Hallo Gabriel, erstmal vielen Dank für Deine Zeit! Du bist ja weltweit unterwegs, im Februar warst Du in Australien, Ende April in Amsterdam zuletzt warst Du in Tokyo – Deine Gigs in Deutschland scheinen aber selten zu sein. Woran liegt das?

Das ist wirklich eine gute Frage! Ehrlich gesagt weiß ich das auch nicht genau. Na ja, der Rest der Welt ist ja auch ein bisschen größer als Deutschland und vielleicht habe ich deshalb auch mehr Bookings im Ausland, wo das Interesse an mir weitaus größer scheint und ich z.B. tolle Bookings in Australien habe. Im November bin ich bei einem Festival mitten in der australischen Wüste zur Sonnenfinsternis gebucht. In Deutschland habe ich weitaus weniger Anfragen sowohl für Sets als auch für Interviews, deshalb freue ich mich auch richtig über das Interview mit Euch.

Nun zu Deiner Musik selbst: Deine Tracks sind ja schon in gewisser Weise speziell. Irgendwie Techno, viele monumentalen Melodien und wie Stephan Bodzin sagen würde, sehr perkussiv. Wie würdest Du Deine Gabriel Ananda Handschrift beschreiben?

Das trifft es schon sehr gut, ich mag ungeheuer gerne Rhythmen aus Lateinamerika, die Percussions sind für mich ein genialer Ausdruck für Lebensfreude und Freiheit. Die melodische Ader kommt wohl von meinem Pop-Gen. Als Kind bin ich ja erstmal wie alle anderen mit Popmusik in Berührung gekommen und der melodische Part hat mich schon immer berührt. Als ich dann zu Techno kam, wollte ich unbedingt knallharte Bretter produzieren und dann haben sich da doch immer wieder Melodien eingeschlichen – Mann, was hab ich mich darüber geärgert! Im Nachhinein betrachtet war das mein Glück und wurde zu meinem Markenzeichen. Heute kommen meinen Tracks tief aus meinem Herzen und ich liebe auch wirklich selbst meine eigene Musik. Gabriel Ananda ©  2012 Martin Valentin Menke

2009 hattest Du ja mit Marcel Janowski Dein eigenes Label Basmati gegründet, damit Du genau Dein Ding machen kannst, und bist seither extrem produktiv gewesen. Warum hast Du Dein aktuelles Release Warm Cologne/In Between, was ja ganz tolles Feedback bekommen hat, auf Monique Musique  gemacht?

Früher habe ich bei ganz vielen Labels veröffentlicht, ich hab da einfach meine Sachen hingeschickt und das lief dann. Bei Basmati habe ich den Eindruck, dass ich die Leute gar nicht erreicht habe, insbesondere in USA oder auch in Deutschland kommen meinen Sachen gar nicht ans Publikum. Gerade bei „Smash!“ oder „Hey Blob“ ist der Erfolg sehr viel geringer ausgefallen als sowohl ich als auch andere dachten. Von Monique Musique hatte ich dann eine Anfrage und hab das einfach gemacht – mal sehen was dann so mit meinem Release passiert.

In Kürze wird ja dann auch wieder ein Release von Dir auf Basmati erscheinen – „Short Story“. Die B-Seite oder der zweite Track „Struck by Light“ geht schon fast in die Richtung deep house und hat sogar einen Vocal Part von Alice Rose aka Tiger Rose. Vocals sind ja sonst nicht Dein Thema, wie seid Ihr auf die Idee gekommen?

Alice und ich haben uns im Jahr 2000 kennengelernt und seither machen wir gemeinsam Musik. „Struck by Light“ ist einer unserer ganz frühen Songs – die Original Vocals sind also schon über 10 Jahre alt. Als ich vor einiger Zeit einen eigentlich ganz anders gedachten Track geschrieben hatte, vielen mir wieder diese echt alten Vocals ein, die einfach genial dazu passten und Alice hat sie dann nochmal eingesungen.

Welche Pläne hast Du für den Sommer für Basmati? Kannst Du uns schon was zu den Releaseplänen verraten?

Ja da haben wir so einiges in Planung. Als erstes wird es ein weiteres Release von Tiger Rose geben. Dann habe ich einen holländischen Künstler namens Rob Hes entdeckt, mit dem ich an einem Release arbeite.

Und dann gibt es von mir noch eine letzte Live-Series mit einem ganz tollen Track, den ich vor zwei Jahren immer zu Anfang meines Sets gespielt habe. Das ist ein ganz toller Frühlingstrack, den ich jetzt ganz schnell rausbringen muss. Den Titel weiß ich noch nicht, da muss ich mir noch einen guten Namen einfallen lassen.

