den Club informiert?

Ich habe was im Netz rumgeschnüffelt und war angenehm überrascht!

Du bist ja als ein echter Sound-Freak im positiven Sinne bekannt. Ich meine mal gelesen zu haben, dass Du unter anderem das Soundsystem im Batterieraum des Tresors mit installiert hast. Was ist Deiner Meinung nach für einen guten Sound und eine gute Anlage im Club entscheidend?

Ich mag es leicht überdimensioniert und druckvoll und vor allem aber muss die Anlage im Raum funktionieren. Die beste Anlage nützt nichts, wenn sie Dir nur die Gläser aus dem Regal schießt und man auf dem Dancefloor oder im Booth davon nichts mitbekommt.

Deine Fähigkeiten als Produzent stehen ja ebenfalls außer Frage, vor allem bist Du unglaublich vielseitig. Da gibt es deeperes auf Suol oder Baalsaal, dann wieder sehr technoide Sounds auf Soma und Figure oder wieder etwas minimalere Tracks auf Rejected. Wie würdest Du Deinen momentanen Sound in eigenen Worten beschreiben, gibt es einen typischen „Heiko Laux Sound“?

Hmm ja, den gibt es schon, der müsste sich so um das Ornaments Album bewegen. So ähnlich werden meine Solotrax immer noch, wenn ich alleine im Studio rumdrifte. Allerdings habe ich in letzter Zeit auch öfter mal Lust, meinen eigenen Stil bewusst zu durchbrechen. Die Releases, die Du angesprochen hast, sind ja Kollaborationen mit anderen Kollegen und wenn Du Dich in andere Menschen hineinversetzen musst, hilft das ungemein, die eigenen Grenzen zu überwinden.

Mit Kanzleramt betreibst Du schon seit 1994 Dein eigenes Label. Früher war Kanzleramt der Inbegriff für Techno. Heute würde ich die meisten Produktionen – zumindest die letzten, die ich so gehört habe – schon fast Tech-House zu ordnen, teilweise sind sogar noch deepere Tracks dabei. Wie wählst Du die Tracks und Künstler für das Label aus, folgst Du einer bestimmten Philosophie?

Ich halte Regeln für die Auswahl an Künstlern und deren Musik für zu einschränkend. Das das Label trotzdem für einen gewissen Sound steht, liegt wohl an meinem Bauchgefühl, aus dem ich mich meistens für einen Künstler oder einen Track entscheide.

Wie sieht denn aktuell der Releaseplan des Labels aus, kannst Du ein wenig zu kommenden Releases verraten?

Aktuell sind wir in einer sehr spannenden Phase. Viele Projekte sind gerade in der Entstehungsphase, aber wir haben noch nichts endgültig fertig. Ich lass die aktuell aufkommenden Ideen noch ein bisschen weiterwuchern, bevor ich sie zu Releases mache.

Wir haben auch eine Compilation mit den letzten Releases in Planung, aber ich warte mit weiteren Entscheidungen erstmal die Veröffentlichung der bisherigen Releases auf Vinyl ab, damit wir die Produktionen besser synchronisieren können. Es kann gut sein, dass die neuen Sachen erst nach dem Sommer auf Kanzleramt rauskommen.

Uns würde natürlich auch interessieren, was von Dir selbst in den kommenden Wochen und Monaten erscheinen wird, wäre es nicht auch mal wieder an der Zeit für ein neues Album? Waves 2006 war doch Dein bis dato letztes eigenes Album, oder?

Mit meinen Album wird es noch dauern, ich habe erst so 30 – 40% der Tracks beisammen und geht einfach nicht schneller voran, weil immer wieder  spannende Sachen dazwischen schieben. NYC wird nochmal meine Re-Televised von 1998 mit Remixen von Lucy und Donor/Truss herausbringen. Mit Diego Hostettler habe ich ‘ne fette Party-12” für Christian Smith’s Tronic fertig gemacht und dann durfte ich auch noch an Jam & Spoon’s Follow Me von 1993 Hand anlegen. Ganz besonders hat mich gefreut, dass ich endlich einen Return-Mix für Steve Rachmad machen konnte, der gerade auf 100% Pure sein Sterac – Secrets Life of Maschines wiederveröffentlicht. Er hatte ja schon einen Mix für mein Waves Album gemacht und ich mag so lange Bringschulden überhaupt nicht. Das meiste sollte bis zum Sommer erscheinen.

Wie Anfangs schon erwähnt spielst Du ja 19.05. im Rahmen der Volt Reihe im Club Lehmann. Nach so vielen Jahren im Business ist das doch eigentlich alles Routine oder bist Du immer noch „aufgeregt“ vor einem Gig in einem neuen für Dich unbekannten Club? Bereitest Du Dich auf Gigs noch vor, oder lässt Du einfach mal alles auf Dich zukommen?

Ja klar, ich bin fast immer recht angespannt bevor es los geht und ja, ich bereite einen gewissen Rahmen vor, von dem ich mir vorstelle, dass er passt. Letztlich verwende ich davon aber immer nur einen Teil, alles andere passiert spontan.

Vielen Dank für das Interview Heiko, wir sehen uns Mitte Mai im Lehmann!

Ich freu mich schon drauf;)

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