Gregor Tresher Album InterviewHallo Gregor, diese Woche hattest Du ja gleich zwei Highlights: Du hast Dein viertes Artistalbum fertig abgeschlossen und hattest ein Päckchen im Briefkasten. Was hat Dich mehr bewegt?

Mit dem Päckchen im Briefkasten spielst Du wahrscheinlich auf die neue Depeche Mode Single an, auf der ich mit einem Remix vertreten bin – jeder der mich kennt, weiß für ein großer Fan der Band ich bin, insofern ist mit der Remix-Anfrage ein großer Traum für mich in Erfüllung gegangen, das ist kaum zu toppen. Ein Album nach 5 Monaten Arbeit abzuschließen ist natürlich auch eine tolle Sache, das kann man dann am Ende aber erst wirklich greifen wenn man das sogenannte „finished product“, also die fertige CD, in den Händen hält.

 

 

Sprechen wir mal über das Highlight, dass Du Dein neues Album endlich (für Dich) fertig hast. Diesmal hast Du daran fünf Monate gearbeitet, ich hatte irgendwo gelesen, dass die Tracks in ihrer „Urform“ eigentlich schon nach zwei Monaten fertig waren und das Feintuning die meiste Zeit in Anspruch genommen hat?

Da bringst Du jetzt etwas durcheinander, denn die Sache mit den fertigen Tracks und dem Feintuning war beim letzten Album („Lights From The Inside“) der Fall. Diesmal hatte ich einen anderen Ansatz – ursprünglich wollte ich ein reines Techno-Album machen, doch im Laufe der Produktion haben sich mehr und mehr abstraktere Tracks „eingeschlichen“ – am Ende hat sich für mich der Kreis zu meinen alten „Sniper Mode“ Alben geschlossen. Ich bin sehr froh darüber, das Album diesmal musikalisch etwas breiter aufzustellen, obwohl der Fokus natürlich nach wie vor hauptsächlich auf dem Dancefloor liegt.

Bei einem Album stellt sich ja auch immer die Frage nach dem roten Faden durch die Tracks oder ob es eine bestimmte Aussage oder Bedeutung beinhaltet. Hat Nightcolors für Dich persönlich eine bestimmte Bedeutung und was ist für Dich der rote Faden?

Ich war und bin generell immer eher dunkleren Themen und Tönen zugetan als fröhlichen Melodien, und somit erklärt sich auch der Titel. Ausserdem spielt sich für mich auch in meinem täglichen Leben als DJ das meiste eben nachts ab. Ich habe mitten in der Produktionsphase vor ein paar Monaten in Frankfurt eine Ausstellung zum Thema „Dunkle Romantik“ gesehen, das war sehr beeindruckend und hat mich auch nachhaltig musikalisch für dieses Album inspiriert.

Wird es eine ausgedehnte Album Tour geben – ggf. sogar mit special Live Gigs oder wirst Du im Rahmen Deiner regulären Gigs rund ums Releasedatum mehr aus Nightcolors spielen?

Es wird eine sechsmonatige Albumtour geben, die am 28.Mai beim Movement Festival in Detroit startet und mich dann über die Sommerfestivals in die Clubs führt. Einzelne Highlights werden sicher der Love Family Park in Hanau, wo ich zum ersten Mal live spiele, dann Welcome To The Future und Loveland in Amsterdam, und ein persönliches Highlight für mich ist wieder Live im Berghain zu spielen. Nachdem ich schon einige Male als DJ zu Gast sein durfte, war mein erster Liveact dort vor zwei Jahren eines meiner all-time highlights.

Auch freue ich mich wieder Live in der Fabric in London zu spielen, und auf mein Debut im Output in Brooklyn, ein Club der gerade hohe Wellen in den USA schlägt. Die kompletten Tourdates finden sich auf meiner Homepage.

Zwischen Deinen Alben bzw. bei genauerer Betrachtung sogar wohl während der Arbeiten an einem Album sprudelt Dein kreativer Output ungebremst weiter. Hast Du selbst eine Erklärung, woher die vielen Ideen kommen? Und wie funktioniert es, dass Du Deine Ideen dann auch noch mit der Detailliebe in der kurzen Zeit umsetzen kannst? Gibt’s nur Studio und Gigs in Deinem Leben?

In meinem Leben gibt es nicht nur ausschließlich Studio und Gigs, aber die beiden Dinge sind ein sehr großer Teil davon. Ich habe immer davon geträumt genau das zu machen was ich jetzt mache – da wäre es seltsam wenn ich jetzt nicht Vollgas geben würde. Abgesehen davon kommt es mir auch nicht wirklich wie Arbeit vor, im Studio zu sitzen und Musik zu machen oder DJ-Gigs zu spielen.

Du bist ja sogar gleich mit zwei Remixversionen für Sooth my Soul vertreten, der Southed Remix ist ein ganz sanfter Track, den man von Dir eher nicht erwartet hätte und Anfang Juni kommt ein zweiter Remix wohl mit typischem Tresher Style raus. Hattest Du beide zu Beginn an als Alternativen eingeschickt oder warum gibt’s von Dir gleich zwei Versionen?

Ich habe zwei Remixe abgegeben, weil ich neben einer Techno-Version auch noch etwas „musikalischeres“ abgeben wollte. Es wäre mir einfach zu wenig gewesen, „nur“ eine Techno Version zu machen. Dass am Ende jetzt sogar beide Versionen von der Band veröffentlicht werden, freut mich ganz besonders.

Ende Juni 2013 bist Du wieder bei uns in Stuttgart zu Gast und zwar diesmal im Lehmann – zum ersten Mal oder?

Ich glaube ich habe wirklich schon in jedem Stuttgarter Club aufgelegt – im Lehmann wird das allerdings mein Debut. Ich habe in letzter Zeit viel Gutes über ́s Lehmann gehört, freue mich sehr drauf!

Vielen Dank und bis bald, wir sehen uns am 29.Juni im Lehmann!

Interview: Verena Szillat

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