Inwieweit wirst Du weiterhin auf anderen Labels Deine eigenen Produktionen veröffentlichen? Hast Du hier auch schon Pläne?

Mit Riley Reinhold bin ich schon in Gesprächen für ein Release auf Trapez. Dann gibt es noch einen Remix für 2000andOne, und für Rodriguez Jr. werde ich einen Remix auf Mobilee machen. Oh ja (lach) und dann wird es eine vertechnote Folklore Version des „Pausensongs“ vom Eurovision Songcontest 2012 von Dominik Eulberg und mir geben. Unsere erste Version hat dem Veranstalter nicht so ganz gefallen und man bat uns, den Song doch bitte etwas tranciger à la Tiesto zu gestalten. Das war dann nicht mehr wirklich unser Ding und wir mussten den dann für uns ganz schnell fertig werden.

Mit Alice Rose arbeite ich momentan noch an einem Projekt namens Brandung & Sandstorm. Die Tracks sind eine Mischung aus verschiedenen Stilrichtungen von Techno bis hin zu Pop und wir verwischen wirklich die Grenzen der einzelnen Genres. Teilweise entstehen clubtaugliche Tracks, manche werden richtiggehend radiotaugliche Songs. Wo wir das veröffentlichen werden, wissen wir noch nicht genau.

In einem italienischen Interview habe ich gelesen, dass Du darüber nachdenkst, ein Buch zu schreiben – „how to become a DJ“.  Inwieweit haben sich die Pläne konkretisiert und kannst Du uns schon etwas mehr dazu sagen?

Also, ich war zumindest schon so weit, dass ich die ersten DJ für Interviews gewonnen hatte, ich hab mich über die Vertriebswege informiert und sogar jemanden gefunden, der die Videos machen würde. Bisher hat mir die Zeit gefehlt, das ganze weiterzuverfolgen, aber sobald ich wieder Zeit habe, werde ich das wieder aufnehmen, ich hab da richtig Bock drauf, das zu machen!

Neben Deinen DJ Sets machst Du ja auch immer mal wieder Live-Performances. Was liegt Dir mehr, ein reines Set oder ein Live Gig?

Witzig, da habe ich gerade erst drüber nachgedacht! Ehrlich gesagt bin ich diese strickte Trennung etwas leid. Ich lege super gerne mit Platten auf und eine Live Performance ist klar ganz Besonders. Am besten gefällt mir gerade die Mischung, was mich zwar dazu zwingt, Vinyl wegzulassen und eher mit Ableton o.ä. zu arbeiten. Dafür gibt es mir aber die Möglichkeit, mit 3 Controllern zu arbeiten und enorm kreativ zu sein. Bisher habe ich ja meine Contoller immer komplett selbst gebaut, bei meinem neusten Controller wird 4MediLoop die Basis liefern und ich erweitere ihn dann noch mit meinen persönlichen Spezialitäten.

Du bist ja nicht immer alleine unterwegs. Deine Pollerwiesen-Gigs mit Dominik Eulberg sind ja legendär und mit Marcel Janowski lieferst Du regelmäßig fulminante Back-to-Back Sessions. Inwieweit geben Dir diese „Team-Gigs“ etwas Besonderes?

Grundsätzlich macht mir das super viel Spaß. Mit meinem echt dicken Freund Dominik ist es manchmal so ne Sache, da wir beide beim Auflegen sehr egoistisch sind und es dann es auch mal oben an den Decks zu teils schlagkräftigen Auseinandersetzungen kommen kann. Ich hab auch schon gemeinsame Gigs mit ihm strickt abgelehnt, aber inzwischen sind wir ja beide ein bisschen erwachsener, können uns gegenseitig den nötigen Freiraum lassen und haben richtig Spaß miteinander!

Mit Marcel beispielsweise sind die Gigs ganz anders, so richtig harmonisch. Er strahlt eine ungeheure Ruhe aus und das gibt mir ein ganz anderes, weicheres Gefühl. Ich lege dann auch immer mal Tracks auf, die ich sonst nie spielen würde.

Zum Abschluss geht das Wort an Dich: Was möchtest Du uns SymPartysanten mit auf den Weg geben?

Hmmm jetzt fällt mir natürlich kein cooler Spruch ein! Nein, also was mich wirklich glücklich macht und zu den Top 3 der schönsten Dinge meines Lebens zählt: Wenn ich mit meiner Musik den Menschen ein Lächeln aufs Gesicht zaubern kann! Danke an alle diejenigen, die sich für meine Musik interessieren und mir ihr Lächeln für meiner Musik schenken 🙂

 

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