Hasst Gott Techno? Öltanker sinkt vor Ibiza, Loveparade in Essen und Karotte beklaut.

Haltet mich jetzt bitte nicht für einen Freak, aber wisst ihr, was ich mir zurzeit ständig denke? Bevor ich ins Bett gehe und mein Gute-Nacht-Gebet spreche, frage ich mich: Hasst Gott eigentlich Techno?

 

Die Gründe hierfür liegen ja eigentlich beängstigend apokalyptisch auf der Hand: Hiobsbotschaft um Hiobsbotschaft so als ob Nazis auf Dinosauriern die Weltherrschaft ergreifen.

Ihr denkt ich übertreibe?

Beispiel Nummer 1: Jetzt wo das Amnesia, das DC10 und das Bora Bora wieder sodom-und-gomorrha-like mit Weib, Wein und Elektro eröffnet wurden, sinkt vor Ibiza ein stinkiger Öltanker und verpestet diese wunderschön weißen Strände, auf denen verpillte Technotouristen wie du und ich immer nach drei Tagen Feierei eingeschlafen sind. Na Wow! Danke Gott!

Und um von einer Schandtat zur anderen zu kommen:

Beispiel Nummer 2: Dr. Mottes Love Parade in Essen? Herr vergib uns unsere Sünden und schick uns wieder einen Jesus, den wir ans Kreuz nageln dürfen, um wieder mit Paradenwägen im paradiesischen Berlin einzukehren. Also ich würde sofort mit der Nagelpistole kommen. Ihr nicht? Das einzige Problem wär noch: Wer macht den Jesus? Motte? Hm… Na ja, Schwamm drüber.

Aber mit Beispiel Nummer 3 auch mal zu euren Sünden: Wundert euch nicht, wenn Gott unsere Musik tatsächlich hasst!

Irgendwie ist doch heutzutage nichts mehr heilig vor allem den Technofans. Schämt euch! Als ich neulich in einer betuchten Szene-Diskothek die allseits beliebte Karotte betanzte und dann später vor Erschöpfung draußen vor dem Club ausharrte  so ein alter, verbrauchter Elekro-Hase wie ich kann so was ohne Probleme schon kurz vor Ladenschluss vorweisen  kamen zwei Super-Schlaubies mit einem Plattenkoffer die Treppe hoch und an mir vorbei, grinsten und scherzten, die kleinen Schweinchen.

Hatten die doch tatsächlich dem Peter die Platten geklaut! Ich hoffe, ihr versteht, was das bedeutet: Die Platten von Karotte! Ich will gar nicht wissen, wie viel geile unveröffentlichte Promotionsplatten da drin und welche angesammelten Tech-House Unikate einfach weg waren. Aber das war noch nicht alles über manchen Langfinger.

Fix zu Beispiel Nummer 4: Weiß der Teufel, wer so dreist oder professionell sein muss, Sven Väth über Wochen lang auszuspionieren und dann seine Wohnung auszuräumen, als der längere Zeit nicht daheim und wieder mal sonst wo unterwegs war, um für uns aufzulegen. Und obwohl anscheinend Gott Techno nicht mag, ihm sei Dank wussten die nicht, wo Sven in Frankfurt seinen geheimen Vinylbunker mit all den nach Jahreszahlen sortierten Platten hat.

Puh! Die Discographie von Techno itself bleibt also lebendig. Ob bei all den Pannen und Schweinereien, die Techno in letzter Zeit ertragen musste, generell eine Überlebenschance besteht, bleibt allerdings fraglich.

Ich glaube, Gott hat Techno tatsächlich verflucht, als ihn einst ein Türsteher nicht in die Panorama Bar ließ. Mal ehrlich, ich hab irgendwie Angst, dass Feiern bald vom Aussterben bedroht ist! Wer weiß, was als nächstes passiert…

Schon alleine deswegen, meine lieben Gigolettas und Gigolettos der Techno Szene, solltet ihr mal lieber ein paar Psalme fürs Feiern beten, bevor ihr ins Bett geht….

Kolumne bei Leon Mabu

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